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Zorloo Z:ero - die ersten digitalen In-Ears der Welt im Review 🇩🇪

Prolog:

Bevor ich zu meinem eigentlichen Review übergehe, möchte ich mich Bei Andy Ho von Zorloo für den netten Kontakt und das Bereitstellen eines Exemplares des Z:ero (http://www.zorloo.com/#!zbudd/c1yf2) für meine ehrliche Einschätzung bedanken.

Mit dem Z:ero stellt das chinesische Start-Up Unternehmen Zorloo die weltweit ersten digitalen In-
Ears vor, welche keinen 3,5 mm Klinken-, sondern einen Micro USB-Stecker zum Anschluss an das Abspielgerät besitzen. Das Besondere an ihnen ist, dass sie einen integrierten DAC und Kopfhörerverstärker besitzen, der einige Vorteile bietet; so klingen die In-Ears an allen angeschlossenen Quellgeräten identisch, die herstellerseitige Lautstärkebegrenzung kann umgangen werden und der Entwickler kann direkt Einfluss auf den Klang mittels DSP-Eingriffen nehmen.
Ist dies womöglich die Zukunft der mobilen Consumer-Produkte? Womöglich, so gibt es bereits jetzt schon Patente bekannter Smartphone-Hersteller für In-Ears und Kopfhörer, welche digital angesteuert werden, da der typische 3,5 mm Klinkenausgang schon jetzt manchen Design-Ideen mit dem immer dünner werdenden Gehäuse im Weg steht. Deren größter Konkurrent wird jedoch wohl Bluetooth sein.

Diese Variante des Z:ero ist durch den Micro USB-Anschluss besonders für Android-Geräte vorgesehen; eine Version mit Lightning-Anschluss für Apple-Geräte soll jedoch später folgen.



Technische Daten:

UVP: 39$
Treiber: dynamisch
SNR: 96 dB
THD: 0,02%
Impedanz: 32 Ohm
Ausgangsleistung: maximal 27 mW


Lieferumfang:

Die In-Ears werden in einer kompakten schwarzen Verpackung geliefert, welche auf der Rückseite die kompatiblen Android-Geräte auflistet (mittels Software wie dem USB Audio Player Pro lassen sich jedoch aber auch andere Android-Geräte lauffähig machen, und mit Apple-Geräten sowie Computern funktionieren die Z:ero In-Ears ebenfalls, dazu jedoch weiter unten mehr).
Im Inneren befinden sich neben den In-Ears eine Garantiekarte, eine Schnellstartanleitung, ein gutes sowie geräumiges Aufbewahrungsetui, drei Paare an guten Silikon-Aufsätzen sowie ein USB-Adapter für die Nutzung am Computer.





Optik, Haptik, Verarbeitung:

Die Gehäuse der In-Ears sind aus Metall gefertigt und wirken sehr stabil. Im großen Y-Splitter, welcher auch als Fernbedienung dient, sitzt der DAC-Chip; einen Kinn-Schieber oder Knickschutz gibt es leider nicht.
Das Kabel wirkt stabil und erinnert mich an jenes, welches bei den In-Ears von Knowledge Zenith verwendet wird.



Tragekomfort, Isolation:

Bei der Trageweise mit dem Kabel nach unten ist die Mikrofonie recht stark ausgeprägt, jedoch verschwindet diese, wenn man die In-Ears mit dem Kabel über den Ohren trägt, beinahe gänzlich.
Die In-Ears sind recht leicht und sitzen deshalb sehr bequem in meinen Ohren, der Y-Splitter mitsamt der Fernbedienung könnte sich jedoch ruhig ein gutes Stück weiter oben befinden.

Die Isolation ist etwas besser als mittelmäßig ausgeprägt.


Verbindung, Fernbedienung:

PC: Nach dem Einstecken der In-Ears mittels des mitgelieferten Adapters werden unter Windows die Treiber automatisch installiert und die In-Ears können in der Systemsteuerung ausgewählt werden. Am PC ist hierbei übrigens eine doppelte, unabhängige Lautstärkeregelung der In-Ears möglich, bei der am PC die Lautstärke über den Mixer quasi begrenzt werden kann.

iPhone:
Ja, es ist richtig, die Z:ero In-Ears in der Android-Ausführung funktionieren auch an iOS-Geräten, wenn man das Apple CCK (Camera Connection Kit) verwendet. Eine eigenständige Version mit Lightning-Connector soll jedoch noch folgen.
Eine doppelte, unabhängige Lautstärkeregelung wie am Computer ist hier nicht möglich; am iPhone wird die Lautstärke direkt an den In-Ears geregelt. Dies funktioniert auch sehr gut und die niedrigste Lautstärke ist auch nicht zu laut, was für Leise-Hörer wie mich entscheidend ist.

