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iBasso DX80 - ausführliches Review inklusive Messungen 🇩🇪

Prolog:

Erhältlich ist der DX80 nun auch über Amazon (http://amzn.to/1J8umdf).

Als mich Paul von iBasso vor einiger Zeit bei Head-Fi kontaktierte und mich fragte, ob ich daran
interessiert sei, den damals bereits vorgestellten, jedoch noch nicht zum Verkauf stehenden DAP namens DX80 und dessen zukünftigen Firmware-Versionen zu testen, fühlte ich mich geehrt und willigte ein. Und bereits kurze Zeit später, etwa zu der Zeit, als plötzlich aus dem Nichts verkündet wurde, dass der neueste DAP aus der DX-Linie nun zum Verkauf stehe, traf der DX80 auch bereits bei mir ein.

Die chinesische Audio-Firma iBasso (http://www.ibasso.com/) bedarf wohl keiner großen Einführung. 2006 gegründet verkaufte die chinesische Firma anfangs lediglich Kopfhörerverstärker, mit der Zeit folgten jedoch auch Kopfhörer-DACs und dann drei Audio-Player, mit denen iBasso endgültig international bekannt wurde.
Mit dem ersten DAP, dem auf dem Android-Betriebssystem basierenden DX100, brachte die Firma gleich zu Anfang nicht nur größen- sondern auch ausstattungsmäßig einen Monster-DAP auf den Markt, welcher nicht nur einen ES9018 Sabre-DAC, sondern neben einem 3,5 und 6,35 mm Kopfhörerausgang auch sowohl einen optischen als auch einen elektrischen Digitalausgang sowie eingebautes Wi-Fi an Bord hatte und bis zu aberwitzigen 5 Volt Ausgangsleistung bereitstellte.
Auf den DX100 folgte der kleine DX50, für den eine so große Nachfrage bestand, dass der momentan verfügbare Lagerbestand direkt bei iBasso immer bereits nach kurzer Zeit ausverkauft war. Auch ich orderte direkt bei iBasso einen DX50, welcher mich jedoch überhaupt nicht begeistern konnte, weshalb ich ihn bereits nach wenigen Stunden in die Kleinanzeigen stellte (haptisch und den Formfaktor betreffend war der DX50 für mich zwar ideal, doch war das Rauschen für mich mit In-Ears so gewaltig, dass ich ihn nicht für diesen Einsatzzweck verwenden wollte – und lediglich allein für Bügelkopfhörer oder in Verbindung mit einem Kopfhörerverstärker oder DAC wollte ich ihn auch nicht verwenden).
Auf den DX50 folgte der DX90, welcher äußerlich bis auf minimale Änderungen das Design des DX50 übernahm, innerlich jedoch eine gänzlich andere Philosophie verfolgte, denn für jeden Kanal kam ein separater DAC- und Verstärkerchip zum Einsatz, und nach positiven Meinungen anderer von mir sehr geschätzter Nutzer kaufte ich mir ebenfalls ein Exemplar und wurde nicht im Geringsten enttäuscht. Das Dual-DAC (je ein ES9018K2M Chip je Kanal) und Dual-Amp (je ein OPA1611 Chip je Kanal) Design sorgte mit den gut implementierten Komponenten für einen subjektiv sehr präzisen und analytischen Klang mit einer breiten Bühne, der zudem noch mit sehr guten Messwerten sowie einer niedrigen Ausgangsimpedanz (welche jedoch alle iBasso DAPs besitzen) und einem quasi nicht vorhandenen Grundrauschen aufwarten konnte (sogar mit extrem empfindlichen In-Ears war für mich lediglich bei „leeren“ Audiodateien in einem stillen Raum mit hoher Konzentration ein minimales Grundrauschen wahrnehmbar, welches kaum vom Blutrauschen zu unterscheiden war).

Beim aktuellsten Modell, dem DX80, wurden gegenüber den beiden Vorgängern DX50 und DX90 einige Neuerungen eingeführt und viele Sachen geändert.
Wie sich iBassos neuester DAP klanglich und messtechnisch macht, werde ich in diesem Review näher beurteilen.

Erhältlich ist der DX80 auch bei Amazonhttp://amzn.to/1J8umdf.



