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Signature Acoustics C12, O-16 und Be-09: teils okay, teils naja - Reviews & Vergleich 🇩🇪

Prolog:

Bis vor kurzer Zeit war mir die Firma „Signature Acoustics“ kein Begriff und ich hatte den Namen
noch nie gehört. Als mich Faheem dann bei Head-Fi anschrieb und sich sowie die Firma etwas näher vorstellte sowie fragte, ob ich Interesse hätte, die drei In-Ears des indischen In-Ear Herstellers zu testen, stimmte ich dem zu.

2011 von einer Gruppe aus Enthusiasten und Reviewern des Audio-Vertriebs Pristine Note hervorgegangen ist dann die Firma Signature Acoustics (http://www.signatureacoustics.com/), welche in Indien, jedoch auch international ihre eigenen In-Ears vertreibt.
Faheem hat mir dann die drei Modelle C-12, O-16 und den neuen Be-09 für meine Einschätzung zukommen lassen. Meine drei ursprünglich angedachten Reviews habe ich der besseren Übersicht wegen zu einem vergleichenden zusammengefasst.



Technische Daten:

C-12 Wooden:
UVP: ~40$
Driver: 8 mm (CCAW)
Impedance: 18 Ohms @ 1 kHz
Frequency: 17 to 20 kHz        
Sensitivity: 102 dB
Total length: 1.2 m (split length 28 cm)
Channel Balance: < 2.5% dB @ 1 kHz

O-16 Metal:
UVP: ~55$
Type: Open back
Driver: 8 mm (CCAW)
Impedance: 17 Ohms @ 1 kHz
Frequency: 12 to 22 kHz   
Sensitivity: 102 dB
Total length: 1.2 m (split length 28 cm)
Channel Balance: < 2.5% dB @ 1 kHz
Connector: 3.5mm Gold Plated Stereo Pin

Be-09:
UVP: ~30$
Type: Earphone with Mic (Headset) with Nokia/Apple configuration
Cable Adaptor 3.5mm Male to 3.5mm Female TRRS adapter.
Adapter Pinout: T-T, R1-R1, R2-S, S-R2. Ground and Mic are reversed, so it may be used for compatibility between Apple and Nokia type earphones.
Length: 1.2 m
Driver: 10 mm CCAW
Impedance: 17.5 Ohms
3.5 mm TRRS Gold plated pin


Lieferumfang:

C-12 Wooden:
Siehe Be-09 (das Testmuster kam lediglich in einem durchsichtigen Beutel mit den mittleren Silikonaufsätzen).

O-16 Metal:

Siehe Be-09 (das Testmuster kam lediglich in einem durchsichtigen Beutel mit den mittleren Silikonaufsätzen).

Be-09:

Der Be-09 kommt in einer schwarzen Verpackung, auf deren Vorderseite sich zwei Sichtfenster befinden, welche den Blick auf die In-Ears und das Aufbewahrungsetui freigeben.
Auf deren Rückseite befindet sich beben dem Firmenlogo eine Beschreibung der Firmenphilosophie.

Öffnet man die Verpackung, erwarten einen neben den In-Ears mit einem Kabelclip ein Aufbewahrungsetui aus Echtleder mit eingeprägtem Firmenlogo, drei Paare an Silikonaufsätzen sowie eine Bedienungsanleitung.






Optik, Haptik, Verarbeitung:

C-12 Wooden:


Die In-Ears sind aus gut verarbeitetem, hellem Echtholz gefertigt, auf dessen „Faceplate“ sich ein eingestanztes „SA“ Logo befindet. Das Kabel ist verdrillt und mit einer Schicht aus Kunststoff ummantelt. Der Stecker ist L-förmig, jedoch in einem leichten Winkel. Bis auf direkt am Klinkenstecker ist der Knickschutz leider nur mäßig und recht hart; einen Kinn-Schieber gibt es nicht.
Die Verarbeitung der sehr leichten Gehäuse wirkt sehr wertig, das Kabel könnte jedoch flexibler sein und wirkt feder-artig.
Die Seitenbezeichnungen sind recht schwierig ablesbar.

O-16 Metal:


Wie der Name schon andeutet, besteht das Gehäuse der In-Ears aus Metall und ist gut verarbeitet. Deren Rückseite besitzt in der Mitte ein silberfarbenes Metallgitter, welches von einem orangefarbenen Metallring eingefasst wird, welcher neben der Seitenbezeichnung noch den Signature Acoustics Schriftzug besitzt.
Das Kabel ist ansonsten baugleich mit dem des C-12, besitzt jedoch eine etwas dünnere Ummantelung.

