Translate

DUNU DN-2002: eine etwas bassigere und weniger helle Adaption des DN-2000J - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Im Februar 1994 ursprünglich als OEM-Produzent gegründet, hat sich die chinesische Audio-Firma
DUNU in den vergangenen Jahren immer weiter entwickelt und in Hi-Fi-Kreisen hoch geschätzte Modelle auf den Markt gebracht, darunter den Titan 1, der ein recht offener und schwach isolierender In-Ear in der Manier eines Earbuds ist und in der portablen Hi-Fi-Welt recht viel Anklang fand und noch immer findet. Auch ziemlich viel Aufmerksamkeit bekam der recht gut bekannte hybride DN-2000J, den ich persönlich auch sehr mag, abgesehen von den manchmal zu hellen oberen Mitten sowie mittleren Höhen.

Kürzlich hat mich Vivian von DUNU kontaktiert, um mir mitzuteilen, dass das erste Modell der neuen Reihe hybrider In-Ears, die vor ein paar Monaten der Weltöffentlichkeit präsentiert wurden, fertig sei. Kurze Zeit später kam dann auch schon der Postbote mit einem Paket, in welchem sich die DN-2002 In-Ears, die vier Treiber je Seite verwenden, befanden. Zwei der der Treiber sind dynamische Modelle und für den Bass zuständig, die anderen beiden sind Balanced Armatures und übernehmen je den Mittel- beziehungsweise Hochton (die In-Ears sind mit drei akustischen Wegen konzipiert).
Die UVP beträgt 379$, womit die neuen In-Ears nur geringfügig mehr als der objektiv sehr gute DN-2000J kosten. Nur 30$ mehr bei einem zusätzlichen Treiber je Seite als auch mit nun austauschbaren Kabeln finde ich dabei sehr fair.
Wie schlägt sich der DN-2002 eigentlich im Vergleich mit dem DN-2000J und anderen hybriden In-Ears? Lasst es uns gemeinsam herausfinden.

Erhältlich ist der DN-2002 mittlerweile übrigens auch bei Amazonhttp://amzn.to/2obfmmn



Technische Daten:

UVP: 379$
Treiber: 4 (2x dynamisch, 2x BA)
Frequenzgang: 10 Hz – 40 kHz
SPL: 106 +/- 2 dB
Impedanz: 10 Ohm
Kabellänge: 1,2 m


Über hybride In-Ears:

Wie man den technischen Daten und der Einleitung bereits entnehmen kann, unterscheidet sich der DN-2002 von den meisten gängigen In-Ears und setzt nicht lediglich auf dynamische oder Balanced Armature Schallwandler, sondern kombiniert beide – bei ihm handelt es sich um einen hybriden In-Ear, einer in den letzten Jahren vermehrt aufkommenden Bauweise.

Die meisten In-Ears verwenden dynamische Treiber für die Audiowiedergabe. Diese haben den Vorteil, ohne allzu großen Aufwand das gesamte für den Menschen hörbare Frequenzspektrum abzudecken und ebenfalls ohne große Mühe einen stark angehobenen Bassbereich zu erzielen. Hochwertigen dynamischen In-Ears wird allgemein ein körperhafter, musikalischer Bassbereich nachgesagt, der im Ausklang jedoch meist eher weich als hart und analytisch ist. Im Gegensatz zu anderen Wandlerprinzipen besitzen dynamische Treiber jedoch meist auch eine etwas niedrige Detailauflösung.

Im höherpreisigen und professionellen Bühnenbereich findet man fast nur In-Ears mit Balanced Armature Treibern vor, welche in der Regel eine höhere Auflösung als ihre dynamischen Konsorten besitzen und sehr detailreich, schnell, präzise und auch sehr pegelfest aufspielen, was insbesondere für Bühnenmusiker von Bedeutung ist. Auf der Schattenseite steht, dass ein einzelner BA-Treiber kaum oder nur mit größerem Abstimmungsaufwand den größten Teil des hörbaren Frequenzspektrums abdecken kann und dabei nur mit größerem Aufwand, wie mehreren und voluminösen Treibern für den Tiefton in der Lage ist, extremere Betonungen zu erzielen. Einige Menschen empfinden den Klang von In-Ears mit BA Treibern auch als analytisch, leblos, klinisch oder kalt (in meinen Jahren der Mitgliedschaft, Reviews und Kaufberatung in einem großen deutschen Onlineforum für Audio sind mir diese Begriffe schon mehrfach in Bezug auf die Wahrnehmung von BA-basierten In-Ears, insbesondere bezogen auf den Tiefton,  begegnet).