Technische Daten:

UVP: 359$


(Bildquelle: iBasso.com)


Lieferumfang:

Bereits bei der Gestaltung der Verpackung beschreitet iBasso beim neuen DAP andere Wege. Statt der kleinen, flachen braunen Schachtel mit einer schmalen schwarzen Banderole, auf welcher sich der Modellname befand, wie sie beim DX50 oder DX90 verwendet wurde, kommt der DX80 in einem größeren und vor allem deutlich tieferen schwarzen Karton. Auch dieser wird von einer Banderole verschlossen gehalten, doch fällt sie deutlich größer aus und besitzt auf der Vorderseite neben dem Modellnamen ein neues Logo, welches Bezug auf das neu gestaltete Menüdesign nimmt und auch beim Ein- als auch Ausschalten des Players zu sehen ist sowie iBassos neues Logo repräsentiert. Auf der Rückseite befinden sich die technischen Daten in mehreren Sprachen.
Nimmt man die Banderole ab, präsentiert sich der eigentliche Verpackungs-Karton, auf dessen Vorderseite sich das Logo wiederfinden lässt und der auf der Unterseite den „iBasso Audio“ Schriftzug besitz. Auf der Oberseite befindet sich ein Zellulose-Aufkleber mit dem dreieckigen Logo, jedoch sollte dieser nicht entfernt werden, da er als Teil des Scharniers fungiert.
Klappt man den Deckel hoch, präsentiert sich dem Nutzer direkt der Player mit einem „DX80“-Schriftzug auf der Karton-Einfassung.
Darunter befindet sich ein weiterer Karton, welcher das Zubehör enthält, welches folgende Komponenten enthält: zwei Display-Schutzfolien, eine bebilderte Schnellstartanleitung sowie Garantiekarte, ein USB-Verbindungs-/Ladekabel, ein koaxiales Digitalkabel, ein Burn-In Kabel und schließlich eine Schutzhülle aus schwarzem Silikon.









Optik, Haptik, Verarbeitung:

Im Vergleich zu den beiden Vorgängern hat sich der Formfaktor schon etwas geändert, obwohl das Layout weitestgehend gleich geblieben ist.
Der DX80 ist ziemlich exakt gleich dick wie der DX50/90, dafür jedoch etwas schmaler und zwei Zentimeter länger.
Auf der aus mattschwarzem Aluminium (Vergleich DX90: gebürstetes schwarzes Aluminium) bestehenden Vorderseite dominiert das große kapazitive Touch-Display mit IPS, welches eine gute Navigation ermöglicht und mit 480 x 800 Pixeln gut auflöst (Vergleich DX90: 320 x 240 Pixel). Bei Bildschirminhalten merkt man die höhere Auflösung deutlich, denn im Vergleich zum DX90, bei welchem man die Pixel klar sehen kann, ist der Bildschirm des DX80 scharf und stellt Farben natürlich dar. Darunter befinden sich wie gehabt die drei physischen Tasten zur Wiedergabesteuerung. Die Abmessungen zusammen mit dem Bildschirm und den Tasten zur Wiedergabesteuerung ermöglichen eine gerade noch bequeme einhändige Bedienung.
Die mattschwarze Aluminium-Rückseite (Vergleich DX90: gebürstetes schwarzes Aluminium und Kunststoff) ist fest mit dem Gehäuse verbunden und im Gegensatz zum DX50/90 ist der Akku fest verbaut und lässt sich nicht schnell austauschen, bietet jedoch den Vorteil einer größeren Kapazität und besseren Platzausnutzung durch das Wegfallen der Verbindungsteile.
Wie bereits von früheren Modellen bekannt, befindet sich auf der linken Seite oben der Ein-/Ausschalter, welcher auch zum Ent-/Verriegeln des Bildschirms dient, im Vergleich zum DX50/90 jedoch größer ausfällt und einen geringeren Druckwiderstand besitzt. Auf einen Hold-Schalter, welcher die Tasten verriegelt, wird beim DX80 verzichtet, jedoch hatte ich bei meinem DX90 bis jetzt auch noch keine Probleme mit ungewolltem Tastendruck, weshalb ich ihn persönlich nicht im Geringsten vermisse.
Auf der rechten Seite befinden sich die Tasten zum Regeln der Lautstärke, welche wie auch der Ein-/Ausschalter größer als beim DX50/90 ausfallen und einen geringeren Druckwiderstand aufweisen. Bis auf die Beplankung an den Seiten bestehen beim DX80 alle Gehäuse-Teile aus  Aluminium.
Auf der Unterseite befinden sich links die Kopfhörer- und rechts daneben die Line-Out Buchse, welche wie beim DX90 aus massivem silberfarbenem Metall bestehen. Auf den bekannten dreistufigen Gain-Switch wurde leider verzichtet und somit wird die Vorverstärkung nun zweistufig in den Menüs justiert, was ich etwas schade finde, da ich den Gain-Schalter beim DX90 gerade beim Vergleichen oder Wechseln von Kopfhörern und beim Einsatz des Equalizers sehr praktisch fand.
Auf der Oberseite links befindet sich wie gehabt der Digitalausgang, welcher nun neben dem koaxialen Ausgang noch einen integrierten optischen Digitalausgang besitzt, welcher automatisch aktiviert wird – die Buchse besteht nun jedoch aus schwarzem Kunststoff statt wie beim DX90 aus silberfarbenem Metall. Oben rechts befindet sich der der USB-Anschluss, mittig der Speicherkarteneinschub – im Gegensatz zum DX50/90 besitzt der DX80 nun jedoch zwei davon, was den möglichen externen Speicher verdoppelt. Verdeckt und geschützt werden diese beiden Schächte von einer Klappe aus Gummi, die jedoch so wirkt, als ginge sie irgendwann kaputt. Hier wäre mir eine Schiebe-Abdeckung oder gar keine lieber gewesen.
Alle Beschriftungen der Tasten und Anschlüsse sind nun hell und besser sichtbar.

