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DUNU Alpha 1: Hybride Earbuds - Review 🇩🇪

Prolog:

Vor Beginn meines eigentlichen Reviews möchte ich mich bei DUNU-Topsound für das Bereitstellen eines Exemplares des Alpha 1 (http://www.dunu-topsound.com/ALPHA1.html) im Austausch für meine ehrliche Einschätzung bedanken.

Im Februar 1994 ursprünglich als OEM-Produzent gegründet, hat sich die chinesische Firma DUNU in den vergangenen Jahren immer weiter entwickelt und in Hi-Fi-Kreisen hoch geschätzte Modelle auf den Markt gebracht, darunter die Hörer aus der Titan-Reihe sowie die geschätzten hybriden In-Ears aus der DN-Reihe. Ein dabei eher wenig stark verbreiteter Hörer ist der Alpha 1, der einen großen dynamischen 16 mm-Treiber in hybrider Bauweise mit einem Balanced Armature Schallwandler vereint – jedoch nicht in einem In-Ear, wie man vielleicht denken könnte, sondern diesmal in einem Earbud.

Dieses Review über die Alpha 1 Earbuds des besonders für seine titanbeschichteten Treiber und hybriden Konzepte bekannten Herstellers DUNU wird näher beleuchten, ob und vor allem wie dieses neuartige Konzept der hybriden Earbuds aufgeht, denn bislang hat sich meines Wissens nach kein anderer Hersteller kommerziell daran gewagt.

Erhältlich ist der Alpha 1 auch über Amazon (http://amzn.to/1J8ueug).


Technische Daten:

Preis: ~ 155-175$
Bauweise: hybrid (16 mm dynamisch + Balanced Armature)
Frequenzgang: 10 Hz – 30 kHz
Empfindlichkeit: 125 dB (+/- 2 dB)
Impedanz: 16 Ohm
Kabellänge: 1,2 m


Über hybride Konzepte:

Wie man den technischen Daten bereits entnehmen kann, unterscheidet sich der Alpha 1 von den meisten gängigen Ohrhörern und setzt nicht lediglich auf einen dynamische Schallwandler, sondern kombiniert diesen mit einem weiteren Balanced Armature Treiber.
Die meisten In-Ears und bis dato auch fast alle Earbuds verwenden dynamische Treiber für die Audiowiedergabe. Diese haben den Vorteil, ohne allzu großen Aufwand das gesamte für den Menschen hörbare Frequenzspektrum abzudecken und ebenfalls ohne große Mühe einen stark angehobenen Bassbereich zu erzielen. Hochwertigen dynamischen In-Ears wird allgemein ein körperhafter, musikalischer Bassbereich nachgesagt, der im Ausklang jedoch meist eher weich als hart und analytisch ist. Im Gegensatz zu anderen Wandlerprinzipen besitzen dynamische Treiber jedoch meist auch eine etwas niedrige Detailauflösung.
Im höherpreisigen und professionellen Bühnenbereich findet man fast nur In-Ears mit Balanced Armature Treibern vor, welche in der Regel eine höhere Auflösung als ihre dynamischen Konsorten besitzen und sehr detailreich, schnell, präzise und auch sehr pegelfest aufspielen, was insbesondere für Bühnenmusiker von Bedeutung ist. Auf der Schattenseite steht, dass ein einzelner BA-Treiber kaum oder nur mit größerem Abstimmungsaufwand den größten Teil des hörbaren Frequenzspektrums abdecken kann und dabei nur mit größerem Aufwand, wie mehreren und voluminösen Treibern für den Tiefton in der Lage ist, extremere Betonungen zu erzielen. Einige Menschen empfinden den Klang von In-Ears mit BA Treibern auch als analytisch, leblos, klinisch oder kalt (in meinen Jahren der Mitgliedschaft, Reviews und Kaufberatung in einem großen deutschen Onlineforum für Audio sind mir diese Begriffe schon mehrfach in Bezug auf die Wahrnehmung von BA-basierten In-Ears, insbesondere bezogen auf den Tiefton,  begegnet).

