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SoundMAGIC E80 - Review 🇩🇪

Prolog:

Vor Beginn meines eigentlichen Reviews möchte ich mich bei SoundMAGIC (http://www.soundmagic.com.cn/en/home/Default.html) und speziell deren europäischer Vertretung,
der KS Distribution (http://www.ksdistribution.co.uk/) für das Bereitstellen des neuen E80 für eine ausführliche, ehrliche Einschätzung und Bewertung bedanken.

Viel Einführung wird der chinesische Kopfhörer-Hersteller SoundMAGIC wohl nicht benötigen, so machte die 2005 gegründete Firma vor ein paar Jahren positive Schlagzeilen und löste einen weitreichenden Hype mit ihrem In-Ear E10 aus, der sehr viel Anklang und Fans fand. Für den gezahlten Preis von etwa 45€ von fand ich den E10, den ich mir damals auch kaufte, gut, jedoch mit Abstrichen, besonders im Bereich der Mitten.
Was der (knapp 90€ kostende) E80 besser macht und wie er sich im Vergleich zu anderen In-Ears mit dynamischem Treiber in dieser Preisklasse schlägt, könnt ihr nachfolgend in meinem Review mit anschließendem Vergleich nachlesen.

Erhältlich ist der SoundMAGIC E80 auch über Amazon (http://amzn.to/1J8uiKK).


 Technische Daten:

Treiber: dynamisch, 10 mm, Neodym
Frequenzgang: 15 Hz – 22 kHz
Impedanz: 64 Ω
Empfindlichkeit: 102 dB
Maximale Eingangsleistung: 20 mW
Kabellänge: 1,2 m
Anschluss: 3,5 mm, gewinkelter Stecker, vergoldet
Gewicht: 13 g


Lieferumfang:

Die Verpackung des E80 unterscheidet sich nicht großartig von der des E10 und ist eher schlicht gehalten. Auf der Vorderseite gibt es ein Bild des In-Ears zu bewundern; die Rückseite besitzt oben ein Sichtfenster, welches den Blick auf den Hörer sowie den neu gestalteten Stecker freigibt, und unten eine stichpunktartige Beschreibung in verschiedenen Sprachen mitsamt einer Auflistung des Zubehörs. Auf den Seiten findet man eine Beschreibung der Firma mitsamt den technischen Daten des E80 vor; dazu gibt es noch eine nette, beschriftete schematische Zeichnung.

Im Inneren des Kartons befinden sich neben den In-Ears das bekannte rot-schwarze Aufbewahrungsetui, ein Kabelclip, drei Paar Silikonaufsätze mit weiter Schallaustrittsöffnung (S/M/L), drei Paar Silikonaufsätze mit enger Schallaustrittsöffnung (S/M/L), ein Paar Doppelflansch-Aufsätze mit weiter Öffnung sowie drei Paar Comply Foam T400 Aufsätze (S/M/L).





Optik, Haptik, Verarbeitung:

Wie auch der E10 besteht der E80 aus Metall, welches auch hier silberfarben ist (weitere Farbkombinationen sind jedoch ebenfalls erhältlich). Die Gehäuse weisen keine Verarbeitungsmängel auf, jedoch gibt es eine Sache, welche mir hier etwas weniger gefällt als beim E10: das in der SoundMAGIC-Hierarchie weiter unten stehende Modell besitzt nämlich an den Hörern einen farbigen Knickschutz, welcher das Identifizieren der richtigen Seite erleichtert, wohingegen der E80 lediglich kleine Buchstaben sowie eine kleine, fühlbare Erhebung auf dem linken Hörer dafür verwendet.
Der aus Metall bestehende Y-Splitter wirkt vertraut und besitzt neben dem SoundMAGIC Schriftzug
die Seriennummer des In-Ears; darüber befindet sich ein Kinn-Schieber, der ruhig etwas größer hätte ausfallen können. Der ebenfalls auf Metall bestehende 3,5 mm Klinkenstecker ist nun um 60° gewinkelt, was ich ob des sehr geringen Profils in diesem Fall sogar als positiv ansehe, obwohl ich ansonsten nicht unbedingt der größte Fan von genau diesem Winkel bin und stattdessen lieber einen um 90° gewinkelten Steckers bin – hier jedoch „passt’s“.
Der Knickschutz wirkt dezent, ist jedoch an allen Stellen vorhanden und funktionell sowie flexibel, weswegen er auch Wirkung zeigt, aber nicht auffällt.
Das Kabel des E80 kennt man bereits vom E10 oder auch Brainwavz M3, so ist dieses nämlich verdrillt und ummantelt, jedoch wie bei den anderen beiden In-Ears leider etwas störrisch.


