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MeElectronics A151 2nd Generation - Review 🇩🇪

Prolog:

Bevor ich mit meinem eigentlichen Review beginne, möchte ich mich bei Mike von MeElectronics für das Bereitstellen eines Exemplares des A151 der zweiten Generation im Austausch für meine ehrliche Einschätzung bedanken.

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich die erste Generation des A151 bei Amazon gekauft und in
einer Mini-Review-Serie gegen diverse andere Single-BA In-Ears antreten lassen. So konnte mich der alte A151 für den Preis sehr überzeugen und sogar den teureren UE600vi (ehemals als Super.Fi 5 bekannt) schlagen, wenngleich der Hochton für meinen Geschmack noch ein wenig unnatürlich verhangen und dunkel war. Für den Preis war der A151 jedoch ein extrem guter Hörer.
Nun hat MeElectronics vor einiger Zeit den A151P erneuert und mit dem erneuerten Knowles SR-31843 Treiber ausgestattet; kürzlich erfolgte diese Frischzellenkur dann auch beim A151, also der Variante ohne Mikrofon.
Wie sich der A151 2nd Generation vom Vorgänger unterscheidet, könnt ihr hier nachlesen.

Erhältlich sind die In-Ears bei Amazon: http://amzn.to/23VLc3x


Technische Daten:

Schallwandler: Micro Balanced Armature (BA)
Tonumfang: 20Hz – 19.5KHz
Empfindlichkeit: 111 dB (1mW at 1KHZ)
Impedanz: 32 Ohm
Anschluss: gerader 3,5 mm vergoldeter Klinkenstecker
Kabel: verdrillt, schwarz, 135 cm
Bauweise: intraaural (In-Ear)
Lieferumfang: 5 Paar Silikonaufsätze (S/M/L; Doppelflansch; großer Dreifach-Flansch), 1 Reißverschluss-Etui
Garantie: 1 Jahr
Abmessungen: 0,25 in. H x 0,3 in. B x 0,7 in. L
Gewicht: 0,75 lb



Lieferumfang:

Die Aufmachung der Verpackung unterscheidet sich nicht vom Vorgänger.
Die Vorderseite ist weiß, besitzt ein großes Bild der In-Ears und unterscheidet sich von der des Vorgängers lediglich durch einen schwarzen Aufkleber in der linken oberen Ecke, der auf die Überarbeitete Version mit dem neuen Treiber hinweist.
Die Rückseite der Verpackung ist mit der alten Version absolut identisch und besitzt den Frequenzgraphen des alten Modells (eine Gegenüberstellung der Graphen der alten mit der neuen Variante findet man auf der MeElectronics Webseite).
Auf der Seite klebt über den technischen Daten des originalen A151 ein Aufkleber mit den Technischen Daten des überarbeiteten Treibers.
Ohne die beiden Aufkleber könnte man die Verpackungen nicht voneinander unterscheiden.



Der Lieferumfang des A151 der zweiten Generation unterscheidet sich nicht von dem seines Vorgängers, und so wird das gleiche Reißverschlussetui mit fünf Paaren an schwarzen Silikonaufsätzen (drei reguläre Paare an Einfach-Flansch Aufsätzen in drei verschiedenen Größen, ein Paar Doppel-Flansch Aufsätze und schließlich ein Paar an großen Dreifach-Flansch Aufsätzen) mit den In-Ears zusammen geliefert.






Optik, Haptik, Verarbeitung:

Der A151 der zweiten Generation unterscheidet sich optisch nicht im Geringsten von seinem Vorgänger und besitzt das gleiche Gehäuse mit einer kleinen Reflex-Öffnung, den gleichen Y-Splitter mitsamt Kinn-Schieber, den gleichen geraden 3,5 mm Klinkenstecker und das gleiche verdrillte Kabel.

Wie auch bei seinem Vorgänger ist die Verarbeitungsqualität also exzellent, mit einem sehr flexiblen, verdrillten Kabel. Trotzdem hätte ich mir eine optische Unterscheidung vom Vorgänger gewünscht, sei es in Form eines anderen Aufbewahrungsetuis oder Klinkensteckers – denn Besitzer beider Modellgenerationen haben ohne Modifikationen keine Möglichkeit, beide In-Ears voneinander zu unterscheiden.


Tragekomfort, Isolation:

Das Gehäuse besitzt eine für alle Ohranatomien geeignete Größe und die Aufsätze saugen sich sehr schnell und sicher im Gehörgang fest. Obwohl der A151 mit den Kabeln über den Ohren geführt
werden sollte, kann er auch bequem nach unten getragen werden (manche Menschen empfinden dies als angenehmer – andere hingegen, einschließlich mir, bevorzugen die intendierte Trageweise mit den Kabeln über den Ohren, welche den Sitz und Halt verbessert sowie Kabelgeräusche reduziert).
Durch das sehr flexible Kabel gibt es keine Probleme mit Verheddern und Mikrofonie ist bei der „professionellen“ Trageweise auch nicht vorhanden.