Hybride In-Ears vereinen die positiven Aspekte aus beiden Welten und setzen auf einen dynamischen Schallwandler für die tiefen Frequenzen und mindestens einen BA Wandler für die mittleren und hohen. Dadurch bleien der Körper und der oft als „musikalisch“ beschriebene Charakter des dynamischen Basses und die Detailauflösung und Präzision des Balanced Armature Mittelhochtöners erhalten.
Beim Alpha 1 handelt es sich jedoch um Earbuds, und zwar die weltweit ersten in hybrider Bauweise mit einem großen dynamischen 16 mm-Treiber für die tieferen Frequenzen und einem Balanced Armature Wandler für die höheren. Ein gewagtes Konzept, an das sich bis jetzt kommerziell noch kein anderer Hersteller gewagt hat, da Earbuds und Balanced Armature Treiber zusammen noch kritischer auf den Sitz reagieren als gängige Konzepte – ob dieses im Alpha 1 für mich aufgeht, könnt ihr nachfolgend lesen.


Lieferumfang:

Typisch für DUNU fällt der Lieferumfang des Alpha 1 recht üppig aus, so ist eine Vielzahl an unterschiedlichen Aufsatzstücken inkludiert.

Die Verpackung ist hochwertig, stabil und im für DUNU typischen Design gestaltet. Auf der Vorderseite findet man ein großes Bild der Earbuds vor, die Rückseite gibt Aufschlüsse über die verwendete Hybrid-Technologie und beschreibt auch ein wenig den Klang. Auf der linken Seite sind die technischen Spezifikationen in mehreren Sprachen aufgedruckt. Die rechte Seite, auf der sich zudem eine Lasche zum Öffnen der magnetischen Klappe befindet, zeigt die drei Wörter, welche für DUNU stehen: „Delicate Unique & Utmost“.
Die Innenseite des Deckels auf der Oberseite zeigt auf der linken Hälfte das mitgelieferte Zubehör, benennt die verschiedenen Aufsätze und zeigt, wie diese richtig angebracht und die Earbuds korrekt in der Ohrmuschel positioniert werden. Auf der rechten Seite wird ein Musiker namens Max Barsky vorgestellt, dazu befindet sich hier ein Sichtfenster, durch das man die Alpha 1 Earbuds erblicken kann.
Mittels einer weiteren Lasche kann man dann diese Seite  ebenfalls aufklappen und findet alsbald neben den Earbuds und einer Garantiekarte ein Aufbewahrungsetui mit silberfarbenem DUNU-Logo, einen Kabelclip, einen vergoldeten 6,35 auf 3,5 mm Adapter sowie eine Vielzahl an verschiedenen Aufsätzen vor.  An Aufsätzen enthalten sind: „Bass/Liquid“ genannte Aufsätze mit Finnen (in drei Größen), „Balance/Musical“ genannte dicke Silikonringe (drei Paare, Einheitsgröße), „Airy/Resolution“ genannte dünne Silikonringe (drei Paare, Einheitsgröße) sowie schließlich „Full/Balance“ genannte Schaumstoffabdeckungen (zwei Paare, Einheitsgröße).










Optik, Haptik, Verarbeitung:

Die großen Gehäuse der Earbuds bestehen größtenteils aus Kunststoff, außen gibt es jedoch noch eine
zusätzliche polierte Aluminium-Applikation. Im „Stiel“ befindet sich unten eine Öffnung für den Bassreflexkanal, der ähnlich wie bei den Apple EarPods verläuft und wie auch bei diesen weiter oben auf der vom Ohr wegzeigenden Gehäuserückseite einen weiteren Belüftungsschlitz besitzt. Auf der zum Ohr gerichteten Seite befinden sich 26 kleine Löcher für den großen dynamischen Treiber sowie in der Mitte eine hervorstehende „Nase“, in der sich der Balanced Armature Schallwandler befindet, welcher eine eigene Schallaustrittsöffnung besitzt.
Um das Gehäuse umlaufend befindet sich ein schmaler Kragen aus Kunststoff, auf welchem die verschiedenen Aufsätze halten.
Das Kabel ist noch relativ flexibel, jedoch nicht ganz so sehr wie beim Titan 1 oder DN-2000J und besitzt das für DUNU typische und patentierte Kabel-Management-Element aus Silikon. Der Y-Splitter, Kinnschieber sowie 3,5 mm Klinkenstecker bestehen aus schwarzem Metall. Am Klinkenstecker und Y-Splitter ist der Knickschutz gut, fehlt jedoch leider direkt an den Earbuds.