Obwohl der DX80 schwerer als seine beiden Vorgänger ist, liegt er sehr gut in der Hand und ist auch durchgehend gut verarbeitet und angenehm ausbalanciert.

Die schwarze Silikon-Schutzhülle ist innen weniger gut als die des DX90 verstärkt als auch verarbeitet und besitzt auf der Rückseite keinen iBasso-Schriftzug mehr, bietet jedoch praktischerweise eine integrierte Klapp-Abdeckung für die kombinierten Digitalausgänge. Innerhalb der ersten Tage könnte sie jedoch einen künstlichen Geruch verströmen.

Einen internen Speicher für Musik wie beim DX50/90 bietet der neue DX80 nicht, was ich einerseits etwas schade finde (so nutze ich den des DX90 gern zwischendurch für lizenzfreie Musik im MP3-Format), jedoch bietet der zweite Micro SD-Kartensteckplatz natürlich weitaus mehr Vorteile.
Wie auch der DX90 besitzt der DX80 ein Dual-DAC Layout, setzt jedoch statt auf die beiden ES Sabre Chips auf zwei CS4398 Chips von Cirrus Logic und unterstützt natives DSD-Playback. Darüber hinaus ist der Line-Out Pegel des DX80 konstant und im Gegensatz zum DX90 nicht mehr regelbar.










Bedienung, Benutzeroberfläche:

Die Auslieferungs-Firmware 1.0.0 überspringe ich einfach mal, da sie noch ziemlich fehlerbehaftet war. 1.1.2 behob diese Mängel und brachte eine stabile und gut entwickelte Firmware hervor (optisch sind beide identisch).

Durch den größeren Bildschirm bietet sich natürlich ein neues User-Interface an, und so kommt es nicht allzu überraschend, dass iBasso statt auf eine Listendarstellung in den Menüs wie beim DX50/90 beim DX80 auf eine grafische Darstellung mit einem neuen Layout und einer etwas anderen Bedienung setzt, welche an eine Mischung aus iOS, Android und BlackBerry OS10 erinnert. Dadurch wirkt das Layout moderner und frischer.

Schaltet man den Player ein, erscheint während des Boot-Vorganges das neue, bereits von der Verpackung bekannte iBasso-Logo, danach kommt man wie beim DX50/90 auf den Wiedergabebildschirm, welcher ebenfalls neu gestaltet wurde.
Oben befindet sich weiterhin die bekannte Statusleiste mit der Lautstärkeinformation sowie der Akkuanzeige, welche nun in Prozent und grafisch dargestellt wird, was ich als Vorteil gegenüber der Darstellung beim DX90 erachte. Wie auch beim DX50/90 lässt sich die Lautstärke sehr fein in 0,5 dB-Schritten regeln, doch werden die Zahlen anders skaliert (im geringen Lautstärkebereich benötigt es somit etwa mehrere Klicks, bis sich die Zahl auf dem Bildschirm ändert, wobei jeder Klick die Lautstärke natürlich erhöht, auch wenn man dies an den Zahlen möglicherweise nicht sieht). Die geringstmögliche Lautstärke ist beim DX80 nicht so niedrig wie beim DX90 und bei „1“ ist noch etwas hörbar, jedoch auch mit extrem wirkungsgradstarken In-Ears im niedrigen Zahlenbereich ist der DX80 leise genug, dass man nie so leise hören wird (und das sage ich als Leise-Hörer) – der Regelbereich bei niedrigen Lautstärken ist also noch immer sehr gut. Im Gegensatz zum DX90 regelt beim DX80 bereits ein einziger Druck auf die Lautstärketasten die Lautstärke und muss nicht zuerst durch einen ersten Druck aktiviert werden.
Durch den langen Bildschirm nimmt bei iBassos neuem DAP das Albumcover mit einer Größe von
480 x 480 Pixeln viel Platz auf dem Bildschirm ein und wird sehr knackig, scharf und detailliert dargestellt (im Gegensatz zum DX90, bei dem es nur stark verkleinert am linken Bildschirmrand oft als Pixelmatsch dargestellt wird). Eine sehr willkommene Neuerung beim DX80 sind versteckte Funktionen, die sich bei einem kurzen Druck auf das Albumcover öffnen: so wird nun nicht nur (endlich) ein Track-Counter angezeigt, sondern man bekommt zudem auch die Möglichkeit, schnell eine neue Playlist zu erstellen oder sich die Datei-Informationen anzeigen zu lassen.
Unter dem Albumcover werden nun die Titelinformationen und der Wiedergabemodus angezeigt, darunter befinden sich die die Wiedergabeleiste mitsamt Anzeige der Sampling-Rate sowie große Elemente zur Wiedergabesteuerung (welche jedoch natürlich auch mit den physischen Tasten möglich ist). Spult man mit dem Finger auf der Wiedergabeleiste vor, erscheint auf dem Album-Cover ein pop-up Fenster, das die genaue Position anzeigt.
Streicht man vom oberen Bildschirmrand nach unten, öffnen sich (in allen Menüs) die Schnelleinstellungen, in denen man Gapless Playback, den USB-Modus, die Digitalfilter, den Gain sowie den Wiedergabemodus einstellen kann – sehr praktisch.