Tragekomfort, Isolation:


Durch die geringe Größe lässt sich der E80 sehr gut einsetzen und bequem tragen. Die Form ermöglicht dem Nutzer auch eine Kabelführung über den Ohren, was ich in diesem Fall und bei all meinen anderen In-Ears auch so praktiziere, da somit Sitz sowie Komfort verbessert und Kabelgeräusche verringert werden.

Die Isolation ist eher durchschnittlich, jedoch im Vergleich zum E10 klar stärker ausgeprägt.


Klang:

Den Klang des E80 habe ich meist mit meinem iBasso DX90 getestet, auf welchem ich FLAC-, WAV- und MP3-Dateien abspielte. Gegen den E80 ließ ich auch noch drei andere In-Ears antreten, nämlich den Brainwavz M3, Ostry KC06A und SoundMAGIC E10; die Vergleiche werde ich nach der Klanganalyse vor dem Fazit einbinden.

Tonalität:

Schön ist, dass SoundMAGIC auch dem E80 zwei verschiedene Arten an Silikonaufsätzen, die Einfluss auf den Klang nehmen, beilegt.

Weiter Schallaustritt: Der Klang des E80 mit den weiten Aufsätzen kann als „badewannig mit prominenten Mitten“ beschrieben werden – der E80 besitzt also einen betonten Tief- und Hochton, jedoch auch präsente Mitten.
Der Tiefton ist gleichmäßig um etwa 6 dB angehoben und umfasst auch den Grundton, in welchen die Betonung bis in die unteren oberen Lagen reicht und Stimmen somit einen moderat warmen Charakter verleiht, diese jedoch nicht wirklich verhangen wirken lässt.
Die Mitten sind etwas betont, wobei diese sich auf der etwas dunkleren Seite befinden.
Im Hochton ist der Pegel in den unteren und mittleren Höhen etwas zurückgesetzt; im oberen Hochton kommt der Pegel mit einem schmalbandigen Peak wieder, welcher auch definitiv oberhalb der Nulllinie liegt.

Enger Schallaustritt:
Interessant ist, dass die Aufsätze mit der engen Austrittsöffnung hier einen doch größeren Einfluss auf die Tonalität haben. So ist der Klang dunkler und insbesondere der Tiefbass gewinnt hörbar an Pegel, mitsamt dem Midbass. Der Peak in den oberen Höhen wird hörbar ein bisschen abgemildert, ist jedoch noch immer etwas vorhanden.
Durch den präsenteren Tief- und den weniger stark ausgeprägten Hochton wird der Klang insgesamt dunkler.

Auflösung:

Der SoundMAGIC löst für einen dynamischen In-Ear in diesem Preisbereich recht gut auf und knickt auch bei schneller Musik nicht zu sehr ein.
Der Hochton könnte minimal höher auflösend sein, so besitzt dieser nämlich einen etwas metallischen Charakter, wirkt jedoch nicht allzu sehr künstlich, wobei Sibilanten sind doch ein wenig präsent sind.
Ziemlich positiv fällt beim E80 der Tiefton auf. Obwohl er eher weich ist, klingt er gleichzeitig nicht wirklich langsam und besitzt eine enorme Kontrolle, was bei schnellen Musikstücken und Doppel- und Trippel-Bässen positiv auffällt. Etwas weniger Weichheit, dann wäre der E80 für einen dynamischen In-Ear ein „Killer“ im Tiefton – mit den weiten Aufsätzen, wohlgemerkt, denn mit dem engeren Schallaustritt klingt der Tiefton (besonders im Tiefbass) etwas unkontrolliert, büßt Geschwindigkeit ein und klingt etwas matschig.

Räumliche Darstellung:

Die gute Räumlichkeit des E10 übernimmt der E80 und erweitert diese sogar. Die seitliche Ausdehnung ist beim E80 gut ausgeprägt, jedoch vernachlässigt dieser auch die Tiefe nicht. Der gesamte Klang ist sehr räumlich und klingt losgelöst. Instrumente werden sehr ordentlich auf der imaginären Bühne platziert und auch die Instrumentenseparation kann sich richtig gut sehen lassen. Lediglich die Abgrenzung von Tiefenebenen wirkt etwas verschwommen.
Ja, die Bühnendarstellung des E80 würde ich als gelungen bezeichnen.