Obwohl sich im Gehäuse eine kleine Öffnung befindet, isoliert der A151 sehr gut und beinahe auf UE900-Niveau.


Klang:

Der Klang des A151 der zweiten Generation wurde hauptsächlich mit meinem iBasso DX90 getestet, auf welchem ich FLAC- und hochwertige MP3-Dateien abspielte.

Tonalität:

Auch bei der zweiten Generation des A151 ist der Klang sehr ausgewogen und auf der moderat warmen und dunklen Seite.
Der Bassbereich zusammen mit dem Grundton ist im Vergleich zu einem sehr neutralen In-Ear (wie etwa dem UERM oder Etymotic ER-4S) mit 2-3 dB nur gering angehoben.
Die Bass- und Grundtontonbetonung erstreckt sich bis in den oberen Grundton/die unteren Mitten, wodurch sich Stimmen etwas auf der dunklen Seite befinden.
Der Mittelton ist nicht unterbetont, sondern präsent. Die unteren und mittleren Höhen sind minimal im Hintergrund, der obere Hochton befindet sich etwas stärker im Hintergrund.
Im Superhochton rollt der Pegel ab 12 kHz ab, wobei es bei 16 kHz noch einen Peak gibt.

Die Verwandtschaft zum Vorgänger ist bei der zweiten Generation des MeElectronics A151 heraushörbar, dennoch spielt der neuere In-Ear ausgewogener und natürlicher, insbesondere im Hochton.
Der Bassbereich, insbesondere der Grundton, ist verhältnismäßig etwas weniger präsent und strahlt weniger in die unteren Mitten hinein, weshalb diese weniger warm klingen, was auch am gleichmäßigeren Pegel zwischen 1 und 2 kHz liegt, bei dem der alte A151 noch eine geringe Senke besitzt.
Beim Sweepen fällt auf, dass die mittleren Höhen bei der zweiten Generation weniger im Hintergrund als beim alten A151 stehen, wodurch der gesamte Klang nicht mehr „entspannt“, sondern nur noch „sanft“ ist. Der neue A151 rollt im oberen Hochton minimal später als sein Vorgänger ab; und ebenso reicht der Tiefton minimal weiter nach unten als beim Vorgänger, wenngleich auch der neue A151 im Tiefbass etwas abrollt.
Die größte und wichtigste Verbesserung jedoch hat der Hochton erfahren.

Auflösung:

Befand sich die Auflösung des ersten A151 bereits auf einem hohen Level und überbot die des UE600vi, schafft es die zweite Generation des A151, ihren Vorgänger und somit gleichzeitig auch den UE600vi nochmals zu toppen.
Der Mittelton ist präziser und höher auflösend, Stimmen haben einen natürlicheren und detaillierteren Charakter, welcher Variationen der Sänger besser aufdeckt.
Der Hochton klingt natürlicher und nicht mehr ein wenig gepresst – einerseits könnte man dies auf die andere Tonalität zurückführen, jedoch ist die Auflösung bei höheren Frequenzen auch besser.
Der Bassbereich ist im Vergleich zum Vorgänger hörbar etwas schneller, weicht gen Tiefbass jedoch ebenfalls ein wenig auf.

Räumliche Darstellung:

Wie auch bei den meisten Single-BA In-Ears, die ich gehört habe, ist die Bühne des A151 der zweiten Generation zusammenhängend und dreidimensional. Die seitliche Ausdehnung ist dabei sogar überraschend groß, einhergehend mit einer guten räumlichen Tiefe.
Die Instumentenseparation ist überraschend gut und der zweiten Generation des A151 gelingt es, eine gute und scharfe Abgrenzung einzelner Instrumente mit etwas Platz zwischen diesen zu generieren.

Im Vergleich zum Vorgänger ist die seitliche Ausdehnung beim der zweiten Generation des A151 stärker ausgeprägt. Auch ist die Instrumentenseparation bei der neueren Version etwas besser, wodurch Instrumente und die Bühne allgemein natürlicher erscheinen.
Einhergehend mit der verbesserten, natürlicheren Tonalität und der höheren Auflösung verleiht die bessere und präzisere Räumlichkeit des A151 der zweiten Generation diesem eine bessere Natürlichkeit, die in dieser Preisklasse meiner Meinung nach bei In-Ears mit einem einzigen Balanced Armature Treiber unerreicht ist.


Fazit:

Die zweite Generation des A151 legt im Vergleich zum Vorgänger in allen Bereichen klanglich noch
eine Schippe drauf und übertrifft diesen somit.
Der leicht dunkle und warme Charakter des ersten A151 bleibt erhalten, ist jedoch weniger stark ausgeprägt und verleiht der zweiten Generation des A151 dadurch einen natürlicheren Klang, welcher besonders im Mittel- und Hochton an Realität gewinnt.
Das Preis-Leistungsverhältnis ist exzellent und da die zweite Generation des A151 trotz der etwas höheren Klangqualität nicht mehr als ihr Vorgänger kostet, gibt es keinen Kritikpunkt, außer, dass man den A151 2nd Generation optisch nicht vom Vorgänger unterscheiden kann.