Virtuelle „My Music“ und „Settings“ Knöpfe gibt es nicht mehr, stattdessen werden die Menüs mittels Wischgesten geöffnet.
Streicht man von rechts nach links, öffnen sich die Einstellungen, welche nun nicht mehr in einer Liste wie beim DX50/90, sondern in einem Raster dargestellt werden – die Bedienung beim DX90 empfand ich eigentlich immer als sehr gut und schnell, doch ist beim DX80 eine noch schnellere und intuitivere Navigation in den Menüs möglich, wozu auch der große Bildschirm beiträgt.
An Einstellungen bietet der DX80 die gleichen Möglichkeiten wie der DX90, fügt diesen jedoch noch zusätzlich  die Gain-Option hinzu, da dieser nicht mehr mittels eines physischen Schiebers geregelt wird.
Wenn man auf dem Wiedergabebildschirm von links nach rechts streicht, gelangt man in das Musikmenü, welches ebenfalls als großes, übersichtliches Raster statt als Liste dargestellt wird. Die darin enthaltenen Optionen (Now Playing, All Music, Directory, Artist, Genre, Album, Playlist) sind identisch zu denen des DX90, doch lässt sich die „Album“ Darstellung nun auch nicht nur als Liste, sondern zusätzlich als Raster darstellen (drückt man lange auf einen Titel oder ein Album, hat man auch die Auswahl der Löschung, Wiedergabe oder dem hinzufügen zu einer Wiedergabeliste (bei einzelnen Titeln auch noch die Möglichkeit, sich die Titelinformationen anzeigen zu lassen)).
In der integrierten Bibliothek wird leider noch immer nach dem „Track Artist“ statt „Album Artist“ sortiert, weswegen Alben mit Gastkünstlern (z.B. Yello – Touch Yello) zerstückelt in der „Artist“-Darstellung angezeigt werden. Da dies leider viele DAPs so handhaben, bin ich vor einiger Zeit auf eine gute Ordnerstruktur umgestiegen – und eine gute Ordnernavigation bietet der DX80, wie auch der ältere DX90.

128 GB-Karten unterstützt der DX80 übrigens problemlos, doch dauert das Aktualisieren der Datenbank im Vergleich zu anderen DAPs wie etwa dem Shanling M2 verhältnismäßig lange; ein Firmware-Update spielt man auf, indem man die img-Datei auf die zweite (FAT32-formatierte) Micro SD-Karte (die untere) aufspielt, woraufhin man in den erweiterten Einstellungen schließlich mithilfe der dann erscheinenden Schaltfläche das Update aufspielen kann (danach sollte man sicherheitshalber einen System-Reset durchführen).

Bereits auf Anhieb (beim DX90 dauerte es mehrere Firmware-Versionen) unterstützt der DX80 perfektes Gapless Playback mit FLAC-Dateien, jedoch nicht mit MP3s.







Firmware 1.1.4:

Mit 1.1.4 habe ich das Gefühl, dass sich die Scan-Zeit der Micro SD-Karte verringert hat und die Bedienung auf der Nutzeroberfläche ebenfalls schneller geworden ist.
Tippt man nun während der Wiedergabe auf das Albumcover, lässt sich die Statusleiste ausblenden.

Firmware 1.2.0:

... bleibt lieber unerwähnt, da sie nicht richtig funktionierte und ständig zu Systemabstürzen sowie Einfrieren führte - sogar iBasso erkannte dies und entfernte die Datei bereits nach kurzer Zeit von der Webseite.