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vs.:

SoundMAGIC E10 (weiter Schallaustritt): Kurzum, sowohl die Tonalität als auch die technischen
Stärken betreffend, stellt der E80 ein Upgrade zum E10 dar. Die Grundabstimmung im Tiefton wurde beinahe beibehalten, jedoch besitzt der E80 den hörbar schnelleren und insbesondere kontrollierteren Bass, weswegen er trotz des auf Messdiagrammen leicht präsenteren Tieftons im Vergleich zum E10 schlanker wirkt – die durch das langsame Ausschwingen aufkommende Mächtigkeit mit dem etwas zum Dröhnen neigenden Bass des E10, was mir bei diesem nicht so gut gefällt, hat der E80 schön abgelegt.
Die Mitten sind, was die Abstimmung betrifft, ein klares Upgrade – wirkten sie beim E10 durch den Abfall noch vor 2 kHz verhangen, macht das der E80 besser und besitzt mehr obere Höhen (/Präsenzbereich), wodurch Stimmen zwar noch ganz wenig warm und entschärft klingen, jedoch endlich den verhangenen, dumpfen Charakter des E10 ablegen.
Egal, mit welchen Aufsätzen, der E80 besitzt mehr mittlere Höhen und insbesondere klar mehr Pegel im oberen Hochton, weswegen der dunkle Charakter des E10 hier nicht übernommen wird, sondern auf ein badewannigeres Sounding gesetzt wird – trotzdem könnte der obere Hochton für meinen Geschmack hier entweder etwas entschärft oder besser auflösend sein, denn dieser kann leicht nerven.
Was die Auflösung angeht, spielt der E80 mindestens eine Klasse über dem E10  und besitzt auch die bessere Kontrolle und den schnelleren Tiefton. Die Räumlichkeit beim E80 wirkt besser abgegrenzt und schärfer.

Ostry KC06A (Hochton-Aufsätze): Das Sounding beider In-Ears ist extrem ähnlich – lediglich der Hochton-Peak fällt beim Ostry eine Spur sanfter aus.
Die Auflösung ist bei beiden In-Ears fast gleich und ich würde insgesamt dem Ostry vielleicht hier ganz knapp den Sieg zusprechen.
Der Bass des E80 ist schneller und kontrollierter als der des Ostry und auch fester. Im Hochton (besonders im unteren) würde ich dem Ostry die bessere Auflösung attestieren, denn dieser wirkt hier differenzierter.
Was die Bühnendarstellung betrifft, sind sich beide In-Ears sehr ähnlich, wobei der SoundMAGIC etwas breiter spielt.

Brainwavz M3:
Der Brainwavz ist ausgewogener abgestimmt, besitzt in den oberen Höhen jedoch ebenfalls einen Peak. Der Tiefton des Brainwavz ist hierbei fester.
Die Instrumentenseparation des E80 ist besser; beim M3 ist dafür jedoch die räumliche Tiefe weniger neblig.
Die Auflösung betreffend sehe ich beide als ziemlich ebenbürtig an.


Fazit:

Der E80 von SoundMAGIC ist ein technisch richtig guter In-Ear und ich sehe ihn als direktes
Upgrade des E10 an. Sachen, die beim E10 meiner Meinung nach weniger schön sind (langsamer Tiefton, verhangene, zu dunkle Stimmen), macht der E80 besser – im Tiefton besitzt er eine sehr gute Kontrolle und auch eine gute Geschwindigkeit; die Mitten sind tonal besser gelöst, wenngleich auch noch immer minimal auf der wärmeren und körperhafteren Seite, und die Räumlichkeit ist gut ausgeprägt, mit einer weitläufigen Bühne.
Auf der Schattenseite steht das etwas eigenwillige Kabel, dazu könnte der Bass etwas fester und der obere Hochton entweder besser auflösend oder weniger stark ausgeprägt sein.
Insgesamt bekommt man mit dem E80 einen spaßig (jedoch nicht zu sehr) abgestimmten In-Ear, der technisch für einen In-Ear mit dynamischen Treibern recht stark ist.