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Fidue A65 - Review 🇩🇪



Prolog:

Bevor ich zu meinem eigentlichen Review übergehe, möchte ich mich bei Penon Audio für das Bereitstellen eines Exemplares des A65 (http://penonaudio.com/FIDUE-A65) im Austausch für meine ehrliche Einschätzung bedanken.
Penon Audio ist ein chinesischer Online-Händler von Hi-Fi Artikeln, welcher 2013 gegründet wurde. In der Vergangenheit habe auch ich bereits mehrfach dort bestellt und mit dem Standard-Versand kamen die bestellten Kopfhörer auch immer mit einer Laufzeit von etwa zwei Wochen ziemlich schnell an, so auch dieses Mal mit dem A65.

Benny Tan, Fidues Chef-Ingenieur, besitzt über 20 Jahre Erfahrung, was die Entwicklung und Produktion von Premium-Kopfhörern betrifft und hat in der Vergangenheit bereits für einige bekannte Kopfhörer-Hersteller Produkte entwickelt, so besagt es ein kurzer Text auf der Rückseite der Verpackung des A65. Dass das Team rund um Benny Tan und Fidue keine Unerfahrenen im Audiobereich sind, merkt man ihren Produkten auch an, so konnte mich etwa auch das hybride Konzept A73 früher bereits sehr überzeugen, aber dazu mehr in meinem folgenden Review.

Erhältlich ist der A65 mittlerweile auch bei Amazon: http://amzn.to/1stX7dR


Technische Daten:

Preis: 59,90$
Treiber: dynamisch, 8 mm, Titanbeschichtet
Frequenzgang: 16  - 22000 Hz
Impedanz: 16 Ohm
Empfindlichkeit: 101 dB
Verzerrungen: < 1%
Maximale Eingangsleistung: 30 mW
Kabel: 1,3 m
Mikrofonempfindlichkeit: -42 dB (+/- 3)
Mikrofon SNR: > 55 dB


Lieferumfang:

Geliefert wird der A65 in einem stabilen weißen Karton, auf dessen Vorderseite man rechts den
Firmen- und Modellname inklusive einer kurzen Beschreibung der In-Ears vorfindet. Der weiße Text befindet sich auf grünem Hintergrund, was insofern erfrischend wirkt, da dies soweit ich weiß kein anderer Hersteller in dieser Form pflegt. Die grüne Farbe wirkt zusammen mit dem „F“ aus Fidue, welches mich an einen Zweig mit Blättern erinnert, harmonisch, beruhigend und naturverbunden – nun aber genug assoziiert.
Des Weiteren befindet sich oberhalb des Fidue Logos auf der Vorderseite ein graues Karomuster, welches aus dem Fidue-F und grauen Quadraten besteht.
Auf der Unterseite setzt sich rechts das grüne Band fort und offenbart die von der Vorderseite bekannte kurze Beschreibung auf Deutsch und Chinesisch übersetzt; daneben befindet sich links der Slogan „Original sound, beautifully voiced!“ mit Benny Tans gedruckter Unterschrift darunter.
Neben einer kurzen Beschreibung der Firma, den technischen Spezifikationen und einem QR-Code befindet sich noch die Seriennummer auf der Rückseite.
Im Inneren der Verpackung befinden sich neben den In-Ears vier Paar Silikonaufsätze (drei davon in verschiedener Größe und ein Paar Bi-Flanges; die mittleren Aufsätze sind bereits montiert), ein kleiner, schwarzer Aufbewahrungsbeutel (ein Etui wäre angemessener), ein Kleidungsclip, ein eigentlich unnötiges Utensil zum Aufwickeln des Kabels (mit den Fingern gelingt dies besser und schneller) und schließlich etwas, das eine Garantiekarte zu sein scheint.








Optik, Haptik, Verarbeitung:

Respekt, Fidue!
Die In-Ears sehen nicht nur enorm gut aus, sie sind auch ebenso verarbeitet. Die gesamten In-Ears bestehen aus Metall, wobei der vordere Teil mit dem Schallröhrchen ein dunkles „Gunmetal-Grau“ repräsentiert; der Mittelteil ist kupferfarben (ich glaube sogar, dass es sich um richtiges Kupfer handelt, das lackiert wurde) und die Faceplate besteht aus silberfarbenem Edelstahl, auf welchem sich das „Fidue-F“ wiederfinden lässt.
Der gerade Klinkenstecker, der Y-Splitter und das Mikrofon (dessen Taste sich bei meinem Exemplar leider nur mit sehr viel Kraft betätigen lässt) sind aus mit kleinen Rillen versehenem Metall hergestellt und besitzen einen grauen Knickschutz. Die Kabelummantelung ist gräulich und semitransparent, wodurch sie einen Blick auf das kupferfarbene Kabel ermöglicht. Mikrofonie ist mit dem Kabel so gut wie gar nicht vorhanden, wenn man es über die Ohren legt, dazu ist es sehr flexibel und fühlt sich gut an.
Einzig einen Kinnschieber vermisse ich.




Tragekomfort, Isolation:

Der A65 lässt sich sowohl mit dem Kabel nach unten als auch über den Ohren geführt tragen, wobei letztere generell meine bevorzugte Methode darstellt (so werden mit ihr Kabelgeräusche drastisch gemildert und der auch Halt verbessert sich).
Die In-Ears sitzen sehr bequem in meinen Ohren, doch ist es schade, dass man auf einen Kinnschieber (möglicherweise wegen der Kabelfernbedienung) verzichtet hat, so bewegt sich das Kabel folglich recht stark, wenn ich mich nach hinten oder zu den Seiten neige.