Firmware 1.2.1:

... ist die stabile, verbesserte Version von 1.2.0 und funktioniert ohne Mängel. Neben der nun korrekt funktionierenden USB-DAC Funktion sind die offensichtlichsten sowie nützlichsten Verbesserungen die Scrollbar am rechten Bildschirmrand in allen Musik-Menüs. Dazu kann man nun auf dem "Now Playing" Bildschirm die angezeigte Liste nach "Title", "Album", "Artist" und "Added" sortieren.
Weitere Neuerungen sind ein präziserer Batterie-Indikator als auch verbesserte Decodier-Algorithmen.
Mit den Verbesserungen ist die Bedienung nun jedoch auch etwas träger geworden und auch das Drücken der Hardware-Tasten zur Wiedergabesteuerung wird erst nach ein paar Bedenksekunden angenommen.

Firmware 1.3.0:

Eine richtig coole Neuerung von 1.3.0 ist eine Tastensperre, welche aktiviert wird, indem man die physische Play/Pause Taste für ein paar Sekunden gedrückt hält. Entsperren kann man die Tasten wieder über den Bildschirm, für den ein Lock-Screen im Android/iOS Stil eingeführt wurde.




Firmware 1.3.3:

1.3.3 brachte neben einem neu designeten drop-down Menü kleinere Behebungen von Fehlern wie etwa dem "Plopp-Geräusch", das bei manchen Speicherkarten am Ende eines Liedes auftauchte.



Firmware 1.4.0:

Mit dieser Firmware-Version hielten einige Veränderungen Einzug, weshalb ich es es für am sinnvollsten finde, einfach den Changelog einzufügen:

 Improvements with this firmware:

1. Greatly increased media scan speed.
2. Media scan changed to a background process, which allows the DX80 to be used while scanning.
3. Updated FLAC decode engine.
4. Added delete function to the main screen, which allows deletion of the currently playing music.
5. Allows a long press operation on Directory view.
6. Enlarged font size on music info.
7. Shortened system startup time with a large music collection in the Library.
8. Increased album artwork pixels on large album artwork view under Album view.
9. Enlarged touch area for Return button and progress bar.

Sehr gut! Besonders gut gefallen mir der erste, zweite, siebte sowie achte Punkt. Übrigens ist die Menüführung nun wieder geschmeidig als auch schnell reagierend. Software-seitig verbessert sich der DX80 somit stetig und besonders die deutlich schnellere Einlesezeit der Speicherkarten ist eine sinnvolle Neuerung. Hut ab!

Firmware 1.4.2:

Manche Nutzer (ich zum Glück nicht) berichteten von Problemen unter 1.4.0, welche mit 1.4.2 behoben wurden.

Improvements with this firmware:

1. Inability to press next song under All Music when with large media library corrected.
2. Unfold .cue file under Directory view.
3. Rectified the bug that some FLAC artwork could not be displayed.
4. Rectified the bug that one song repeat does not function when playing cue file.
5. Custom EQ setting now saved.
6. Improved M3U support.

Firmware 1.5.2:

Improvements with this firmware:

1. Support for ISO files.
2. Improved CUE support.
3. Updated DSD decode engine.
4. Rectified the bug that some music would not be shown after a media scan.
5. Rectified the bug that some artist information was not found, which resulted in "null" under Artist. 

Zusätzlich ist auch noch die "Bedenksekunde" nach dem Einschalten, bei welcher sich der Bildschirm nach dem Drücken der "Play"-Taste erst nach einem Augenblick änderte, spürbar verkürzt worden und beim manuellen Titelwechsel reagiert der Bildschirm nun sofort.

Firmware 1.5.8:
 Improvements with this firmware:

1. Increased memory size for user data partition. This allows more artwork to be stored.
2. Increased embedded ID3 artwork size to be 900*900 pixels maximum. This helps to avoid a media scan crash problem and improves the media scan speed.
3. Rectified the sorting order bug.

Da meine Albumcover klein genug waren, hatte ich mit dem zweiten Punkt noch nie Probleme mit dem DX80, das den Media-Scan betrifft. Für viele Nutzer hingegen dürfte dieses Update mehrere Probleme auf einmal beheben.


Akkulaufzeit:


iBasso gibt eine Laufzeit von bis zu 13 Stunden an, unter Realbedingungen (Superlux HD681 auf Low Gain, 75/150 Lautstärkestufen, FLAC 16 Bit/44,1 kHz, zwischenzeitliches Aktivieren des Bildschirms mit Menü-Navigation) erreichte ich 12 Stunden und 45 Minuten (mit In-Ears und humanerem Lautstärkepegel wären sicherlich auch mehr als 13 Stunden möglich gewesen).