Die „Bass/Liquid“ genannten Finnen-Aufsätze besitzen auf der Rückseite einen kleinen Buchstaben, welcher deren Größe angibt. Auf der Vorderseite befindet sich ein kleiner Pfeil, welcher in dieselbe Richtung wie der Schallaustritt für den Balanced Armature Treiber zeigen soll. Ein ebensolcher Pfeil befindet sich auch auf den „Balance/Musical“ genannten dicken Silikonringen.
Anfangs war es für mich noch etwas schwierig und fummelig, die Aufsätze anzubringen, doch mit der Zeit und dem ständigen Wechseln zwecks des Vergleichens gewöhnte ich mich daran und das Tauschen der Silikon-Ringe funktionierte dann einfacher.

Das mitgelieferte Aufbewahrungsetui ist zwar nicht so hochwertig wie beim Titan 1 oder gar DN-2000J, jedoch schützt es die Earbuds, besitzt innen ein kleines Fach für etwaiges Zubehör wie die verschiedenen Aufsätze und ist gut ausgepolstert.










Tragekomfort, Isolation:

Die Earbuds lassen sich am besten klassisch mit dem Kabel nach unten tragen, wobei auch ein seitenverkehrtes Tragen mit den Kabeln über den Ohren möglich wäre, jedoch logischerweise die Kanäle vertauscht. Die Earbuds klassisch zu tragen und das Kabel dann nach oben zu führen ist auch möglich, jedoch in diesem Fall nicht unbedingt bequemer und insbesondere ebenfalls gar nicht notwendig, denn die Alpha 1 Earbuds besitzen mit allen verwendeten Aufsätzen eine solch gering ausgeprägte Mikrofonie, dass diese vernachlässigbar ist.
Bei Earbuds ist der Sitz natürlich von Mensch zu Mensch noch unterschiedlicher als bei In-Ears und daher kann hier keine wirklich allgemeingültige Aussage getroffen werden. Mit den großen „Bass/Liquid“ Aufsätzen mit den Finnen bekomme ich den besten Sitz, die anderen Aufsätze halten jedoch auch ziemlich gut und sogar fest genug, um einen Handstand zu machen, ohne dass mir die Earbuds herausfallen oder zu sehr verrutschen.
Der allgemeine Tragekomfort ist gut, jedoch merke ich nach längerer Zeit (~ eineinhalb bis zwei Stunden) das Schallröhrchen, welches leicht gegen meine Ohrmuschel drückt, jedoch noch nicht so stark, als dass der Druck schmerzhaft wäre.

Die Isolation betreffend muss ich wohl nicht viel schreiben, denn diese ist typisch für Earbuds nah an der Grenze der Existenz.


Klang:

Sicherheitshalber habe ich die In-Ears wie empfohlen eingespielt, obwohl ich bei dynamischen Treibern wenn überhaupt, dann an keine großen physikalischen Einspieleffekte glaube, die insbesondere nicht die Tonalität betreffen. Reproduzierbare Einspieleffekte bei Balanced Armature Treibern schließe ich sowieso aus und habe diesbezüglich auch noch nie etwas im Ansatz feststellen können.
Als Abspielgeräte dienten dabei meist der iBasso DX80 und LH Labs Geek Out IEM 100. Das Quellmaterial lag im FLAC- und 320 kBps MP3-Format vor.

Da bei Earbuds (besonders bei solchen mit Balanced Armature Treibern) der Sitz und Seal eine entscheidende Rolle bei der Wahrnehmung des Klanges spielen, kann der Klang von Mensch zu Mensch noch unterschiedlicher als bei In-Ears sein. Ebenfalls die Auswahl der richtigen Aufsätze ist beim Alpha 1 hier entscheidend.
Auch ich hatte zuerst stärkere Probleme, einen guten Seal (sofern man bei Earbuds überhaupt halbwegs von so etwas sprechen kann) zu erreichen, wodurch der Klang anfangs besonders im Bereich der Mitten voller Peaks war (ich schätze, die Abdichtung war für den Balanced Armature Treiber nicht ausreichend). Nach einiger Zeit fand ich jedoch den für mich passenden Einsetzwinkel heraus, welcher bei mir dann zu einem gleichmäßigen Klang ohne Berg- und Talfahrt führte.

Meine nun folgenden Klangeindrücke beziehen sich auf Hören mit den „Balance/Musical“ Aufsätzen, die für mich den besten und ausgewogensten Klang brachten (mehr zu den einzelnen Aufsätzen bei „Tuning-Optionen“).

