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MeElectronics Air-Fi® Matrix² Bluetooth-Kopfhörer Review 🇩🇪

MeElectronics Air-Fi® Matrix² AF62 Stereo Bluetooth Kopfhörer mit Mikrofon Review + kurzer Vergleich mit dem Shure SRH440


Prolog:

Zuerst einmal möchte ich mich bei Mike von MeElectronics für das Bereitstellen eines kostenfreien Review-Samples, für das ich ein ehrliches Review verfasse, sowie die permanent gute E-Mail-Korrespondenz bedanken.
Ich erinnere mich noch, dass ich vor einigen Jahren, als Bluetooth noch relativ neu für den Massenmarkt und die Audio- und Datenübertragung war und die besser ausgestatteten Mobiltelefone der vorigen Generation noch auf Infrarot setzten, einen Philips Bluetooth-Receiver mit Bluetooth 1.2 oder bereits 2.0, so genau kann ich mich nicht mehr erinnern, zum kabellosen Übertragen von Musik kaufte. Um es kurz zu machen, die übertragene Audioqualität war damals, auf Sender- und Empfängerseite, einfach nur grausam schlecht.Heutzutage soll mit den fortgeschrittenen Bluetooth-Standards eine annähernd verlustfreie Audioübertragung via Bluetooth möglich sein.Welche Funktionen der Matrix² bietet, wie er sich bei der kabellosen und kabelgebundenen Audioübertragung schlägt und wie er gegen den kabelgebundenen Shure SRH440, der sich etwa in der gleichen Preisklasse befindet, abschneidet, werde ich in diesem Review näher beschreiben.

Air-Fi Matrix² bei Amazon: http://amzn.to/1su07Xu
Technische Daten:

UVP: $89.99 (79,99€ bei Amazon)Bauart: geschlossenTrageweise: Over-EarTreiber: 40 mm dynamischFrequenzgang: 20 HZ – 20 kHzImpedanz bei 1 kHz: 32 OhmEmpfindlichkeit bei 1 kHz: 103 dB (+/- 3 dB)
Nennbelastbarkeit: 20 mW
maximale Belastbarkeit: 50 mW
Akku: fest eingebaut; 400 mAh LiPo
Standby: bis zu 350 Stunden
Wiedergabe (Bluetooth): bis zu 22 Stunden
unterstützte Bluetooth-Profile: A2DP, HSP, HFP, AVRCP
unterstützte Audio-Codecs: SBC, AAC, aptX
Besonderheiten: NFC, 3,5mm Klinkenanschluss, gleichzeitige Bluetooth-Verbindung mit zwei Geräten

Lieferumfang:


Der Air-Fi Matrix² kommt in einer ähnlich designten Verpackung wie der A151 In-Ear und spiegelt somit gut das MeElectronics-Design wieder.
In dieser weißen Kartonhülle befindet sich ein flaches, in Carbon-Optik gehaltenes Aufbewahrungs- und Reiseetui, in welchem sich der Kopfhörer, auf welchem sich die Designelemente in Carbon-Optik wiederfinden, befindet, sowie in einem kleinen Plastikbeutel ein 3,5 mm Klinkenkabel zum kabelgebundenen Betrieb (dazu später mehr), ein Micro-USB Kabel zum Laden und eine Bedienungsanleitung in verschiedenen Sprachen.
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Optik, Haptik, Verarbeitung Tragekomfort, Isolation:

Der Air-Fi Matrix² ist ein recht kleiner Bluetooth-Kopfhörer und stellt meiner Meinung nach einen Hybrid aus On- und Over-Ear dar. Ich habe Ohren, die größer als der Durchschnitt sind und der Kopfhörer umschließt diese nicht vollkommen, sondern die Polster liegen unten auf meinen Ohrläppchen noch ein wenig auf, bedecken jene jedoch komplett. Von den Polstern sprechend: die ovalen kunstleder-Polster, sowie das Kopfband sind extrem weich und erinnern mich von der Weichheit an die meines Audez’e LCD-X, wenngleich dessen Lammleder-Polster noch eine Stufe bequemer und weicher, jedoch natürlich auch wesentlich größer sind.
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Durch das sehr geringe Gewicht des Kopfhörers und die extrem weichen Polster, sowie dem eher gering ausfallenden Anpressdruck, ist der Tragekomfort sehr gut und ich spüre den Kopfhörer bereits nach kurzer Zeit fast nicht mehr.
Bei sehr warmen Außentemperaturen, wie jetzt, ist die Wärmeentwicklung aufgrund der Kunstlederpolster prinzipbedingt recht groß.
Das mitgelieferte 3,5 mm Klinkenkabel ist eher billig und dünn, kann jedoch durch jedes andere ersetzt werden, wobei das Kabel-Eigengewicht beachtet werden sollte.
Obwohl beim Matrix² günstige Materialien verwendet werden, knirscht der Kopfhörer (im Gegensatz zum Shure SRH440) nirgends und alle Teile sind sauber verschraubt und vernäht. Die Kohlefaser-Imitation, die auf dem Aufbewahrungsetui (welches ruhig ein Innennetz zum Verstauen des Kabel hätte besitzen können) beginnt und sich auf der Außenseite der Ohrmuscheln, sowie dem Kopfbügel des Air-Fi Matrix² wiederfinden lässt, besteht am Kopfhörer aus gepolstertem Kunstleder und hebt sich an den Ohrmuscheln durch den umlaufenden, lackierten, silberfarbenen Kunststoffring optisch schön ab. Der Rest des Kopfhörers ist mattschwarz überzogen und wirkt nur bei genauerer Betrachtung aus geringer Distanz ein wenig billig.
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Die Größenverstellung ist gerastert, jedoch sind die Einrast-Punkte nur mühsam fühl- und nicht hörbar. Durch den schwergängigen Verstellmechanismus ist ein unbeabsichtigtes Verstellen der Größe kaum möglich, was beim portablen Betrieb ein großer Vorteil ist.
Leider setzt sich der schwergängige Verstellmechanismus auch an den drehbaren Hörermuscheln fort und die Links-Rechts-Markierungen sind schlecht sichtbar, dazu fehlen die typischen drei vertikalen Punkte, die in der Blindenschrift den Buchstaben „L“ repräsentieren.
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Der Druckpunkt der Mediatasten auf beiden Hörerseiten ist eher hart und man hört ihn bei aufgesetztem Kopfhörer, wenn man die Tasten nicht allzu sanft drückt.
Zwar werden Außengeräusche etwas gedämpft, jedoch ist die Geräuschisolation (in beide Richtungen) klar unterhalb des Durchschnitts, wodurch der Air-Fi Matrix² nicht wirklich für laute Umgebungen wie Großstadt- und Straßenbahnlärm geeignet ist.
Von der Bundesstraße (50 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung) wohne ich keine 100 Meter Luftlinie entfernt und kann die Fahrtgeräusche der Kraftfahrzeuge mit aufgesetztem Air-Fi noch recht deutlich und annähernd ungefiltert bei weit geöffnetem Fenster wahrnehmen, mit dem Shure SRH440 hingegen bekomme ich in diesem Bereich eine höhere Isolation. Höhere Frequenzen hingegen isolieren beide Kopfhörer etwa gleich gut.
Wie gesagt, der Air-Fi Matrix² ist nicht sonderlich gut für den Großstadteinsatz geeignet, sofern man dort eine gute Geräuschisolation erreichen möchte. Für leisere Umgebungen hingegen, wie Büros oder zu Hause, ist die Isolation in Ordnung, da die Umwelt noch wahrnehmbar, jedoch ein wenig gefiltert ist – bei höherer Lautstärke hört diese jedoch ebenfalls etwas von Musik mit, da die Isolation nach außen auch eher gering ist.

Funktionen:

Anschlüsse, Tasten:


In der linken Hörermuschel befinden sich auf der Unterseite die drei Knöpfe zum Einschalten und Regulieren der Lautstärke, sowie ganz unkonventionell auf der Rückseite der 3,5 mm Klinkeneingang, dessen Position trotz des Kabels mit den geraden Steckern nicht negativ auffällt.
Auf der Vorderseite befindet sich hinter einem schwarzen Lochgitter das Mikrofon, daneben gibt es ein kleines Loch, in welchem die Status-LED untergebracht ist.
Auf der rechten Hörerseite gibt es, ebenfalls auf der Unterseite, drei Medientasten zur Wiedergabesteuerung, sowie hinter einer Gummiklappe versteckt einen Micro-USB Steckplatz zum Laden.
Etwas ungewöhnlich und nicht intuitiv ist hierbei, dass die Tasten zum Erhöhen der Lautstärke und Wechseln zum nächsten Musikstück die jeweils hintersten sind, was sich jedoch nach ein wenig Eingewöhnungszeit nicht mehr als allzu irritierend darstellte.
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Einschalten, Ausschalten, Bluetooth-Kopplung:


Um den Kopfhörer einzuschalten, drückt und hält man etwa drei Sekunden lang den Ein- und Ausschaltknopf, woraufhin eine laute weibliche Stimme mit der Ansage „Power On“ signalisiert, dass der Kopfhörer eingeschaltet wurde. Dazu blinkt die LED permanent blau.
Zum Ausschalten hält man dieselbe Taste etwa fünf Sekunden lang gedrückt, woraufhin die weibliche Stimme mit „Power Off“ den Ausschaltvorgang bestätigt und die LED erlischt.
Vor dem ersten Verbinden mit einem neuen Bluetooth-Gerät muss der Air-Fi Matrix² in den Kopplungs-Modus versetzt werden. Bei ausgeschaltetem Kopfhörer wird die Ein-/Aus-Taste ca. sieben Sekunden lang gedrückt und gehalten. Nach drei Sekunden wird der Kopfhörer eingeschaltet, jedoch muss die Taste ein paar weitere Sekunden lang gedrückt bleiben, bis die LED abwechselnd rot und blau blinkt und die Frauenstimme signalisiert, dass man sich im Kopplungs-Modus befinde, Bluetooth beim Sender eingeschaltet werden solle und der Pin-Code 0000 laute.
Bei allen drei getesteten Geräten (apple iPhone 4, BlackBerry Q10, Windows 7 Rechner) ging dies alles recht flott vonstatten und der Pin-Code wurde nicht benötigt.
Je nach Geräteeinstellung verbindet sich der Air-Fi Matrix² beim nächsten Einschalten automatisch, ein erneutes Pairing ist nicht erforderlich.
Nach dem Einschalten signalisiert die Frauenstimme mit „Connected“, dass der Kopfhörer mit dem Gerät verbunden sei, dazu leuchtet die LED permanent blau.
Mit allen Geräten funktionierte das Pairing und Verbinden ziemlich schnell und automatisch.

Fernsteuerung/Tasten:


Mit allen drei Geräten funktionieren die Medientasten und die Tasten zur Lautstärkeregelung einwandfrei. Typisch für Bluetooth ist dabei jedoch eine kurze zeitliche Verzögerung, die beim Musikbetrieb jedoch nicht weiter störend auffällt.
Während man beim iPhone und PC am Gerät selbst die Lautstärke als eine Art Vorverstärkung setzt und die eigentliche Lautstärkeregelung dann der Kopfhörer übernimmt, ist dies mit dem BlackBerry nicht möglich, denn bei diesem kann man keine Quasi-Vorverstärkung/-Abschwächung wählen, sondern justiert mit den Tasten des Kopfhörers und des Smartphones selbst ein- und dieselbe Lautstärke. Dies führt leider dazu, dass die geringstmögliche Lautstärke mit diesem, auch bedingt durch den potenten Verstärkerchip des Air-Fi Matrix², sehr hoch ist. Für eine dauerhafte kabellose Nutzung am BlackBerry würde ich deshalb die Lautstärke der Musikdateien gegebenenfalls reduzieren oder ein anderes Abspielgerät für die kabellose Übertragung zum Kopfhörer wählen.
Das Erreichen der Minimal-/Maximallautstärke signalisiert der Kopfhörer durch einen kurzen Ton, der leiser als die eingespeicherte Frauenstimme ausfällt.