Klang:

Getestet habe ich den Klang des DX80 mit einer Vielzahl meiner In-Ears und Bügelkopfhörer (eine Inventarliste findet ihr unter „Meine Kopfhörer“). Als Musikmaterial kamen FLAC, Hi-Res FLAC, MP3, WAV sowie DSD Dateien zum Einsatz.
Meine verwendeten Speichermedien waren eine 128 GB SanDisk sowie 64 GB SanDisk  Micro SD-Karte.
Beim Testen kamen zum Vergleich der iBasso DX90, Shanling M2, FiiO X3, LH Labs Geek Out IEM 100, HiFiMe 9018d sowie mein (gainreduzierter) Leckerton UHA-6S.MKII zum Einsatz.

Frequenzgang, Ausgangsimpedanz:

Wie von iBasso erwartet und bereits vom DX50 und DX90, die ich auch gemessen habe, bekannt, gestaltet sich der Frequenzgang des neuen DX80 ohne Last perfekt linear im Bereich von 20 Hz bis 20 kHz:




Die nächste Disziplin, die Ausgangsimpedanz, meistert der DX80 ebenfalls mit Bravur, aber die Vergangenheit zeigte bereits, dass iBassos Angaben bezüglich dieses Wertes zuverlässig sind.
Für alle Kopfhörer mit einem geradlinigen Impedanzverlauf ist der ohmsche Ausgangswiderstand an der Kopfhörerbuchse relativ egal, jedoch von Relevanz, wenn man In-Ears verwendet, bei denen die Impedanz über den Frequenzgang variiert (so etwa bei allen Mehrtreiber-In-Ears). Schließt man diese nämlich direkt an ein Quellgerät mit höherer Ausgangsimpedanz an, ist der vom Audio-Player ausgegebene Frequenzgang nicht mehr linear, sondern verändert sich (die Art und Stärke dieser Abweichung hängt vom genauen Impedanzverlauf des In-Ears und dem Ausgangswiderstand des Gerätes, an welchem sie angeschlossen sind, ab).
Zum Testen und Messen der Ausgangsimpedanz verwende ich üblicherweise den Ultimate Ears Triple.Fi 10, wie auch in diesem Fall:



Wie man sehen kann, ist die Abweichung minimal und der Ausgangswiderstand dementsprechend klar geringer als 1 Ohm, was iBassos Angabe bestätigt.

Rauschen:

Ich bin jemand, der sich als recht empfindlich auf Rauschen reagierend bezeichnen würde. Wie immer zum Testen kamen hierfür einige meiner am empfindlichsten auf Rauschen reagierenden In-Ears zum Einsatz, darunter der Shure SE846 und Ostry KC06A.
Der DX90 ist praktisch rauschfrei und mein DX50 war ein Rausch-Monster, welches ich bereits nach sehr kurzer Zeit wieder verkaufte – da kommt bei mir natürlich die Frage auf, wie der DX80 hier hineinpasst.

Leider, so muss ich sagen, fällt das Grundrauschen des DX80 doch eher hoch aus und befindet sich etwa auf dem Niveau des HiFiMe 9018d, Shanling M2 oder BlackBerry Q10. Lauter als beim FiiO X3 (erste Generation) oder iPhone 4 ist das Rauschen des DX80 definitiv und auch hörbar höher als beim LH Labs Geek Out IEM 100. Der Gain wirkt sich übrigens nicht auf die Rausch-Intensität aus.
Hörbar leiser als beim DX50 (aus dem Gedächtnis heraus) ist das Rauschen des DX80 zwar definitiv, jedoch auch nicht wirklich leise, sondern mit empfindlichen Balanced Armature In-Ears bei normaler und insbesondere leiser Wiedergabe störend. Ich kenne jedoch auch weniger rauschempfindliche Menschen, die selbst mit empfindlichen In-Ears an stärker rauschenden Geräten kein oder nur wenig Grundrauschen wahrnehmen, also werden diejenigen beim DX80 wahrscheinlich auch kein oder nur ein geringes Rauschen hören.
Mit etwas weniger empfindlichen In-Ears wie den Ultimate Ears Triple.Fi 10 ist das Grundrauschen geringer und nicht mehr so sehr störend, jedoch bei spielender Musik auch bei moderaten Abhörlautstärken noch immer hörbar.

Erwähnt werden sollte hierbei jedoch, dass ich jemand bin, der Musik üblicherweise bei recht geringer Lautstärke mit sehr effizienten In-Ears hört und selbst recht Rausch-empfindlich ist. Für Menschen, die Musik nicht bei niedrigen Lautstärken hören, sollte Rauschen beim DX80 nicht/nur unwesentlich hörbar sein.

Wie zu erwarten war, ist das Rauschen mit Bügelkopfhörern jedoch nicht hörbar und mit weniger unempfindlichen In-Ears wie etwa dem Sennheiser IE 800 nur bei „leeren“ Audiodateien extrem gering und kaum hörbar ausgeprägt, bei der Wiedergabe jedoch gar nicht mehr wahrnehmbar.