Tonalität:

Wie klingt der Alpha 1 nun für einen Earbud? Tonal („Balance/Musical“ Aufsätze) würde ich ihn als neutral mit vordergründigen Mitten beschreiben. Das, was ich höre, geht für mich ein wenig in die Richtung des Shure SE315 mit mehr Hochtonpräsenz und einem gleichmäßiger angehobenem Mittelton (den Graphen des Shure zu urteilen, denn außer dem SE425 und 846 besitze ich keine weiteren In-Ears des amerikanischen Kopfhörer- und Mikrofonherstellers).
Beginnen wir mal mit dem Tiefton: für einen Earbud ist der Alpha 1 dort noch ordentlich, mit einem Bassabfall, der bei 80 Hz beginnt und bei ca. 45 Hz seinen -5 dB Punkt besitzt – Mid- und Kickbass „kann“ er also noch, im Tiefbass ist er Pegel unterhalb von 35 Hz beim Hören dann jedoch vernachlässigbar (da der tiefere Midbass an sich ja auch schon klar hörbar leiser als der Kickbass ist).
Der Kickbass zusammen mit einem Teil des unteren Midbasses ist im Vergleich zu einem neutralen In-Ear mit ca. einem dB nur ganz marginal angehoben. Ab 600 Hz beginnt dann die Mittenbetonung, welche ihren Höhepunkt bei etwa 1 kHz besitzt und bis ziemlich exakt 2 kHz reicht. Danach ist der Hochton in meinen Ohren auf den Punkt genau, jedoch mit je einem kleinen Peak bei 4,8 und 7 kHz. Ab 8 kHz fällt der Pegel im Hochton dann recht schnell ab, was dem einzelnen Balanced Armature Treiber im mehr oder minder freien Raum geschuldet ist. „Glitzern“ im Superhochton oberhalb von 10 kHz sucht man also vergebens.

Die Mittenbetonung fällt schon stärker aus und beträgt sicher um die 5 dB, was zusammen mit dem recht neutralen Tiefton für viele Menschen sicher zu viel sein wird (ich bin da ja recht anpassungsfähig, also nervt mich persönlich der betonte Mittelton nicht, und durch die bereits bei etwa 600 Hz beginnende Betonung steigt er auch gleichmäßig an und fällt wieder gleichmäßig ab, doch bin ich mir sicher, dass sich viele an ihm etwas stören könnten – eine milder  ausfallende Betonung der Mitten wäre für den Massengeschmack deshalb womöglich die bessere Wahl und ich würde es begrüßen, in der Zukunft einen Alpha 2 mit weniger stark ausfallender Mitteltondominanz zu sehen, denn ansonsten finde ich den Hörer wirklich gelungen).

Tuning-Optionen: Jeder der Aufsätze brachte bei mir einen etwas anderen Klang, was größtenteils wohl am leicht unterschiedlichen Sitz und Seal lag.

„Bass/Liquid“ (Finnen-Aufsätze):
Die für mich sichersten und bequemsten Aufsätze liefern in meinen Ohren ca. 1 dB mehr unteren Grundton, jedoch klingen hohe Stimmen kantig („edgy“, as the American would call them) und nicht genießbar.

„Airy/Resolution“ (dünne Silikonringe):
Die Klangsignatur ist bis zu den Mitten prinzipiell wie bei meinen bevorzugten dicken „Balance/Musical“ Aufsätzen, jedoch mit noch kantigeren oberen Mitten als bei den „Bass/Liquid“ Aufsätzen und peakigen, dünnen Höhen.

„Full/Balance“ (Schaumstoff):
Oha, eine kleine Überraschung: der Klang wird voluminös, bassig und die Mitten dunkel. Eine Anhebung um gut 6 dB mehr im Vergleich zu vorher ist im Bassbereich erkennbar. Gleichzeitig leidet die Auflösung jedoch ein wenig, vergleichbar mit Schaumstoffaufsätzen für In-Ears.

Gar keine Aufsätze:
Dieses wortwörtlich „einschneidende“ Erlebnis brachte für mich eigentlich das beste Ergebnis, mit einer allgemein besseren Balance, einem gleichmäßigeren Hochton und einem etwas weniger präsenten Mittelton.