Hybride In-Ears vereinen die positiven Aspekte aus beiden Welten und setzen auf einen dynamischen Schallwandler für die tiefen Frequenzen und mindestens einen BA Wandler für die mittleren und hohen. Dadurch bleiben der Körper und der oft als „musikalisch“ beschriebene Charakter des dynamischen Basses und die Detailauflösung und Präzision des Balanced Armature Mittelhochtöners erhalten – und auf genau diese hybride Technologie setzt DUNU mit seinem DN-2002 und spricht damit diejenigen an, welche den klinisch-schnellen Bass eines BA-Treibers als unnatürlich empfinden, jedoch die Auflösung, Schnelligkeit und Präzision in den Mitten und Höhen beibehalten wollen.


Lieferumfang:

Was einem wahrscheinlich auffällt, wenn man mit DUNUs neueren Produkten vertraut ist, ist die
etwas andere Verpackung des DN-2002, welche nun aus einem Schuber mit stabilem Pappkarton darin besteht.
Der Schuber sieht nicht deutlich anders als die früheren Verpackungen aus und zeigt auf der Vorderseite ein großes Bild der In-Ears, zusammen mit einem Comply Foam und SpinFit Logo in der linken unteren Ecke. Die Rückseite ist DUNU-typisch hübsch gestaltet und zeigt alle Eigenschaften mitsamt dazugehörigem Text und Bildern; darunter findet man die technischen Daten.
Der eigentliche Verpackungs-Karton kann dann seitlich herausgeschoben werden und stellt sich als schwarzer Karton mit silberfarbenem DUNU-Logo heraus, dessen magnetisch arretierter Deckel wie der Deckel eines Buches aufgeklappt werden kann. Daraufhin erblickt man im Inneren die In-Ears nebst eines neues Aufbewahrungsetuis im Peli-Case Stil, welches einen 6,3 auf 3,5 mm Adapter, Shirtclip, zwei Ohrbügel, ein Paar an Comply Foam Aufsätzen, drei Paare an weißen Silikonaufsätzen und schließlich einen Beutel mit drei Paaren an SpinFit Aufsätzen enthält (ein viertes Paar ist bereits an den In-Ears montiert).

Der Lieferumfang und die Auspackerfahrung sind okay, waren beim DN-2000J jedoch um einiges beeindruckender.








Optik, Haptik, Verarbeitung:

Ehrlich gesagt finde ich das Design des DN-2002 nicht sonderlich ansprechend. Der DN-2000J ist
elegant und gepflegt, der DN-2002 nur irgendwie durchschnittlich anmutend. Er sieht nicht billig aus, aber auch nicht unbedingt einzigartig. Seine Formensprache erinnert mich etwas an Audio Technicas ältere Modelle, was zwar keine schlechte Sache ist, aber irgendwie passen die zweifarbigen Gehäuse meiner Meinung nach nicht so recht zum Erscheinungsbild der In-Ears. Die Rückseite ist schwarz, die vordere Hälfte silberfarben – eine einheitliche Gehäusefarbe sähe optisch meiner Meinung nach besser aus. Klar, die zylindrische Form wurde für die beiden dynamischen Tieftöner gewählt, aber die Farbgebung ist nicht so mein Ding – die Optik des DN-2000J, der Titan Reihe und der Renderings des DK-3001 sowie DK-4001 gefallen mir da doch deutlich besser.
Schönheit liegt natürlich auch im Auge des Betrachters, also lasst uns von diesem eher nebensächlichen Thema etwas abrücken.

Die eigentlichen Gehäuse, welche die Treiber beinhalten, sind zylindrisch geformt und relativ groß. Das vordere Element besteht aus CNC-gefrästem Aluminium, die Rückseite ist aus hochwertigem, mattschwarzem Plastik gefertigt und besitzt ein DUNU Logo auf der Faceplate.
Die Kabel sind am zylindrischen Steg an den Seiten befestigt und besitzen fest einrastende, koaxiale MMCX-Stecker, die durch eine Nut fixiert werden nicht drehbar sind, was die Haltbarkeit deutlich verbessern sollte. Was ich recht praktisch finde, ist, dass die rechte Seite neben den klassischen Seitenmarkierungen einen glänzenden roten Ring zur einfachen Identifikation der Seiten besitzt.
Die In-Ears selbst sind sehr gut verarbeitet und fühlen sich auch sehr stabil an.