An beiden Geräten funktioniert die Kabelfernbedienung (Wiedergabesteuerung) sehr gut. Ein Mikrofon gibt es leider nicht.


Klang:

Den Klang der Z:ero In-Ears von Zorloo habe ich hauptsächlich an meinem Windows 7 Laptop sowie mittels des Apple CCK an meinem iPhone 4 getestet, was auch perfekt und ohne irgendwelche Einschränkungen funktionierte. Ein kompatibles Android-Gerät stand zum Zeitpunkt des Tests leider nicht zur Verfügung.

Tonalität:

„Warm, bassbetont und dunkel“ beschreibt die Klangsignatur der In-Ears recht gut.
Der Tiefton ist mit etwa 10 dB recht kräftig angehoben, erstreckt sich jedoch über einen weiten Bereich bis in den Grundton und wirkt deshalb zusammenhängend und etwas weniger überladen, jedoch mächtig.
Die Grundtonbetonung zieht sich gleichmäßig abfallend vom Oberbass bis in die unteren Mitten.
Im Tiefbass fällt der Pegel nur minimal ab.
Die Mitten befinden sich auf der warmen und dunklen Seite, der Hochton ist etwas zurückgesetzt und erhält lediglich durch einen Peak, welcher in meinen Ohren bei 5 kHz liegt, noch genug Frische, um nicht zu dunkel zu wirken.

Stimmen sind logischerweise dementsprechend etwas auf der dunklen und warmen Seite und der Hochton ermüdungsfrei sowie „gemütlich“, jedoch etwas unnatürlich.

Auflösung:

Die Auflösung ist für den Preis weder sonderlich gut noch sonderlich schlecht, jedoch kann man für weniger Geld bei guten passiven In-Ears bereits ein wenig mehr erreichen.
Der Bassbereich ist recht weich und eher langsam, wirkt etwas stumpf und nicht sonderlich detailreich. In Sachen Kontrolle ist er jedoch noch annehmbar, weicht jedoch gegen Tiefbass hörbar auf.
Im Mittelton ist der Z:ero ordentlich auflösend, wirkt jedoch etwas verschleiert.
Die Hochtonauflösung ist im Vergleich zu den Mitten und Tiefen eigentlich recht ordentlich, könnte jedoch besser sein.

Räumliche Darstellung:

Die Bühne ist für belüftete In-Ears recht klein ausgeprägt und wirkt in allen Dimensionen etwas nah. Bei den gegebenen Bedingungen ist die Instrumentenplatzierung jedoch okay.
Räumliche Tiefe ist zwar vorhanden, jedoch kann ich einzelne Ebenen nicht wirklich erkennen, obwohl Tiefe erkennbar ist.


Fazit:

Die Verarbeitungsqualität ist eigentlich recht ordentlich. Auch die Fernbedienung funktioniert tadellos und die geringstmögliche Lautstärke ist für Leise-Hörer nicht zu laut. Dennoch, die In-Ears sind klanglich zwar für den Preis nicht schlecht, doch bekommt man für etwas weniger Geld bereits gleich gute Qualität. Schlecht ist der consumer-orientierte Klang nicht (die tonale Abstimmung geht bei mir sowieso nicht in die Bewertung mit ein), jedoch auch nicht überragend für den Preis – die Kosten für den eingebauten DAC-Chip spielen da eben mit hinein und machen sich im Preis bemerkbar.
Was die Z:ero In-Ears jedoch zeigen, ist eine Richtung, in die sich Kopfhörer in der Zukunft bewegen könnten. Mit besseren Treibern wäre hier auch ein klanglicher Mehrwert möglich. Was jedoch wirklich mit diesem Konzept gut möglich wäre, ist eine Ansteuerung mehrerer Treiber und das genaue Setzen der Übernahmefrequenz und eine sehr präzise Entzerrung des Klangbildes oder die Integration von Crossfeed. Wer weiß, vielleicht geht Zorloo in der Zukunft ja ein paar Schritte weiter und reizt die technischen Möglichkeiten und Vorteile einer aktiven Ansteuerung besser aus.

Alles in Allem komme ich hier auf eine Bewertung von 70% oder 3,5 von 5 Sternen.