Auflösung:

Zuerst muss ich hier mal erwähnen, dass die Kohärenz sehr gut gelungen ist und der Übergang der beiden unterschiedlichen Treiber völlig nahtlos und unauffällig gelingt.
Dass der große dynamische 16 mm-Treiber durch den Einsatz des BA-Treibers für die höheren Frequenzen entlastet wird, fällt sehr positiv auf, denn nicht nur die allgemeine Detailfülle profitiert davon, sondern auch der Tiefton. Für einen dynamischen Wandler spielt der große Treiber sehr kontrolliert und überraschend schnell. Diese Eigenschaften vereint er noch mit einem beeindruckenden, natürlichen Basskörper – ist dies etwa die oft besprochene „Magie“ der großen dynamischen In-Ear-Treiber? Sehr gut möglich. Einen so schnellen Bass wie bei Balanced Armature-Bässen erreicht der Alpha 1 natürlich nicht, gibt sich für einen Dynamiker jedoch absolut keine Blöße und deklassiert den Titan 1  im Tiefton in Sachen Schnelligkeit mit einem gleichzeitig noch besseren Körper.
Im Mittel- und Hochton hört man definitiv den Vorteil der Höheren Auflösung des Balanced Armature Treibers, der eine merklich bessere Sprachverständlichkeit und Detailfülle als die meisten dynamischen In-Ears bei sehr niedrigen Abhörlsutstärken generiert (für eine bessere Einschätzung habe ich die Mitten hierfür auch um 6 dB in der Spitze abgesenkt). Trotzdem klingt der Titan 1 in den Höhen etwas natürlicher, obwohl er nicht die gleiche Detailfülle wie der Alpha 1 besitzt. Das im Vergleich zu vielen In-Ears fehlende Glitzern im Hochton oberhalb von 10 kHz fällt jedoch bei einer Gegenüberstellung merklich auf (siehe Shure SE425).

Von der reinen Auflösung ist der Alpha 1 mehr ein In-Ear als Earbud und überbietet Single-Driver In-Ears im gleichen Preisbereich ohne große Mühe.

Bühnendarstellung:

Breiter als durchschnittlich, jedoch mit verhältnismäßig wenig Tiefe präsentiert sich die imaginäre Bühne des DUNU Alpha 1. In meinen Ohren spielt der Alpha 1 etwa 75% so breit wie der Titan 1, jedoch vielleicht nur ein Fünftel mal so tief – möglicherweise doch ein Nebeneffekt der unterschiedlichen Treibertechnologien in einem mehr oder minder offenen Raum.
Die seitliche Instrumentenseparation wirkt gut und die Tiefenstaffelung ist auch ordentlich gelöst, mit einzeln erkennbaren Ebenen, jedoch in der Tiefe mit etwas Nebligkeit (die Instrumente und Klangelemente strahlen in der Tiefe etwas ineinander).


Fazit:

Das gewagte Konzept der hybriden Alpha 1 Earbuds von DUNU geht teilweise auf, stellenweise jedoch etwas weniger.
Beim ersten Einsetzen war ich über die peakige Berg- und Talfahrt geschockt und nahm den Alpha 1 schnell wieder aus meinen Ohren, doch wollte ich mich nicht damit zufrieden geben, weswegen ich neben den Aufsätzen noch mit dem Einsetzen sowie Winkel experimentierte und schließlich zu einem ausgewogenen Ergebnis kam. Jedoch gibt es mit allen Aufsätzen (bis auf die dicken Silikonringe und die Schaumstoffaufsätze) in den oberen Mitten bei hellen Stimmen eine unangenehme Kantigkeit, weswegen die individuell richtigen Aufsätze bei diesem hybriden Konzept noch entscheidender als sonst sind, um einen möglichst dichten Abschluss zu erreichen.
Klanglich reicht die Abstimmung von neutral mit überpräsenten Mitten (Silikonaufsätze) bis hin zu einem bassigen und dunklen Klang (Schaumstoff). Menschen mit sehr kleinen Ohren könnten jedoch Probleme mit der Größe haben (immerhin kommt für den Tiefton ein 16 mm-Treiber zum Einsatz).
Die Auflösung ist gut und der Tiefton besitzt einen enorm guten Körper – jedoch ist der Hochtonumfang etwas begrenzt und nur auf Shure SE425-Niveau.

Für mich persönlich ist der Alpha 1 ein gelungenes Konzept und mit den dicken Silikonaufsätzen auch klanglich gut (ich bin selbst bei stärkeren Mittenbetonungen recht anpassungsfähig), wodurch mein persönliches Fazit der Earbuds mit ~ 4,2 von 5 Sternen gut ausfällt.
Da ich jedoch versuche, möglichst allgemeingültig zu bewerten, bekommt der Alpha 1 von mir „offiziell“ 3,7 von 5 Sternen – er ist einfach ein Spezialist und klingt nur gut, wenn der Abschluss in der Hörmuschel mitsamt des Sitzes stimmt, was bei viele Menschen schwierig sein kann (der BA-Treiber benötigt nun mal eine gute Ankopplung.