Translate

Brainwavz M3 Review 🇩🇪



Prolog:

Vor Beginn des eigentlichen Reviews möchte ich mich bei Pandora von GPGSHK und Brainwavz für das Bereitstellen eines Exemplars des Brainwavz M3 für mein Review bedanken.

Brainwavz ist eine chinesische Firma, die besonders für die Produktion von Kopfhörern mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis bekannt ist.
Der M3, der außer dem Namen rein gar nichts mit dem gleichnamigen deutschen Sportwagen aus Bayern gemeinsam hat (
J), stellt die Spitze der „M“-Serie dar. Erhältlich ist der M3 ausschließlich in einer Ausführung mit schwarzem Gehäuse und ohne Fernbedienung oder Mikrofon.

Erhältlich ist der M3 auch bei Amazon: http://amzn.to/1mE1DD4


Technische Daten:

Schallwandler: dynamisch, 10,7 mm
Impedanz: 20 Ohm

Tonumfang: 20 Hz ~ 20 kHz
Empfindlichkeit: 115 dB bei 1 mW
Kabel: 1,3 m, versilbert
Stecker: 3,5 mm vergoldet


Lieferumfang:

Geliefert wird der M3 in einer in den Brainwavz-Farben Schwarz und Rot gestalteten Pappschachtel mit Sichtfenster auf den Hörer. Unterhalb des Sichtfensters auf der Vorderseite befindet sich eine glänzende, erhabene, schemenhafte Abbildung des M3. Auf der Rückseite befinden sich die technischen Daten, eine Angabe des Inhalts und weitere Informationen über den In-Ear.
Durchbricht man das Siegel der Verpackung, wird der M3 freigelegt, dessen fest angebrachtes Kabel sich noch zum Teil im bekannten schwarz-roten Aufbewahrungsetui befindet, das zudem einen Kleidungsclip, ein Paar Comply Foam Schaumstoffaufsätze, sechs Paar Silikonaufsätze (die auf der Innenseite des Schallkanals je nach Größe farblich markiert sind) in drei verschiedenen Größen und schließlich ein Paar Doppelflansch-Aufsätze beinhaltet.





Verarbeitung:

Gefertigt ist das Flaggschiff der M-Serie größtenteils aus hochwertigem Kunststoff, besitzt am Hörer selbst jedoch schöne Aluminium-Applikationen zur Zier, und nicht zuletzt besteht der vordere Teil des Gehäuses, das dort eine Reflex-Öffnung besitzt, ebenfalls komplett aus Aluminium.
Das Kabel, welches ebenfalls wie bei den älteren Versionen des SoundMagic E10 verdrillt und dann überzogen wurde, ist dünn und leicht, aber stabil, könnte jedoch eine Spur weniger störrisch sein.
Unterhalb des Y-Splitters gibt es ausreichenden und guten Knickschutz, oberhalb davon und an den In-Ears selbst fehlt dieser jedoch.
Typisch für Brainwavz ist der 3,5 mm Stecker um 45° angewinkelt, wovon ich persönlich nicht unbedingt ein großer Fan bin, jedoch ist das Kabel an dieser Stelle sehr flexibel und biegsam, wodurch der Stecker nicht negativ auffällt.


Tragekomfort, Isolation:

Wahrscheinlich ist aufgrund des Stegs eine Trageweise mit dem Kabel nach unten vorgesehen, mir ist es jedoch auch möglich, den M3 seitenkorrekt mit den Kabeln über den Ohren geführt zu tragen, was Kabelgeräusche minimiert und den Halt verbessert.
In meinen Ohren lässt sich der Brainwavz bei beiden Methoden recht bequem tragen.
Die Isolation reicht aufgrund der Reflex-Öffnung nicht an gänzlich geschlossene In-Ears heran, ist meiner Meinung nach jedoch trotzdem obere Mittelklasse im Bezug auf die Intensität.


Klang:

Als Abspielgerät diente mein iBasso DX90; das Musikmaterial lag hauptsächlich als CD-Rips (16 Bit, 44,1 kHz) vor, jedoch kamen auch Hi-Res Material und MP3s (320 kBps cbr) zum Einsatz. Gehört wurde mit den großen Silikonaufsätzen.

Tonalität:

Den Klang des Brainwavz M3 kann man als sehr kultiviert und ausgewogen beschreiben.
Der Bassbereich ist gleichmäßig leicht angehoben, also etwas nördlich von neutral angesiedelt, mit einem Fokus auf den Midbass – von einer wirklichen Betonung oder gar Basslastigkeit kann man hier jedoch nicht wirklich sprechen, denn der Tiefton ist gerade richtig angehoben, sodass Menschen, die einen sehr ausgewogenen Klang suchen, jedoch einen komplett neutralen Bassbereich als zu langweilig empfinden, auch auf ihre Kosten kommen.
Der Kickbass besitzt etwas weniger Pegel als der Midbass; der Tief(st)bass fällt nur leicht ab. Vom Oberbass in den Bereich des ganz minimal angehobenen unteren Grundtons ist der Übergang fließend; dem Tiefton kann man eine moderate wärme attestieren.
Aus den Mitten hält sich der Tiefton vorbildlich gänzlich raus. Von den Mitten sprechend: diese sind in meinen Ohren präsent und tonal korrekt, wirken jedoch aufgrund der moderaten Senke zwischen 1 und 3 kHz (Präsenzbereich) etwas entschärft und somit nie aufdringlich.
Ab 3 kHz steigt der Pegel von den mittleren Höhen bis in die oberen Höhen an, in denen es bei ca. 8 kHz einen Peak gibt, der dem Klangbild Frische verleiht, jedoch nicht nervt. Trotz der Betonung an dieser Stelle wirkt der Hochton für mich natürlich und weder blechern noch scharf, was auch der guten Auflösung in diesem Bereich geschuldet ist. Der Ausklang von Becken ist sehr sauber und im Superhochton gibt es bei ca. 13 kHz eine breitbandige Betonung.