Auflösung, Präzision, Bühne:

Nun zum subjektiveren Teil meines Reviews. Meine Ansicht bezüglich Verstärker- und Geräteklang stellt sich wie folgt dar: Verstärker- und Geräteklang gibt es in begrenztem Umfang und er ist hörbar, jedoch sollte er nicht überschätzt werden – die grundlegende Charakteristik eines Kopfhörers wird durch ein (sauber konstruiertes) Gerät nicht verändert, jedoch „formt“ das Wiedergabegerät den Klang des Kopfhörers ein wenig, was sich aber eher in Nuancen ausdrückt und sich oft auch anhand der Eigenschaften oder Messwerte erklären lässt.
Nun also weiter mit meinen subjektiven Eindrücken:

Der DX80 besitzt schon eine recht andere Signatur als der DX90, besonders im Hochton: während der DX90 für mich einen digitalen Charakter besitzt, klingt der DX80 analoger, organischer. Der Hochton klingt beim neuen iBasso sanft, nicht angestrengt und ich gehe soweit zu sagen, dass der Hochton leicht ähnlich dem eines Röhren-Klanges ist. Klingen die Höhen deswegen weniger detailreich? Nein, jedoch sind schnelle und scharfe Töne hörbar abgemildert und klingen nicht mehr aufdringlich – bei In-Ears mit einem scharfen Hochton kann dies von Vorteil sein, mit sowieso schon milden und dunklen Hörern kann der Klang jedoch schon zu sanft sein.
Der Mittelton befindet sich als Folge dessen subjektiv etwas auf der wärmeren Seite, und auch der allgemeine Klang ist sanfter, organischer, „analoger“ als etwa beim FiiO X3.
Im Tiefton wirkt der DX80 etwas freier und weitläufiger.
Allgemein klingt der DX80 recht offen und losgelöst.

In meinen Ohren klingt die Bühne des DX90 recht breit und definitiv weiter als durchschnittlich (womöglich durch das Dual-DAC Design). Der neue DX80 klingt ebenso breit, besitzt jedoch in meinen Ohren eine stärker ausgeprägte räumliche Tiefe und kling losgelöster.
Insgesamt finde ich den DX80 nicht minder detailreich als den DX90, doch ist seine Präsentation anders, entspannter.

Im Vergleich zum FiiO X3 klingt der DX80 im Hochton und auch in den Stimmen dunkler, jedoch auch organischer und „analog“. Im Tiefton spielt der DX80 hörbar detailreicher und auch etwas fester, rauscht jedoch auch hörbar mehr.
Im Vergleich zum tendenziell scharfen, analytischen DX90 ist der DX80 sanfter, jedoch nicht minder detailreich – er präsentiert das Geschehen einfach anders und weder schlechter noch besser, also insgesamt sehr gut, jedoch mit einem anderen Charakter.
Tiefenmäßig spielt der DX80 weiter und besitzt die etwas bessere Staffelung, wodurch er hier mit dem LH Labs Geek Out IEM 100 vergleichbar ist, jedoch mit der Bühnenbreite des DX90.

Eine unschöne Sache ist mir beim DX80 dann jedoch aufgefallen: beim Betätigen der Play/Pause Taste gibt es häufig ein sehr tieffrequentes „Blobb“-Geräusch, das sich am besten als „Druckgefühl“ beschreiben lässt. Dieses Geräusch tritt nicht immer auf und nicht immer auf beiden Kanälen und ich habe es mit einer leeren Audiodatei aufgezeichnet, verstärkt und analysiert:





Ich denke, dass es vom Ein- und Ausschalten des DAC und/oder Verstärker kommt. Laut iBasso sei das Problem eine negative Eigenschaft des verwendeten Cirrus Logic DAC und könne leider nicht mittels eines Software-Updates gelöst werden - sehr schade.
Auch hierbei sollte jedoch gesagt sein, dass dieses Geräusch zwar subjektiv für mich laut ist, jedoch verhältnismäßig leiser als das Ein- und Ausschalt-Geräusch der meisten portablen Verstärker ist und den meisten anderen Besitzern des DX80 nicht/kaum auffällt.

Line Out, Digitalausgang, USB-DAC:

Der Line-Out Pegel des DX80 ist nun fix, was ein Vorteil gegenüber den Vorgängern sein kann, deren Line-Out Lautstärke identisch zur Kopfhörer-Lautstärke geregelt wird.
Wie erwartet gibt es beim DX80 über den Line-Ausgang kein Rauschen, der Klang ist dennoch im Hochton auf der sanfteren und in den Mitten der wärmeren Seite, wenngleich auch weniger stark als über den Kopfhörerausgang.


