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Brainwavz S3 - Review 🇩🇪


Prolog:

Von der GPGSHK, Inhaber von Brainwavz (deren neue Website inklusive Shop nun http://www.brainwavzaudio.com/ ist), wurde ich gefragt, ob ich Interesse hätte, ein neues Produkt zu testen, wozu ich mich bereiterklärte.
Bei jenem ominösen neuen Kopfhörer handelt es sich um einen neuen In-Ear aus Brainwavz‘ S-Serie, dem S3, welcher mit flachem Kabel, verschiedenen Aufsatztypen, einer Fernbedienung inklusive Mikrofon und einem silbern glänzenden Gehäuse daherkommt.

Wie sich das neueste Produkt der Chinesen denn so macht, könnt ihr nachfolgend lesen.


Brainwavz S3 bei Amazon: http://amzn.to/1stYjhc

Technische Daten:

Schallwandler: dynamisch, 8 mm
Impedanz: 16 Ohm
Frequenzgang: 16 Hz bis 22 kHz
Empfindlichkeit: 96 dB @ 1 mW
Eingangsleistung: 10 mW
Stecker: 3,5 mm, vergoldet
Kabel: 1,3 m, Kupfer


Lieferumfang:

Die In-Ears kommen in einer dunkel gestalteten Verpackung, welche auf der Vorderseite ein Bild des S3 mitsamt einem großen Brainwavz Logo besitzt. Auf der Rückseite befinden sich eine kurze Klangbeschreibung, eine Liste mit dem enthaltenen Zubehör, eine Auflistung der technischen Daten und schließlich nochmals das Zubehör bildlich dargestellt.
Die Vorderseite lässt sich aufklappen und enthält auf der linken Seite, neben einer Beschreibung der Firma, beschriftete Querschnittsbilder der In-Ears, Comply Foam Aufsätze und des Kabels. Auf der oberen Hälfte der rechten Seite werden die Funktionen der Kabelfernbedienung näher erklärt, darunter befindet sich ein Sichtfenster mit dem dahinter liegenden typischen schwarz-roten Brainwavz Etui.
Neben den In-Ears und dem typischen Brainwavz-Etui sind im Lieferumfang drei unterschiedlich große Paare an Silikonaufsätzen mit weitem Schallaustritt, drei unterschiedlich große Paare Silikonaufsätze mit engerem Schallaustritt, ein Paar Doppelflansch-Silikonaufsätze, ein Paar Dreifach-Flansch Silikonaufsätze und schließlich ein Kleidungsclip, auf welchem man das weiße Brainwavz Logo samt Schriftzug wiederfindet, enthalten.












Optik, Haptik, Verarbeitung:

Die In-Ears besitzen ein flaches Kabel mit einem für Brainwavz untypischen geraden Klinkenstecker,
was ich jedoch als Vorteil gegenüber des um 45° gewinkelten „Brainwavz-Steckers“ sehe.
Der Knickschutz am Kabel und den In-Ears ist an sich nicht schlecht, jedoch etwas steif, weswegen er wohl etwas weniger wirksam ist. Trotzdem wirkt das Kabel stabil als auch langlebig und besitzt erfreulicherweise oberhalb des Y-Splitters einen Kinn-Schieber.
Die Fernbedienung besteht aus mattschwarzem, eher hartem Gummi und besitzt drei weiche Gummitasten, welche jedoch recht tief eingedrückt werden müssen, bis der Druck erfolgt – das gefällt mir beim Brainwavz Jive dann doch etwas besser.
Die In-Ears selbst sind aus halb glänzend poliertem silberfarbenem Metall hergestellt und besitzen im Gehäuse je eine kleine Reflexöffnung.
Stellenweise hätten die Gehäuse noch minimal besser entgratet werden können.

Die standardmäßig installierten weiten Aufsätze sind eher von minderer Qualität, dünnwandig und labberig. Die inkludierten engeren Aufsätze hingegen sind qualitativ recht hochwertig und dickwandig.





Tragekomfort, Isolation:

Der Tragekomfort der In-Ears ist recht angenehm, denn sie lassen sich sowohl mit dem Kabel nach unten als auch um die Ohren gelegt tragen.
Bei der Trageweise mit dem Kabel nach unten ist mehr Mikrofonie als mit runden Kabeln vorhanden, diese verringert sich jedoch deutlich, sobald man die professionellere Trageweise mit der
Kabelführung über den Ohren wählt.
Wie bereits vorhin erwähnt, sind die weiten Ohrpassstücke nicht sonderlich gut und recht wabbelig. Dies hat zur Folge, dass es recht lange dauert, bis ich mit jenen einen guten und sicheren Sitz inklusive Seal erreiche. Mit den Aufsätzen mit der schmalen Schallaustrittsöffnung bekomme ich hingegen auf Anhieb einen guten und sicheren Sitz sowie Seal hin, ohne längere Zeit nachjustieren zu müssen – dafür ist es eine Fummelei, die Aufsätze auf die Schallröhrchen zu bekommen.

Die Isolation würde ich als obere Mittelklasse bezeichnen, jedoch ist sie auch ein wenig von den verwendeten Aufsätzen abhängig, denn diejenigen mit der engeren Schallaustrittsöffnung isolieren stärker als jene mit der weiten Öffnung.
Ganz so gut wie beim Brainwavz Jive ist die Isolation nicht, jedoch besser als beim M3.