Das Kabel ist von sehr hoher Qualität und gehört zu den besten und flexibelsten nicht-verdrillten Modellen die ich kenne, neben dem Kabel, das Jays für seine q-JAYS nutzt. Im Grunde ist es abgesehen von den nicht drehbaren MMCX-Steckern mit dem des DN-2000J identisch. Der gewinkelte, aus Metall gefertigte 3,5 mm Klinkenstecker zeigt die Seriennummer; der Y-Splitter sowie Kinnschieber bestehen ebenfalls aus schwarzem Metall. Natürlich fehlt auch am DN-2002 nicht DUNUs patentiertes Kabelmanagement-Tool aus Silikon.
Die Kabel besitzen oberhalb des Y-Splitters einen eingearbeiteten Luftkanal, durch welchen sie mit weniger Belastung gequetscht und geknickt werden können, wodurch die Haltbarkeit besser sein müsste. Diesen Luftkanal gab es auch schon beim DN-2000J. Dennoch, direkt an den MMCX-Steckern würde ich mir einen besseren Knickschutz wünschen, denn trotz des guten Kabels wird diese Stelle beansprucht und könnte etwas besser geschützt werden.

Das Aufbewahrungsetui sieht im Vergleich zum pompösen Alu-Behälter des DN-2000J recht schlicht und billig aus, ist innen jedoch gut gepolstert und – was am wichtigsten ist – schützt die In-Ears gut.

Ein netter optischer Zusatz ist, dass die weißen Silikonaufsätze mit DUNU-Logos versehen sind.








Tragekomfort, Isolation:

Die In-Ears sind relativ groß – zusammen mit den Stegen sind sie größer als der DN-2000J, also sollte man nicht unbedingt die kleinsten Ohren haben, um einen guten Sitz und Seal erlangen zu
können. Mit meinen großen Ohren habe ich keine Sitzprobleme, dennoch berührt der untere Teil des Stegs meine Ohrmuscheln, wenn ich die In-Ears mit den Kabeln über den Ohren trage, was jedoch nicht die angedachte Trageweise ist (umgehen lässt sich dies, indem man die In-Ears um 90 oder 180° dreht (letzteres ist identisch damit, die In-Ear normal nach unten einzusetzen und dann die Kabel um die Ohren zu legen), dann berührt der Steg meine Ohrmuscheln nicht mehr und der Komfort ist sehr gut).
Die In-Ears sind dafür angedacht, mit den Kabeln nach unten getragen zu werden. Die professionellere Kabelführung über den Ohren ist aufgrund der Stege nicht so einfach möglich, aber je nach Ohranatomie realisierbar (oder wenn man die Seiten tauscht, wodurch der rote Ring aber auch nach links wandert). Die beste Methode für mich ist es, die In-Ears mit den Kabeln nach unten einzusetzen und diese dann um die Ohren zu legen. Ich trage den DN-2002 also mit den Kabeln über den Ohren, was ich mit so gut wie allen In-Ears (und auch manchen Earbuds) so handhabe. Mikrofonie ist dann so gut wie gar nicht mehr präsent.

Die Geräuschisolation ist für belüftete In-Ears recht gut: sie ist etwas besser als durchschnittlich, vergleichbar mit dem DN-2000J und reicht nicht an das Niveau gänzlich geschlossener Modelle heran.




Klang:

Obwohl ich nicht an Burn-In bei Kopfhörern glaube, habe ich den DN-2002 sicherheitshalber 100 Stunden mit Rausch- und Sinussignalen eingespielt, bevor die Brain-In Phase begann.
Zum Hören verwendete ich hauptsächlich den iBasso DX90, DX80 sowie LH Labs Geek Out IEM 100. Die Hauptsächlich genutzten Aufsätze waren die inkludierten regulären weißen Silikonaufsätze in der größten Größe. Die größten SpinFit Aufsätze nutzte ich nur, um sie mit den regulären zu vergleichen. Keine anderen als die im Lieferumfang enthaltenen Aufsätze wurden verwendet.

Tonalität:

Weiße Silikonaufsätze:
Lasst und einen näheren Blick auf den Klang mit den weißen Silikonaufsätzen werfen, da die SpinFit Aufsätze für mich nicht wie beworben funktionierten (mehr dazu weiter unten).