Mikrofon/Anrufsteuerung/Multipoint Connectivity:


Das Mikrofon ist nur im kabellosen Betrieb funktional. Zwar ist die Sprachqualität okay, jedoch gibt es Artefakte/Verzerrungen bei der Übertragung, dazu klingen Stimmen etwas dumpf. Die eingebauten Mikrofone des iPhone und BlackBerry sind hier etwas besser.
Mit dem Ein- und Ausschaltknopf lassen sich auch Anrufe entgegennehmen (einmal kurz drücken), beenden (einmal kurz drücken) und ablehnen (zwei Sekunden lang gedrückt halten), sowie anklopfende Anrufe annehmen (einmal kurz drücken), ablehnen (zwei Sekunden lang gedrückt halten), wechseln (nach dem Annehmen zwei Sekunden lang gedrückt halten; wird durch ein kurzes Piepen bestätigt) und beenden (einmal kurz drücken).
Über den Ein-/Ausschalter lässt sich übrigens auch die Sprachsteuerung (sofern das Abspielgerät dies unterstützt) starten und beenden.
Eine nützliche Funktion des Air-Fi Matrix² ist die „Multipoint Connectivity“. Dabei lassen sich zwei Geräte gleichzeitig via Bluetooth mit dem Kopfhörer verbinden. Pausiert man auf einem Gerät die Wiedergabe und startet diese beim anderen, fungiert jenes als Bluetooth-Sender. Das Wechseln vom einen zum anderen Gerät dauert selten mal recht lange, praktischer wäre es gewesen, wenn man dies auch manuell durch den Ein-/Ausschalter vornehmen könnte, meist gelingt der Wechsel jedoch recht schnell, wenn man für die Wiedergabe beim einen Gerät für ein paar Sekunden pausiert und diese erst dann beim anderen Gerät startet.
Wird von Gerät A Musik wiedergegeben und auf Gerät B geht ein Anruf ein, wird die Wiedergabe bei Gerät A automatisch pausiert und Gerät B als Sender ausgewählt. Nach Beenden des Gesprächs wechselt der Kopfhörer wieder automatisch zu Gerät A als Player und setzt die Wiedergabe fort.
Gleichzeitig ist es möglich, ein Gerät via Kabel und ein weiteres via Bluetooth zu verbinden, wobei das Bluetooth-Gerät die höhere Priorität besitzt und bei eingehendem kabellosem Tonsignal automatisch ausgewählt wird. Die kabelgebundene Wiedergabe mit dem anderen Gerät wird kurze Zeit, nachdem die kabellose Wiedergabe pausiert wurde, fortgesetzt.
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Bluetooth-Reichweite, Akkulaufzeit:


Mit dem PC konnte ich eine Reichweite von ca. 8-10 Metern (eine Wand), bevor kurze Verbindungsabrisse auftraten, erreichen, mit dem Blackberry ca. 10-15 m (zwei Wände) und mit dem iPhone ca. 9-12 m (ebenfalls zwei Wände).
Meiner Meinung nach sind dies, gerade in Verbindung mit dem Blackberry, beachtliche Werte. Mit dem Philips Bluetooth-Receiver und einem alten Jabra Mono-Headset traten bereits nach fünf bis acht Metern deutlich stärkere Verbindungsabrisse auf.
MeElectronics gibt eine Akkulaufzeit von bis zu 22 Stunden an – ich habe das am PC, mit hochwertigen MP3s und ohne aptX, getestet und den Kopfhörer bei mittlerer bis erhöhter Lautstärke ohne Unterbrechung spielen lassen, wobei ich einen Wert von etwas über 25 Stunden erreichte, bevor die Wiedergabe zu stocken anfing.
Praktisch ist übrigens, dass der Air-Fi Matrix² auch bei gänzlich leerem Akku noch via Kabel mit Musik befeuert werden kann, was auch nicht bei allen kabellosen Kopfhörern möglich zu sein scheint.
Eine nützliche Sache ist eine Art automatischer Akkusparmodus, bei dem die Verstärker-Sektion nach ein paar Sekunden pausierten Playbacks automatisch deaktiviert wird, wie man es auch von manchen Smartphones am Kopfhörerausgang kennt.
Viele iOS (und somit auch mein iPhone) und Android Geräte unterstützen praktischerweise übrigens eine Akkuanzeige via Bluetooth, wodurch man durch einen kurzen Blick auf den Bildschirm weiß, ob noch genügend Akkureserven für die nächsten paar Stunden Musikwiedergabe vorhanden sind. Das BlackBerry Q10 unterstützt diesen Dienst leider nicht.