Fernbedienung, Mikrofon:

Haptisch ist die Fernbedienung nicht unbedingt ein Highlight und die Knöpfe benötigen einen verhältnismäßig großen Hub, bis die Reaktion erfolgt, jedoch ist der Druckpunkt am „Boden“ der Knöpfe hör- und fühlbar, weswegen das Betätigen dieser kein metaphorisches Stochern im Dunkeln darstellt.
Wie zu erwarten war, funktionier die Fernbedienung bei Apple-Geräten einwandfrei im vollen Umfang, bei Android- und BlackBerry-Geräten hingegen zeigt nur die mittlere Taste Wirkung.
Etwas ungewöhnlich befindet sich die Fernbedienung auf der linken statt der rechten Seite und ist etwas zu hoch, wenn man die In-Ears mit dem Kabel über den Oren trägt.

Die Sprachqualität und –verständlichkeit sind beim S3 gut, jedoch klingen Stimmen etwas zu dünn.






Klang:

Als Quellgeräte dienten diesmal mein iBasso DX90 und HiFime 9018D; das Musikmaterial lag im FLAC- und bestmöglichen MP3-Format vor.

Tonalität:

Weite Aufsätze:

Die allgemeine Klangsignatur des S3 ist ein wenig dunkel, jedoch nicht übermäßig bassig. Der untere Grundton ist zusammen mit dem Kick- und Midbass um ca. 4-5 dB angehoben, also nicht zu sehr präsent. Im Vergleich zum Brainwavz Jive ist der S3 also etwas gemäßigter abgestimmt, jedoch bassiger als etwa der M3 und R3. Gen Tiefbass rollt der Pegel ab.
Die Mitten sind präsent, jedoch nicht wirklich betont (gegensätzlich zum Jive) und tonal gut gelungen, mit einer geringen Tendenz zum dunklen Charakter.
Der Hochton ist etwas im Hintergrund, jedoch noch immer klar genug, um nicht wollig zu wirken, jedoch einen entspannten Eindruck zu hinterlassen. Ich würde sagen, der Hochton ist nur minimal mehr im Hintergrund als beim R3, jedoch in den mittleren Höhen ein wenig unruhig, wodurch insbesondere Blasinstrumente ein kleinwenig gepresst klingen. Im Superhochton rollt der S3 dann stärker als der R3 ab.

Enge Aufsätze:

Mit den Aufsätzen mit der engen Schallaustrittsöffnung wird der Bass ein wenig präsenter, besonders im Kickbass, jedoch nicht mehr als 1-1,5 dB. Der Tiefbass rollt etwas weniger ab, die Grundtonbetonung erstreckt sich etwas höher und hört erst im mittleren Grundton auf, wodurch der Tiefton mächtiger wirkt. Die Mitten bleiben gehörmäßig unverändert, der Hochton verbessert sich jedoch, denn die geringe Unruhe in den mittleren Höhen verschwindet und der obere Hochton klingt natürlicher und erhält etwas mehr Pegel.

Auflösung:

Wie von Brainwavz zu erwarten war, ist die Auflösung für den Preis richtig gut, besonders mit den engen Aufsätzen, mit denen ich im Mittel- und Hochton gegenüber denen mit der weiten Schallaustrittsöffnung mehr Details wahrzunehmen vermag.
Der Jive besitzt zwar den prominenteren Mittelton, welcher dadurch im ersten Moment höher auflösend erscheinen kann, doch deckt der S3 hier mehr Details auf.
An den M3 reicht der S3 nicht ganz heran, sondern ist eher mit dem R3 vergleichbar.

Der Bassbereich ist erfreulicherweise etwas schneller als beim M3, aber insbesondere schneller als beim Jive, welcher mir doch eine Spur zu langsam und weich ausschwingt. Trotzdem scheint es so, als decke der M3 mehr Details auf.
Mit den engeren Aufsätzen erscheint mir der Bass übrigens noch eine Spur fester.

Räumliche Darstellung:

Die seitliche Bühnenausweitung ist ganz ordentlich, jedoch besitzt der S3 auch etwas Tiefe, wenngleich im Verhältnis weniger. Die Tiefe-zu-Breite-Relation des M3 wurde hier also umgedreht, könnte man sagen.
Im Vergleich zum M3 fällt jedoch die etwas nebliger erscheinende Instrumentenseparation auf, bei der Instrumente auf der virtuellen Bühne ein wenig ineinander übergehen und im Vergleich weniger gut getrennt werden. Schlecht ist die Bühne jedoch keinesfalls, doch im direkten Vergleich mit dem M3 etwas weniger präzise.


Fazit:

Der Brainwavz S3 ist insgesamt ein richtig guter In-Ear mit einer warmen, gefälligen, jedoch nicht
übertriebenen Klangsignatur. Die Bühnendarstellung und Auflösung befinden sich auf einem hohen Niveau, doch macht das der M3 ein wenig besser.
Durch die Verarbeitung, welche wie auch die Aufsätze mit der weiten Schallaustrittsöffnung besser hätte sein können, sowie der etwas unter dem M3 liegenden Performance reicht es jedoch nur zu einem sehr soliden „gut“. Zu einem „sehr gut“ müsste der S3 etwas verfeinert werden, jedoch ist das Gesamtpaket, wie es jetzt vorliegt, auch nicht schlecht.