Die Isolation ist in meinen Ohren klar besser als durchschnittlich.


Fernbedienung, Mikrofon:

Die Fernbedienung mit einem Knopf zum Steuern der Wiedergabe funktioniert mit allen unterstützten Geräten gut, der Druckpunkt ist jedoch sehr fest.


Die Sprachqualität des Mikrofons ist ziemlich ordentlich; Stimmen sind tonal korrekt und realistisch, jedoch ein wenig bedeckt, was sich jedoch ändern lässt, indem man das Mikrofon zum Gesicht dreht.


Klang:

Den Klang der A65 In-Ears habe ich sowohl mit meinem iBasso DX90 als auch DX80 und HiFime 9018d evaluiert, wobei das Musikmaterial hauptsächlich im FLAC-Format vorlag.
Zum Hören verwendete ich die großen Silikonaufsätze.

Übrigens beeinflusst das vordere Loch im Gehäuse die Bassquantität (ist es geschlossen, steigt die Tiefton-Menge), weshalb die Eindrücke hier von Mensch zu Mensch etwas abweichen können.

Tonalität:

Der A65 ist richtig gut abgestimmt und befindet sich auf der ausgewogenen Seite.
Der Bassbereich ist nur leicht im Vordergrund, mit einer eher kleinen Betonung von 3,5 dB im Kickbass, die auch den oberen Midbass und unteren Grundton etwas betrifft. Vom Midbass abwärts fällt der Pegel etwas ab, doch Tiefbass „kann“ der A65 auch problemlos und in ausreichender Lautstärke wiedergeben.
Darüber hinaus ist der Pegel im Grundton recht neutral und reicht ebenso ohne Betonung in die präsenten, jedoch nicht wirklich betonten Mitten, die sich ganz minimal auf der dunklen und nicht aufdringlichen Seite befinden.
Im unteren Hochton/Präsenzbereich besitzt der Fidue erfreulicherweise noch einen guten Pegel und ist im Gegensatz zu vielen In-Ears hier nicht unterpräsent.
Der folgende Hochtonbereich befindet sich etwas im Hintergrund, lässt den Klang jedoch nicht warm, sondern nur ein wenig sanft und dunkel erscheinen. Im Hochton ist der Pegel sehr gleichmäßig und es lassen sich keine Senken oder Peaks heraushären, bei 8,5 kHz jedoch gibt es eine kleine, wenngleich auch eher breitbandig ausfallende Betonung, die jedoch noch unterhalb der Nulllinie liegt.
Im Superhochton ist der Pegel etwas geringer ausgeprägt, reicht jedoch noch konstant bis zu ganz hohen Frequenzen.

Auflösung:

Hier gibt es nichts zu bemängeln und der A65 spielt hochauflösend, detailreich und präzise.
Der Tiefton ist recht schnell und trocken, besitzt eine gute Kontrolle und schlägt fest ein. Auch gen Tiefbass weicht der Klang nicht auf.
Der Mittelton spielt sehr sauber und detailliert, Stimmen klingen natürlich und fein aufgelöst.
Der Hochton wirkt beim ersten Hören etwas weniger detailliert, was jedoch daran liegt, dass es keine Peaks gibt – bei genauerem Hinhören ist er nämlich nicht minder auflösend als der Mittelton, wirkt jedoch minimal stumpf, da Becken und hohe Klangelemente etwas zu schnell abklingen.
Was hier für den Preis an Gegenwert geboten wird, ist jedoch beachtlich.
Auch bei schnellerem Musikmaterial behält der Fidue noch gut die Kontrolle.

Räumliche Darstellung:

Die Bühne des A65 ist in meinen Ohren durchschnittlich breit und besitzt etwa die gleiche räumliche Tiefe. Die Instrumentenseparation und Tiefenstaffelung sind enorm präzise und einzelne Klangelemente und Instrumente werden scharf und sauber voneinander getrennt dargestellt. Viel mehr kann man sich bei einer Bühne in Sachen Ortung nicht wünschen.


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Vs. DUNU Titan 1:
Beide In-Ears besitzen einen Titan-beschichteten Treiber, sind jedoch etwas anders abgestimmt und unterscheiden sich auch in der Bühnenabbildung.
Der Fidue ist von den beiden der etwas ausgewogener spielende Hörer. Bei der Auflösung geben sich beide nicht viel, wobei der DUNU vielleicht die geringfügig höhere Detailfülle bietet. Im Mittelton sehe ich den Fidue als höher auflösend an und auch insgesamt nehme ich ihn als natürlicher klingend wahr.
Der DUNU ist im Bassbereich etwas schneller sowie kontrollierter und besitzt gleichzeitig noch den besseren Körper.
Die Bühne des DUNU ist klar weitläufiger und besitzt die merklich stärker ausgeprägte Tiefe (beim halboffenen Design war das auch abzusehen), doch bietet der Fidue eine ebenso gut ausgeprägte Instrumententrennung und räumliche Präzision.


Fazit:

Mit dem Fidue kann man bei dem geringen Preis nicht wirklich viel falsch machen – er bietet eine
extrem wertig erscheinende Verarbeitung, einen recht natürlichen Klang, eine hohe Auflösung und eine sehr präzise Bühnenabbildung. Der Gegenwert für das Geld ist, sowohl haptisch als auch klanglich, sehr gut.
Das Fehlen eines Kinnschiebers, der mittelmäßige Aufbewahrungsbeutel sowie die etwas zu schnell abklingenden Becken sind meine einzige Kritik und so schafft es der A65 mit 95% in meiner Wertung zu knappen 5 von 5 möglichen Sternen.