Praktischerweise gibt der DX80 über die SPDIF-Buchse auf der Oberseite sowohl ein elektrisch
Verwendetes optisches S/PDIF
Digitalkabel: http://amzn.to/1MAWaZR
digitales als auch ein optisch digitales Signal aus – und das Beste dabei ist, dass der DAP automatisch erkennt, ob man eine koaxiale oder optisch digitale Quelle anschließt, denn man muss in den Menüs nichts einstellen.
Wenig überraschend gibt es den analog-sanft-organischen Klang über den kombinierten Digitalausgang nicht (da die interne DAC- und Amp-Sektion des DX80 dabei nicht aktiv ist); hierbei ist der angeschlossene externe DAC für den Klang verantwortlich.

An Apple-Rechnern funktioniert der DX80 ohne Treiber, für Windows muss man sie sich von der iBasso-Website herunterladen und installieren.
Mittlerweile stehen diese auf iBassos Download-Seite zur Verfügung und lassen sich einfach installieren (gegebenenfalls muss im Anti-Viren-Programm jedoch eine Ausnahme hinzugefügt werden.
Hatte ich hier mit 1.1.4 noch Probleme mit der richtigen Wiedergabegeschwindigkeit, sind diese mit 1.2.1 passé - seit jener Firmware-Version funktioniert der DX80 einwandfrei als externer DAC, nachdem man ihn entweder in den Einstellungen oder im Drop-Down Menü in den USB-DAC Modus versetzt hat. Die feinstufige Lautstärkeregelung bleibt dabei erhalten, was sehr angenehm ist.


Fazit:

iBassos neuester DAP, der DX80, ist ein durchaus gelungener digitaler Audioplayer. Neben einem sanfteren, organischen, jedoch keineswegs detailarmen Klang bietet er eine tolle Hardware-Ausstattung: wie auch schon beim DX90 kommt für jeden Kanal ein dedizierter DAC- sowie Verstärkerchip zum Einsatz, dazu haben nun zwei Micro SD-Schächte Einzug gehalten – eine begrüßenswerte Erweiterung, welche das Wegfallen des internen Musikspeichers mehr als nur wieder ausgleicht.
Das neue, größere Display ist knackig, hochauflösend und stellt Bildschirminhalte scharf dar. Zu der gelungenen Bedienung trägt auch noch die neu gestaltete Menüoberfläche bei, die mit intuitiven Wischgesten schnell und unkompliziert gesteuert wird.
Zwar besitzt der DX80 auch eine extrem geringe Ausgangsimpedanz wie der DX90, doch gibt es besonders in Verbindung mit In-Ears zwei Rückschritte: zum einen gibt es beim neuen DAP mit sehr empfindlichen In-Ears ein während der Musik hörbares Grundrauschen (abhängig von den verwendeten In-Ears und der persönlichen Rausch-Empfindlichkeit variiert die Wahrnehmung der Intensität), welches zwar klar geringer als beim DX50, jedoch gleichzeitig auch ein ganzes Stück lauter als bei vielen anderen Audio-Playern ausfällt. Zum anderen ist da noch das Problem mit dem des Öfteren auftretenden, tieffrequenten „Blobb“-Geräusches beim Betätigen der Play-/Pause- sowie Vor-/Zurück-Tasten, welches man am besten als „Druck“ beschreiben kann (leider kann es nicht via Software-Update behoben werden, da dieses tieffrequente Druck-Geräusch von den Cirrus Logic DAC-Chips verursacht wird).
Kleinigkeiten wie etwa die Sortierung nach „Track Artist“ statt nach „Album Artist“ in der Bibliotheks-Darstellung fallen auch mit in die Gesamtbewertung, trotzdem erreicht der DX80 in seinem aktuellen Zustand noch recht ordentliche 3,75 von 5 möglichen Sternen in meiner Wertung (-0,5 für das Rauschen, -0,5 für den „Druck“, -0,25 für Kleinigkeiten wie die Sortierung nach „Track Artist“).

Allemal ist der DX80 ein sehr solider Audio-Player mit guter Ausstattung, Hardware, Verarbeitung, einem guten Klang sowie einer durchdachten Menüstruktur und Bedienung als auch einem guten Preis-Leistungsverhältnis.


Mein ganz persönliches, subjektives Fazit hingegen fällt (im Allein-Betrieb des DAP) etwas ernüchternder aus: das tieffrequente "Blobb"-Geräusch ist schon recht störend und auch mit sehr empfindlichen In-Ears ist das Rauschen für mich als rauschempfindliche Person beim Leise-Hören etwas zu stark ausgeprägt.
Den DX90 als Allround-Talent ersetzt der DX80 für mich somit nicht, eignet sich dafür jedoch durch die zwei Kartensteckplätze gut als "Transport-Device" für einen externen portablen DAC.