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Penon IEM: you get what you pay for - Review 🇩🇪



Prolog:

Bevor ich zu meinem eigentlichen Review übergehe, möchte ich mich bei Penon Audio für das Bereitstellen eines Exemplares des Penon IEM (http://penonaudio.com/PENON-IEM) im Austausch für meine ehrliche Einschätzung bedanken.
Penon Audio ist ein chinesischer Online-Händler von Hi-Fi Artikeln, welcher 2013 gegründet wurde. In der Vergangenheit habe auch ich bereits mehrfach dort bestellt und mit dem Standard-Versand kamen die bestellten Kopfhörer auch immer mit einer Laufzeit von etwa zwei Wochen ziemlich schnell an, so auch dieses Mal mit dem Penon IEM, welchen man mir zusammen mit dem Fidue A65 mitgeschickt hat, um meine ehrliche Meinung zu erfahren.

Den Penon IEM kann man nur in Verbindung mit einer regulären Bestellung bei Penon Audio für zusätzlich 9,99$ bestellen.


Technische Daten:

Treiber: dynamisch, 10 mm
Frequenzgang: 5 – 28000 Hz
Impedanz: 32 Ohm
Empfindlichkeit: 108 dB
Maximale Eingangsleistung: 280 mW
Kabellänge: 1,3 m


Lieferumfang:

Die Penon IEMs kommen in einer kleinen Pappschachtel, in welcher sich neben den In-Ears ein Paar schwarze Silikonaufsätze, ein Paar schwarze Bi-Flange Silikonaufsätze sowie drei Paar semi-transparente Silikonaufsätze mit rotem Kern befinden.




Optik, Haptik, Verarbeitung:

Die In-Ears bestehen aus bronzefarbenem Metall und wirken sehr stabil; scharfe Kanten oder Verarbeitungsmängel kann ich nicht feststellen.
Das Kabel ist überraschend ordentlich, denn es wirkt sehr flexibel, verwindungsfrei und besitzt am 3,5 mm Stecker sowie unterhalb des Y-Splitters einen guten Knickschutz, welcher jedoch darüber und an den In-Ear Gehäusen selbst nicht vorhanden ist. Ein Kinnschieber fehlt leider ebenfalls.






Tragekomfort, Isolation:

Die In-Ears lassen sich einfach und bequem einsetzen und sitzen sehr sicher sowie komfortabel in meinen Ohren. Bei einer Trageweise mit dem Kabel über den Ohren gibt es auch keine störende Mikrofonie.

Die Isolation ist etwas besser als durchschnittlich, jedoch nicht so gut wie bei gänzlich geschlossenen In-Ears.


Klang:

Gehört habe ich hauptsächlich mit dem HiFiMe 9018d als Wandler am Computer sowie der iBasso DX90. Sicherheitshalber habe ich die Penon IEMs dabei auch wie empfohlen in der angegebenen Zeit eingespielt, obwohl ich selbst kein Verfechter des Burn-In bin.

Zum Hören verwendete ich die großen, mitgelieferten Aufsätze mit rotem Kern.

Tonalität:

Bassbomber-Basshead-Level Abstimmung.

Der Bassbereich ist mit etwa 15 dB sehr stark angehoben und dürfte somit alle Bassheads befriedigen. Die Betonung erstreckt sich vom Midbass bis in den oberen Grundton.
Im Tiefbass fällt der Pegel subjektiv etwas ab. Die enorme Bassbetonung beginnt etwa bei 150 Hz abzuschwellen und erstreckt sich dann bis etwa 800 Hz, wo der Pegel wieder auf ein normales Niveau absinkt. Aufgrund des mächtigen Grundtons werden die Mitten natürlich überdeckt und klingen sehr warm und wollig; zwischen 1 und 2 kHz fällt der Pegel zudem etwas ab, was auch dazu beiträgt.
In den Höhen gibt es bei 5,5 kHz und bei 8,5 kHz je einen Peak, der letztere geringer, jedoch gleichen sie die Basswand nicht aus.

Auflösung:

Im Serienzustand das, was man für 10$ erwarten kann – nicht so sonderlich viel, der mächtige Tiefton strapaziert den Treiber einfach zu sehr.
Dem ganzen Klang mangelt es an Details sowie Differenzierung und von Natürlichkeit kann man da gar nicht erst sprechen. Der Bass ist undifferenziert, federartig, schwammig und wirkt stumpf, irgendwie entkoppelt und dröhnt.
Den Mitten fehlt es an Details, der Hochton ist jedoch einigermaßen erträglich.

Mit starken Equalizer-Eingriffen und Entlastung des Tieftons wird die Auflösung besser und insbesondere der Bassbereich erfreut sich einer höheren Kontrolle. Trotzdem, im Mittelton gibt es besser auflösende In-Ears auch um 10$.

Räumliche Darstellung:

Die Bühne empfinde ich als etwas breiter als durchschnittlich und auch Tiefe ist vorhanden, jedoch verhältnismäßig nicht ganz so viel.
Wie in der Preisklasse meist üblich wirkt die räumliche Präsentation neblig.


Fazit:

Ist der Penon IEM ein Wegwerf-Hörer? Jein, ein Hi-Fi Hörer jedoch ist er auch definitiv nicht. Für den Preis von knapp 10$ bekommt man klanglich das, wofür man bezahlt.
Im Basiszustand klingt der Penon IEM viel zu unkontrolliert sowie schwammig und auch der Mittelton ist zu verhangen. Hilft man mittels Equalizer kräftig nach und entlastet den Treiber, steigt die Auflösung etwas und wird hörbar besser – das können andere In-Ears wie die von Knowledge Zenith aber auch schon ohne EQ-Eingriffe noch ein gutes Stück besser.
Was man jedenfalls bekommt, ist ein gut verarbeiteter In-Ear mit einem ordentlichen Kabel, der jedoch nur mit Equalizer annehmbar klingt (und meine Endbewertungen beziehen sich nun mal auf die klanglichen Stärken ohne jegliche Equalizer-Eingriffe).

Als kleines Geschenk für klanglich weniger anspruchsvolle Menschen taugt der Penon IEM vielleicht doch etwas (wenngleich heutzutage die In-Ears von Knowledge Zenith eine weitaus bessere Alternative darstellen) und alles in Allem komme ich auf ein Ergebnis von Irgendetwas zwischen einem halben und 1,5 von 5 Sternen – mehr als 10$ dürfte der In-Ear aber auch nicht kosten.