Typisch für In-Ears mit dynamischem Treiber ist der Tonumfang des M3 sehr groß, weshalb auch sehr tiefe Töne bei 25 Hz und sehr hohe Töne bei 17 kHz noch mit ordentlich Pegel wiedergegeben werden.

Auflösung:

Die Auflösung des Flaggschiffes der M-Reihe ist insbesondere im Mittel- und Hochton sehr gut, mit einer einwandfreien Sprachverständlichkeit bei sehr geringer Lautstärke. Den Brainwavz R3, der auf zwei dynamische Treiber je Hörerseite setzt, schlägt der M3 insbesondere im Mittelton, der beim R3 doch ein wenig wollig und bedeckt wirkt.
Dem Logitech UE600vi (ehemals als Super.Fi 5 bekannt) und Phonak Audéo PFE 132, beides In-Ears mit einem Balanced Armature Treiber je Hörerseite, muss sich der M3 in Sachen Mittel- und Hochtonauflösung knapp geschlagen geben, ist jedoch nicht weit hinter diesen und schlägt beide in Sachen Hochtonumfang und den UE600vi bei der Mittenwiedergabe, die beim Logitech etwas dosig wirkt. Der Sennheiser IE 80 schlägt den M3 in Sachen Auflösung, kostet aber auch knapp das Dreifache.
Der Tiefton ist recht kontrolliert und weicht auch gen Tiefbass nicht auf, jedoch merkt man dem M3 hier an, dass er keinen BA-Treiber verwendet, was sich in einem trotz guter Kontrolle leicht weichen Bass bemerkbar macht, der jedoch wesentlich trockener als der matschige und mächtig angehobene Bass des Sennheiser IE 80 ist. Die BA-Treiber des Phonak und Logitech sind hier klar schneller und trockener, weichen jedoch im Vergleich zu ihrem Midbass im Tiefbass auch etwas auf, wohingegen der M3 im Tiefton gleichmäßig fest und kontrolliert spielt.
Den teureren R3 schlägt der M3 im Tiefton in Sachen Basskontur und Körper.

Räumliche Darstellung:

Die seitliche Ausdehnung ist beim M3 nur gutes Mittelmaß und etwas geringer als beim Brainwavz Jive, R1 oder Sennheiser IE 80 ausgeprägt.  Dafür bietet die imaginäre Bühne des M3 jedoch eine wirklich beeindruckende und echt wirkende Tiefe mit guter Instrumentenseparation und -platzierung, präziser Tiefenstaffelung und gutem Layering.
Obwohl der abgebildete Raum des M3 klar kleiner als der des R1 oder IE 80 ist, schafft er es, eine präzisere Abbildung in der Tiefe darzustellen.
Die Instrumentenseparation des UE600vi ist etwas schärfer, dafür gewinnt der Brainwavz jedoch in Sachen Instrumentenplatzierung und Layering. Auch den Phonak, der in meinen Ohren keine wirklich zusammenhängende Bühne besitzt, schlägt der M3, dessen Bühne sehr kohärent und authentisch wirkt und zudem eine tolle Luftigkeit besitzt.


Fazit:

Das Flaggschiff der M-Reihe von Brainwavz weiß mit einer tollen Auflösung im Hoch- und Mittelton, einem ausgewogenen Klangbild und einer fantastischen Bühnenabbildung, die eine gute


Instrumentenplatzierung und räumliche Tiefe bietet, zu überzeugen. Lediglich am Tiefton, der für mein Empfinden nach ein wenig fester sein könnte, gibt es von meiner Seite aus ein wenig Kritik; ich bin aber auch an den schnellen und festen Bass von Balanced Armature Treibern gewöhnt und habe eigentlich bei allen In-Ears mit dynamischem Bass bis hin zum Sennheiser IE 800 die gleichen Sachen im Tiefton zu bemängeln, von daher ist dies hier Meckern auf hohem Niveau (schneller, trockener und fester als beim Sennheiser IE 80 oder SoundMagic E10 ist der Tiefton des M3 immerhin allemal).
Die Vorteile überwiegen deutlich gegenüber den geringen Nachteilen und für die aufgerufene UVP bekommt man viel ausgewogenen und erwachsenen Klang für vergleichsweise wenig Geld, und ich kann aufrichtig sagen, dass der M3 definitiv zu meinen Lieblings-In-Ears im Bereich unter 100€ zählt.