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Cowon Plenue D - Unboxing, erste Eindrücke + Messungen 🇩🇪

Kürzlich bin ich auf Cowons neuestes Produkt, den Plenue D, gestoßen, bei dem es sich um einen sehr kleinen DAP handelt, welcher scheinbar besonders für In-Ears konzipiert wurde, so ist seine Ausgangsleistung mit 1 VRMS verhältnismäßig gering.
Die technischen Daten und die Akkulaufzeit (unter Anderem um die 100 Stunden mit MP3s sowie 50 mit Hi-Res Dateien) waren vielversprechend, also habe ich den Schritt gewagt und mir auch ein Exemplar gekauft, welches heute eingetroffen ist.
Nach dem Installieren der aktuellsten Firmware (1.02) ging es dann auch ans Messen, Hören und Ausprobieren.

Erhältlich ist der Player mittlerweile auch bei Amazon: http://amzn.to/1stVKM9


Hier nun also meine stichpunktartigen Eindrücke:



Beim Auspacken war ich erstaunt, wie klein der Player in Wirklichkeit ist - dass er klein ist, wusste ich ja, aber dass er so klein ist, ist schon erstaunlich und positiv.

Die Verarbeitung wirkt hochwertig, alles fühlt sich gut an.

Die Bildschirmauflösung könnte etwas höher sein, ist für einen Audio-Player jedoch mehr als ausreichend.

Die Wiedergabesteuerung ist praktisch, doch wäre es besser, die Lautstärke- und Wiedergabesteuerung befänden sich auf unterschiedlichen Seiten.

Cool: der On/Off Knopf besitzt einen Ring, welcher weiß blinkt, wenn der Bildschirm deaktiviert, der Player jedoch eingeschaltet ist. Bei schwacher Akkukapazität wechselt die Farbe zu rot. In den Einstellungen lässt sich die LED deaktivieren.

Der interne Speicher von 32 GB ist praktisch; externe Speicherkarten werden nur im FAT32-Format erkannt. Ordnernavigation wird unterstützt.

Nicht-quadratische Albumcover werden korrekt dargestellt.
Alben ohne Cover bekommen ein willkürliches aus Cowons eigener Bibliothek an Beispielbildern.

Die Navigation ist etwas langsam, laggy. Ich denke, dass dies eher an der Firmware als am Prozessor liegt. Besonders beim Scrollen in Listen fällt dies etwas negativ auf.

Bei sehr langen Musiktiteln (selbst bei knapp unter 3 Stunden) ist schnelles Spulen mit dem Finger ohne Verzögerung möglich.


Vor den Klangeindrücken und Messungen habe ich noch ein paar Bilder für euch:























Weiter geht es mit dem Klang sowie den Messungen:


Der Klang ist detailliert, klar, neutral und gefällt mir.

Der Cowon ist quasi Rausch-frei. Als sehr Rausch-empfindliche Person höre ich jedoch mit extrem empfindlichen In-Ears wie dem Shure SE846 oder Ostry KC06A in extrem leisen/stillen Passagen ein sehr geringes Rauschen, welches jedoch meist kaum und insbesondere nicht im Geringsten negativ auffällt.
Der Plenue D ist also Rausch-frei (oder extrem Rausch-arm, was treffender wäre), doch ist der iBasso DX90 noch stiller (das Gros der Nutzer dürfte jedoch auch beim Cowon nicht das geringste Rauschen wahrnehmen).

Ohne Last spielt der Plenue D perfekt linear und die angegebene Ausgangsimpedanz stimmt auch (siehe Messung mit dem Triple.Fi 10).

Die DSP-Spielereien benötige ich zwar nicht, doch sind sie ganz nett und funktionieren sehr gut, ohne Verzerrungen oder Ähnlichem.

Das von früheren Cowon-Modellen bekannte Abrollen im Bass mit niederohmigen In-Ears gibt es beim Plenue D glücklicherweise nicht.
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Triple.Fi 10 -> Ausgangsimpedanz tatsächlich sehr niedrig

Gegenüberstellung - die angegebene Ausgangsimpedanz stimmt, so bleibt der Frequenzgang auch unter komplexer Last mit variierendem Ausgangswiderstand linear.

Leider, so muss ich als Leise-Hörer sagen, ist mir die geringstmögliche Lautstärke mit In-Ears eindeutig zu hoch. Pfui! Das ist genau so wie beim Sansa Clip Zip mit der originalen SanDisk Firmware, bei der mir die geringste Lautstärke auch klar zu hoch war; Abhilfe hat dann RockBox als alternatives Betriebssystem gebracht.
Dass Cowon dies mit zukünftigen Firmwares behebt und den Regelbereich nach unten hin erweitert, bezweifle ich persönlich sehr. Daher hoffe ich auf RockBox oder eine andere Alternativfirmware, welche dies behebt.

Bei Head-Fi habe ich von einem Nutzer, dem die geringstmögliche Lautstärke ebenfalls zu hoch war, gelesen, dass er dies durch Reduktion aller Frequenzbänder via Equalizer behebt. Leider senkt dies nicht das gesamte Frequenzspektrum ab, wie man hier sehen kann:




Vorläufiges Fazit:

Ob ich den Plenue D behalte, weiß ich aktuell nicht so recht; momentan tendiere ich dazu, ihn wieder zu verkaufen - die geringstmögliche Lautstärke ist mir persönlich einfach zu hoch und für empfindliche In-Ears habe ich den Plenue D schließlich gekauft.


Nachtrag:

Kurze Zeit später habe ich mich dafür entschieden, den Plenue D zu verkaufen. Als Leise-Hörer war mir die geringstmögliche Lautstärke in der großen Mehrzahl der Fälle zu hoch und auch die etwas träge Menüführung trug dazu bei, wenngleich auch nur sekundär.
Sollte der Regelbereich nach unten hin irgendwann erweitert oder RockBox als Firmware mit nach unten hin erweitertem Regelbereich, vergleichbar mit dem Sansa Clip Zip, möglich werden, hielt der Player höchstwahrscheinlich wieder Einzug bei mir.