Klang:


Hier werde ich nun näher auf den Klang des Kopfhörers eingehen, sowie herausarbeiten, inwiefern sich die Bluetooth-Wiedergabe von der über Kabel unterscheidet, ob ich klangliche Unterschiede zwischen Geräten mit aptX und ohne feststellen kann, sowie den Air-Fi Matrix² ein wenig mit dem Shure SRH440 vergleichen.
Da es sonst nirgends so richtig hineinpasst, möchte ich hier noch erwähnen, dass sich das Grundrauschen bei aktiviertem Bluetooth erfreulicherweise auf einem sehr geringen Niveau bewegt, nicht negativ auffällt und bei wiedergegebener Musik auch in leisen Passagen nicht hörbar ist.

Tonalität:


Beim Air-Fi Matrix² lässt sich die Tonalität grob als „ausgewogen mit bassiger Tendenz“ beschreiben.


Die Tonalität in Frequenzen ausgedrückt (via Sinusgerator gehört): 

Der Bassbereich reicht recht tief (beim Sweepen des MeElec komme ich tiefer als beim Shure SRH440), auch wenn der Pegel unterhalb von 40 Hz abzufallen beginnt, wobei bei 30 Hz noch genügend Pegel vorhanden ist. Unterhalb von 25 Hz ist jedoch kaum noch etwas los. Im Vergleich dazu fällt der Shure beim Sweepen bereits ab 50 Hz abwärts deutlich stärker ab.
Der Bereich zwischen 60 und 100 Hz ist ein wenig betont, danach sinkt der Pegel wieder auf Neutral-Niveau. Bei ca. 500 Hz kann ich einen kleinen, jedoch unbedeutenden Peak ausmachen. Zwischen 1000 und 2500 Hz sinkt der Pegel etwas, bei 3100 Hz höre ich ein recht großes Loch im Frequenzgang.
Ab 4 kHz steigt der Pegel wieder merklich an, bei 7 kHz gibt es einen kleinen Peak. Bei ca. 9 kHz ist der Pegel fast wieder auf Normalniveau und beginnt, darüber abzufallen, reicht jedoch noch mit annehmbarer Lautstärke noch bis 15 kHz. Bei 16 kHz ist der Pegel dann schon deutlich leiser.
Im gesamten Frequenzbereich gibt es keine nervigen Peaks oder Überhöhungen, wodurch der Klang „smooth“ ist.

Die Tonalität in Worten als Klangbeschreibung:

Mid- und Kickbass sind ein wenig (ca. 3-4 dB) angehoben, der Tiefbass fällt im Vergleich etwas ab, jedoch nicht zu sehr. Der Grundton ist nicht wirklich angehoben und hält sich somit schön aus den Mitten heraus.
Der Mittelton befindet sich tonal leicht auf der warmen Seite, was einerseits wohl am kleinen Peak bei 500 Hz, andererseits jedoch insbesondere an den abgesenkten oberen Mitten/unteren Höhen liegt.
Von den mittleren bis zu den oberen Höhen steigt der Pegel wieder an, bleibt jedoch ein kleinwenig leiser als im Mittelton. Im Superhochton fällt der Pegel gleichmäßig ab.
Durch die abgesenkten unteren Höhen (Präsenzbereich) entsteht ein leicht entspannter Eindruck.
Im Vergleich zum SRH440 besitzt der Air-Fi Matrix² in meinen Ohren mehr Mid- (und Tiefbass), jedoch eine Spur weniger Kickbass (in meinen Ohren ist der Kickbass des Shure etwas angehoben, wenn der Seal stimmt), ebenso sind die Mitten des MeElectronics leicht dunkler als die des Shure. Im Präsenzbereich und ebenfalls in den oberen Höhen ist der Pegel des Shure klar höher, hier jedoch nur minimal.
Beim mobilen Gebrauch bevorzuge ich meist entweder einen annähernd neutralen oder leicht bassbetonten bis warmen Klang, somit passt der MeElectronics hier ganz gut hinein.
Erwähnenswert ist hier noch, dass die Tonalität sowohl bei Bluetooth, als auch bei Kabelbetrieb identisch ist, was leider nicht bei allen Herstellern von Bluetooth-Kopfhörern der Fall zu sein scheint.


