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HiFime 9018D Sabre USB-DAC Review 🇩🇪



Prolog:

Vor Beginn meines eigentlichen Reviews möchte ich mich bei Nick von HiFime für das Bereitstellen eines Exemplares des 9018D im Gegenzug für meine ehrliche Einschätzung bedanken.

HiFime, bei denen alles mit der Produktion des Tripath TK2050 Chips für Lautsprecher begann, ist heutzutage insbesondere für portable DACs mit hochwertigem Wandler, jedoch einem guten Preis-Leistungsverhältnis bekannt.
Mit dem 9018D hat das Team aus Chinesen und Europäern einen semi-portablen DAC vorgestellt, in dem der in Audiokreisen geschätzte Sabre ES9018K2M Chip sein Werk verrichtet.


Technische Daten (Herstellerangaben):

Lautstärkeregelung: digital verlustfrei in 0,5 dB-Schritten (insg. 255 Schritte)
DAC: ES Sabre ES9018K2M
Abtastrate/Auflösung: bis 384 kHz/32 Bit
USB: asynchron
Ausgang: 3,5 mm Stereo & optisch digital
SNR: 112.5dB @ 1kohm, 109dB @ 600ohm
THD: 0.0035% @32ohm, 20mW
Kanalübersprechen: 1kHz, 10kOhm: -125dB, 1kHz, 32ohm -125dB
Ausgangsleistung: 3Vrms@1kHz. 2Vrms / 125mW @ 32ohm
Ausgangsimpedanz: 2 Ohm
Leistungsaufnahme: Standby 180-200 mA, max. 280 mA
Abmessungen: 90mm x 60mm x 13mm


Lieferumfang:

Der Lieferumfang des kleinen Wandlers fällt spartanisch aus und so befinden sich im Luftpolsterumschlag lediglich ein Micro USB Kabel und der 9018D selbst. Auf eine Schnellstartanleitung aus Papier, ein Aufbewahrungsetui oder aufklebbare Gummi- oder Filz-Füße wird verzichtet, was ich dem kleinen DAC aufgrund seines Preises und der Funktionen aber auch nicht wirklich verübeln kann.



Optik, Haptik, Verarbeitungsqualität:

Der kleine und recht leichte DAC besitzt in etwa das Format einer Zigarettenschachtel, ist jedoch nur

halb so hoch wie diese (ich selbst bin Nichtraucher, hatte beim Testen jedoch gerade eine zur Hand). Das eigentliche Gehäuse besteht aus schwarzem Metall und hat auf der Oberseite das HiFime Logo samt Schriftzug aufgebracht; Vorder- und Rückseite bestehen aus schwarzem semi-transparentem Kunststoff und tragen oberhalb der Tasten und Anschlüsse weiße Beschriftungen.
Die Verarbeitungsqualität ist allgemein für den aufgerufenen Preis  gut, einzig der Druckpunkt der Tasten ist ein wenig undefiniert. In den 3,5 mm Kopfhörerausgang rasten Klinkenstecker schön satt, fest und sicher ein.







Funktionen, Anschlüsse:

Will man den DAC an einem Windows Rechner nutzen, muss man zuerst von der HiFime Webseite die Treiber herunterladen und installieren, was jedoch sehr schnell und einfach vonstattengeht. Nach der Installation und einem Neustart lässt sich der DAC dann in der Systemsteuerung auswählen.

Auf der Vorderseite befinden sich in der Mitte ein orangefarbenes LC-Display mit großen  Zahlen sowie zwei Knöpfe zum Justieren der Lautstärke, welche verlustfrei digital in sehr feinen 0,5 dB-Schritten von -127,5 bis 0 dB geregelt wird. Der 3,5 mm Klinkenausgang, welcher praktischerweise
auch als optischer Digitalausgang fungiert, befindet sich links auf der Rückseite, rechts sind der Micro USB-Eingang und ein Schalter für USB Full Speed (12 MBps) und Hi Speed (480 MBps) verbaut.

Beim Einschalten des DAC lässt sich mit der linken Auswahltaste zwischen zwei Digitalfiltern wechseln; die rechte dient zum Einstellen der Bildschirmhelligkeit, welche sich in sieben Stufen regeln lässt.
Im Betrieb zeigt das LC-Display beim Benutzen der Tasten die Lautstärke, danach die aktuelle Samplingfrequen an, was sehr praktisch ist. Nach wenigen Sekunden dimmt das Display automatisch.
Ein kleiner Wehrmutstropfen ist, dass sich im laufenden Betrieb weder die Digitalfilter noch die Helligkeit ändern lassen, dafür bleiben nach dem Ausstecken und erneuten Einstecken die Einstellungen für Filter, Lautstärke und Helligkeit gespeichert, was ich als sehr praktisch empfinde.