Be-09:



Der neue Be-09 mit halb rot glänzendem und halb schwarzem, gut verarbeitetem Metallgehäuse besitzt auf diesem auf der Unterseite die Seitenbezeichnung. Der Y-Splitter besteht ebenfalls aus rot glänzendem Metall und besitzt das Signature Acoustics Logo, einen Kinn-Schieber gibt es jedoch nicht. Der gerade 3,5mm Klinkenstecker besteht aus schwarzem Metall.
Auch hier ist das Kabel verdrillt und dann überzogen und besitzt am Y-Splitter keinen Knickschutz, an den anderen Übergängen hingegen schon. Auf der linken Seite befindet sich eine Kabelfernbedienung mit einem Druckknopf und Mikrofon.


Tragekomfort, Isolation:

Bei allen drei In-Ears ist der Tragekomfort gleich gut und die Mikrofonie beim Tragen mit dem Kabel nach unten gleich stark ausgeprägt. Trägt man das Kabel hingegen über den Ohren, was sehr gut möglich ist, da die In-Ears recht klein sind, verringert sich die Mikrofonie drastisch, könnte jedoch durch einen Kinnschieber nochmals reduziert werden.

C-12 Wooden:
Die Isolation des C-12 ist ziemlich hoch, da sich im Gehäuse lediglich ein winziges Loch befindet.

O-16 Metal:

Da die Rückseite des O-16 gänzlich offen ist und lediglich durch das Gitter geschützt wird, ist die Isolation folglich kaum ausgeprägt.

Be-09:

Wie auch beim C-12 ist die Isolation des Be-09 recht stark, vielleicht jedoch minimal geringer als beim hölzernen In-Ear ausgeprägt.

Klang:

Getestet habe ich den Klang der In-Ears an meinem Computer mit dem LH Labs Geek Out IEM 100 sowie am iBasso DX80 und Shanling M2.

Tonalität:

C-12 Wooden:
Der C-12 besitz eine basslastige, consumer-orientierte Abstimmung mit fett angehobenem Midbass, Oberbass sowie einem Grundton, welcher deutlich in den Mittelton hineinstrahlt. Die massive Betonung beträgt dabei um die 15 dB und überdeckt bei bassstarken Musikstücken die Mitten ganz klar.
Der Midbass, Oberbass sowie der untere Grundton sind etwa gleich stark angehoben. Erst im Midbass fängt der Pegel an, ganz langsam abzufallen und hört erst in den Stimmen wieder auf. Im Tiefbass fällt der Pegel etwas ab, ist jedoch noch vorhanden.
Der Mittelton ist warm und wirkt weich und voluminös.
Der gesamte Hochton befindet sich bis auf etwas Glitzern in den oberen Höhen im Hintergrund und lässt den Klang mitsamt dem mächtigen Grundton sehr warm, bedeckt und dumpf klingen.

O-16 Metal:
Den Klang würde ich als warm, sanft und bassig bezeichnen.
Der Bassbereich mit dem Grundton zusammen ist um etwa 10 dB angehoben und verleiht dem In-Ear einen warmen Charakter. Die Betonung erstreckt sich gleichmäßig vom Tief- über den Mid- sowie Oberbass und beginnt erst im oberen unteren Grundton abzurollen, und fällt dann gleichmäßig bis in den oberen Grundton ab, in welchen er jedoch noch hineinstrahlt.
Die Mitten sind präsent und etwas auf der warmen Seite, Stimmen klingen jedoch recht gut, ohne zu viel Wärme, obwohl man ihnen eine Wolligkeit und Fülle bei tiefen Stimmen nicht abstreiten kann.
Im Präsenzbereich ist der Pegel abgesenkt, was für ermüdungsfreies Hören sorgt. Bei 5,6 kHz gibt es einen kleinen Peak in den mittleren Höhen, ansonsten befindet sich dieser im Hintergrund und sorgt für einen unangestrengten Klang.

Be-09:
Die Abstimmung des Be-09 lässt sich mit drei Wörtern gut beschreiben: „extrem krasse Badewanne“.
Vom oberen mittleren Grundton an abwärts steigt der Pegel immer weiter bis in den Mid- und Tiefbass an, in welchen die Betonung etwa 16 dB beträgt, jedoch ist der Oberbass dabei auch nicht viel weniger angehoben.
Der Mittelton befindet sich hierbei klar im Hintergrund, ist tonal jedoch recht gut gelöst und befindet sich leicht auf der hellen Seite.
Der darauf folgende Präsenzbereich befindet sich im Hintergrund; im Hochton gibt es von 5,5 bis 7,5 kHz eine gleichmäßige, jedoch stärker ausfallende Betonung, welche aufgrund dessen, dass sie eher breitbandig ausgeprägt ist, nicht spitz erscheint, dem Hochton trotzdem Metalligkeit verleiht.