Auflösung:


Insgesamt befindet sich die Auflösung auf einem recht ordentlichen Niveau, wenngleich sie etwas unterhalb der des Shure liegt, welcher insbesondere im Tief- und Hochton noch eine kleine Schippe drauflegt und feine Details ein wenig besser präsentiert.
Die einzige Schwäche, die ich dem Air-Fi Matrix² wirklich anlasten kann, ist seine Bassqualität. So ist der Kickbass noch recht sauber und trocken, gen Midbass hingegen verliert der Tiefton an Schnelligkeit, weicht auf, wird schwammiger und klingt etwas stumpf und undifferenziert – im kabellosen Betrieb. Verbindet man den Kopfhörer jedoch per Kabel mit dem Abspielgerät, wird der Tiefton fester und eindeutig weniger schwammig, behält jedoch das Stumpfe und leicht Undifferenzierte, wodurch der Bass manchmal mächtiger erscheint, als er eigentlich ist.
Hier ist der Shure besser, fällt jedoch auch früher ab.
Weiter geht es im Hochton – dieser ist ganz ordentlich aufgelöst, jedoch merke ich Unterschiede zwischen dem kabellosen Betrieb zwischen Geräten, die aptX unterstützen und denen, die es nicht tun, sowie besteht auch hier ein kleiner Unterschied zwischen dem kabellosen und kabelgebundenen Betrieb.
Der Unterschied zwischen Geräten mit aptX und ohne ist zwar nur extrem gering ausgeprägt, jedoch vorhanden und äußert sich in einer differenzierteren Wiedergabe bei Geräten, welche die Übertragung mit dem aptX-Codec unterstützen.
Der Unterschied zwischen dem kabellosen und kabelgebundenen Betrieb ist hier dann größer, wenngleich auch recht gering ausgeprägt und drückt sich gerade im oberen Bereich in einer noch differenzierteren Hochtonwiedergabe aus, die nur minimal schlechter als die des Shure ist.
Den Preis und die Funktionen im Hinterkopf habend, kann man hier von einer sehr gelungenen Präsentation sprechen, die nicht weit hinter der von kabelgebundenen Kopfhörern in der gleichen Preisklasse liegt (mit „nicht weit“ meine ich weniger als eine subjektiv empfundene halbe Klasse).
Zwischen dem kabelgebundenen und kabellosen Betrieb gibt es, bis auf den Bassbereich, nur geringe Unterschiede.
Es ist schön zu sehen/hören, dass sich die Qualität der kabellosen Audioübertragung über Bluetooth in den letzten Jahren deutlich verbessert hat und die Klangqualität kabelloser Kopfhörer nicht mehr arg weit hinter der kabelgebundener Exemplare ist.

Räumliche Darstellung:


Die Bühnendarstellung des Air-Fi Matrix² bezeichne ich als recht gelungen für einen geschlossenen Kopfhörer; Breite und Tiefe stehen in einem guten Verhältnis zueinander. An gänzlich offene Kopfhörer reicht die Bühnenreproduktion in ihrer Ausdehnung und Räumlichkeit nicht heran, auch nicht beim Shure, was jedoch typisch für geschlossene Bügelkopfhörer ist.
Der Shure, der meiner Meinung nach für einen geschlossenen Bügler eine gute räumliche Darstellung abliefert, ist in dieser Hinsicht nicht besser als der MeElec, welcher hier eine gute und glaubhafte Räumlichkeit bietet, die der des Shure in nichts nachsteht. Lediglich die Instrumentenseparation ist beim Shure noch eine Stufe besser und klarer.

Fazit:


MeElectronics liefert mit dem Air-Fi Matrix² AF62 eine wirklich gute Performance für einen kabellosen Bluetooth-Kopfhörer ab und bietet dazu noch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, sowie eine lange Akkulaufzeit.
Es ist erfreulich, zu sehen/hören, dass die Wiedergabe über Bluetooth in den letzten Jahren einen sehr großen Schritt nach vorn getan hat und man Bluetooth zur Audioübertragung definitiv nicht mehr belächeln kann.
Zwar bietet ein gänzlich kabelgebundener Kopfhörer für den gleichen Preis eine etwas bessere Audiowiedergabe, bedenken muss man dabei jedoch, dass dieser nicht die ganze Übertragungs-, Verstärkungs- und Batterietechnik bereithalten muss, die einerseits Platz, andererseits natürlich auch Geld kostet, jedoch bekommt man mit dem Air-Fi Matrix² einen ausgewogenen Kopfhörer, der sich bis auf die qualitative Schwäche im Bassbereich wirklich nicht hinter anderen Kopfhörern verstecken muss und zeigt, dass man auch für unter 100€ ernstzunehmende kabellose Kopfhörer bekommt.