Klang:

Genutzt habe ich den 9018D an meinem Windows 7 Rechner mit Foobar als Abspielsoftware, hauptsächlich den Ultimate Ears Triple.Fi 10, Shure SSE846 und Sennheiser IE 800 als Kopfhörer und MP3s, FLACs und Hi-Res Dateien als Musikmaterial.

Ausgangsimpedanz, Frequenzgang:

Sehen wir uns mal meine Messungen des Frequenzganges mit beiden Digitalfiltern ohne angeschlossene Last an: 




Der Frequenzgang ist vorbildlich linear und der slow roll-off Filter ist in den Frequenzgang nur behutsam eingearbeitet.

Von HiFime wird die Ausgangsimpedanz des 9018D auf der Webseite mit 2 Ohm angegeben – was jedoch nicht wahr ist, denn diese liegt in der Realität erfreulicherweise weitaus darunter, ja sogar weitaus unter einem Ohm, wie meine Messungen mit dem Ultimate Ears Triple.Fi 10 als Last zeigen, welcher aufgrund seines nichtlinearen Impedanzganges an höherohmigen Quellen insbesondere im Hochton einbricht, jedoch nicht am HiFime:



Das sind richtig gute Werte, anhand derer die Ausgangsimpedanz des DAC eher bei 0,1 Ohm liegen dürfte und sich aufgrund des nicht vorhandenen Bassabfalls mit niederohmigen In-Ears keine Koppelkondensatoren im Signalweg befinden.

Rauschen:

Dies ist der einzige kleine klangliche Kritikpunkt, den ich am 9018D finden konnte. An sehr empfindlichen In-Ears wie dem Triple.Fi 10 oder dem extrem empfindlichen SE846 hört man mit dem kleinen DAC Grundrauschen, das sich in etwa auf dem Niveau eines BlackBerry Q10 (falls jemand dieses auch mal mit empfindlichen In-Ears genutzt hat), jedoch ein wenig darunter befindet, also in leisen Passagen der Musik noch etwas höher als nur leise hörbar ist. Mit dynamischen In-Ears, die meist weniger empfindlich sind, ist nur bei enorm genauem Hinhören bei leeren Audiodateien ein extrem geringes Rauschen wahrnehmbar, welches aber auch in leisen Passagen der Musik logischerweise verschwindet; mit Bügelkopfhörern spielt der 9018D wie erwartet komplett rauschfrei.
Somit ist er für Personen, die sehr rauschempfindlich sind und In-Ears mit einem sehr hohen Wirkungsgrad verwenden, in leisen Passagen der Musik nur bedingt empfehlenswert.
Auch mit dem enorm empfindlichen SE846 ist das Rauschen jetzt jedoch nicht sehr laut, aber hörbar vorhanden.

Auflösung, Präzision, Bühne:

Kurz auf den Punkt gebracht würde ich den Klang des 9018D als eine Mischung aus dem iBasso DX90 und LH Labs Geek Out IEM 100 mit einer Tendenz zum iBasso beschreiben.
Die Auflösung befindet sich auf einem hohen Niveau und besitzt eine gute Klarheit. Die Klangsignatur ist, typisch für den Sabre-Chip, analytisch, die Bühnendarstellung sehr breit, jedoch mit einer ausgewogenen Tiefe und guter Instrumentenseparation. Im Vergleich zum Geek Out ist der Klang im Hochton etwas heller und schneller, jedoch nicht spitz, also mit dem iBasso gut vergleichbar.
Die Bühne ist größer als beim Geek Out und in meinen Ohren mit der des iBasso ziemlich identisch.

Der analytisch-detailreiche Klang des 9018D gefällt mir sehr gut.

Mit dem slow roll-off Filter klingt der Hochton etwas sanfter, befindet sich jedoch nicht merklich im Hintergrund, genau wie beim Geek Out mit dem slow roll-off Filter. Dadurch ist er für alte und schlechte Aufnahmen mit verzerrendem und schlecht gemastertem Hochton die gutmütigere Wahl.
Mit dem slow roll-off Filter gewinnt die Bühne in meinen Ohren auch noch etwas an Tiefe.


Fazit:

Der 9018D macht eigentlich nichts falsch – er besitzt eine tolle feinstufige Lautstärkeregelung mit einem guten Display, eine extrem niedrige Ausgangsimpedanz, einen sehr detaillierten, analytischen und präzisen Klang, hochwertige Bauteile, einen optischen Digitalausgang und eine geringe Größe.

Meine einzigen Kritikpunkte beziehen sich auf das Fehlen von Gummifüßen, die Tasten mit dem etwas undefinierten Druckpunkt und das an extrem empfindlichen In-Ears auch während der Wiedergabe etwas hörbare Grundrauschen – diese Dinge sind jedoch eher Kleinigkeiten gemessen am ansonsten perfekten Gesamtpaket.

Für den Preis ist der HiFime 9018D ein kleiner Geheimtipp und bekommt von mir einen Daumen nach oben.