Auflösung:

C-12 Wooden:
Um die Auflösung besser beurteilen zu können, musste ich den Equalizer bemühen und die stark angehobenen Bereiche etwas reduzieren.
Die Auflösung des C-12 ist nur allenfalls mäßig, mit verschleierten und bedeckt wirkenden Mitten und stumpfen, langsamen, unpräzisen Bässen, was besonders bei schneller Musik und solcher mit größerem Bassanteil auffällt.
Besser als ein billiger "Beipack-Stöpsel" macht der C-12 seine Sache also leider nicht.

O-16 Metal:
Die Auflösung des O-16 befindet sich auf einem recht guten Niveau. Der Mittelton löst wie auch der Hochton ordentlich auf und gibt Instrumente verhältnismäßig differenziert und präzise wieder, doch klingen Stimmen ganz minimal verschleiert.
Der Bassbereich ist verhältnismäßig schnell, wenngleich auf der weicheren Seite, lässt Doppel- und Trippelbässe jedoch gerade noch als solche erkennbar.

Be-09:
Der Be-09 löst insgesamt etwas besser als der C-12 auf, erreicht jedoch ganz klar nicht die Detailfülle des O-16.
Der Hochton ist ähnlich gut auflösend wie der des O-16, in den Mitten erkennt man jedoch nicht so viele Details. Der Tiefton ist zwar nicht schwammig, jedoch auf der weichen Seite und lässt schnelle Bassfolgen leicht vermatschen.
Insgesamt sehe ich den Be-09 auflösungsmäßig ganz knapp näher am O-16 und mehr oder minder mit dem Sennheiser CX200 vergleichbar, was die Detailfülle betrifft.

Räumliche Darstellung:

C-12 Wooden:
Die Bühne wirkt etwa durchschnittlich breit, besitzt dafür jedoch keine sonderlich gute Instrumententrennung. Tiefe ist vorhanden, jedoch lassen sich einzelne Ebenen nicht sehr gut erkennen.

O-16 Metal:
Die Bühne erstreckt sich sehr weitläufig und bietet eine enorme Tiefe und Breite, welche an Bühnenmonster wie den Brainwavz R1 oder Sennheiser IE 80 heranreicht.
Die Instrumentenseparation könnte hingegen etwas besser sein, so gibt es zwischen einzelnen Instrumenten keinen allzu großen Abstand – bei dem Preis kann man dies jedoch noch gerade so verkraften.

Be-09:
Die Bühne wirkt etwas breiter als die des C-12 und besitzt auch mehr Tiefe. Die Instrumentenseparation ist überraschend präzise, wenn man die sonstige Performance des In-Ears betrachtet, und befindet sich etwa auf dem Niveau des O-16. Eine größtenteils ordentliche, wenngleich nicht gute Präsentation, würde ich hier sagen.


Fazit:

Persönliche Präferenzen mal außen vor gelassen, kann man dem C-12 Wooden technisch nicht sonderlich viel abgewinnen. Bei langsamen Aufnahmen ist der In-Ear noch erträglich und der Klang noch nicht zu angestrengt, bei schnellerer Musik und solcher mit höherem Bassanteil jedoch matscht der Bass nur noch und ist unpräzise. Die allgemeine Auflösung wirkt leider auch stumpf, dafür gibt es jedoch keine nervenden Peaks oder große Senken.
Die Verarbeitung ist bis auf das etwas feder-artige Kabel sehr gut für den Preis und frei von jeglicher Kritik, und so gestaltet es sich auch mit dem guten Zubehör.
Alles in allem komme ich auf eine Wertung von 35% oder gerade noch 1,75 von 5 Sternen. Man kann den In-Ear also getrost liegen lassen

Der O-16 ist definitiv die größte Stärke aus dem Produktportfolio von Signature Acoustics. Der Klang ist warm du bassig, jedoch kontrolliert und die Auflösung auch ziemlich gut, wenngleich der Bass noch etwas trockener sein könnte. Der In-Ear besitzt jedoch kaum Isolation, was für manche ein Problem sein kann.
Die Bühne, welche der In-Ear aufspannt, ist richtig toll und sehr weitläufig.
Die Verarbeitung ist richtig gut und ebenso gestaltet es sich mit dem Zubehör.
Alles in allem komme ich beim O-16 auf eine Wertung von 75% oder 3,75 von 5 Sternen.

Der Be-09, der neueste In-Ear in der Runde, bietet eine klassische Spaßabstimmung mit einer stark ausgeprägten Badewannensignatur, bei welcher sich die Mitten typischerweise stark im Hintergrund befinden.
Die Auflösung ist ordentlich, erreicht jedoch nicht das Niveau des O-16. Die Bühne ist auch gut, jedoch nicht ganz so gut wie die des anderen metallenen In-Ears der Firma.
Bei der Verarbeitung und dem Zubehör habe ich nicht viel auszusetzen.
Alles in allem komme ich auf eine Bewertung von 58% oder aufgerundet 3 von 5 Sternen.