Der Klang mit den weißen Silikonaufsätzen erinnert mich stark an den des DN-2000J, jedoch mit mehr Bass, einem etwas zarteren Hochton und klar weniger dünnen Mitten. Die (oberen) Höhen befinden sich noch immer auf der helleren Seite, der Bass ist nun präsenter. Die Mitten treten geringfügig in den Hintergrund, jedoch nicht deutlich. Eine insgesamt etwas badewannige Tendenz? Ja, das kann man so schon sagen, nur konzentriert sich die Betonung im Tiefton eher auf den Mid- und Ober- statt auf den Tiefbass und ist nicht arg viel anders als der Bassbereich des DN-2000J, nur mit etwas mehr Quantität und Substanz.

Ohne viel Abdeckung der Belüftungsöffnung spielte der Triple-Driver DN-2000J eher auf der
helleren, dünneren Seite. Im Vergleich zum extrem neutralen Etymotic ER-4S war der Bass um die 5 dB stärker als neutral ausgeprägt. Im Vergleich zum UERM, der auch als recht neutral gehandelt wird, waren es nur etwa 2 dB mehr Bass als neutral (eigentlich sogar minimal weniger). Er war ein insgesamt eher hell abgestimmter In-Ear mit geringfügig badewanniger Tendenz. Bei stärkerer Abdeckung der Belüftungsöffnungen oder beim Einsatz der Tiefbassringe nahm der Bass etwas zu, wurde fülliger. In meinen Ohren waren die Belüftungsöffnungen kaum verdeckt, also war er ein recht ausgewogener In-Ear mit einem stärkeren Drang zum Hellen, mit etwas dünnen, hellen (insbesondere oberen) Mitten und mittleren Höhen. Der DN-2002 ist anders: er klingt fleischiger, bassiger, stärker einschlagend im Bass. Der Hochton befindet sich auch etwas auf der helleren Seite, klingt jedoch nicht aufdringlich. Stimmen sind flacher sowie nicht mehr dünn klingend. Der Quad-Driver wurde definitiv für alldiejenigen entwickelt, denen der DN-2000J zu zurückhaltend im Bass, zu dünn im Mittelton und zu hell als auch spitz in den (mittleren) Höhen war. Auch klingt er ein wenig bassiger und weniger dünn als der DN-2000J mit aufgezogenen Tiefbassringen.

Der DN-2002 besitzt etwa 7 dB mehr Bass als der ER-4S und circa 4 dB mehr als der UERM, jedoch klingt er nicht nur ein wenig bassiger als der DN-2000J (ca. 5 dB mehr Bass als der ER-4S) – woran liegt das? Es ist eigentlich recht einfach: der DN-2002 besitzt geringfügig mehr Oberbass und unteren Grundton als der DN-2000J, was bereits für mehr subjektiv empfundene Fülle und Bassigkeit sorgt. Dann klingt der DN-2002 natürlich auch weniger dünn im Mittelton und besitzt in den unteren als auch mittleren Höhen weniger Pegel, der beim DN-2000J für den Ausgleich des Bassbereiches sorgte. Ich habe es mehrfach per Equalizer gegenkontrolliert: der DN-2002 hat überhaupt nicht viel mehr Bassquantität, klingt dennoch nicht nur ein bisschen bassiger (senkt man den Hochton und die oberen Mitten des DN-2000J breitbandig um etwa 4 dB ab, wird es offensichtlich, dass dieser aufgrund der den Bassbereich ausgleichenden, breitbandigen Höhenbetonung subjektiv als ein größeres Stück weniger bassstark als der DN-2002 empfunden wird – hebt man bei diesem den Hochton nämlich auch breitbandig an, klingt der Bass subjektiv ebenfalls weniger vordergründig).

Mal sehen, was ich beim Hören von Musik und dem Einsatz eines Equalizers sowie Sinusgenerators wahrnehme (verwendeter DAC-Amp für die Sweeps: HiFime 9018d aufgrund seiner extrem geringen Ausgangsimpedanz):
Die Betonung des Tieftons beginnt von 650 Hz an, im oberen mittleren Grundton, gen Oberbass
anzusteigen; der Klimax wird bei etwa 180 Hz erreicht. Der Pegel bleibt bis 50 Hz konstant und beginnt danach, im Tiefbass, abzurollen, mit sehr wenig Pegel unterhalb von 30 Hz. Weil der Klimax relativ hoch erreicht wird, wird der Bass als fülliger und dicker wahrgenommen, im Vergleich zu In-Ears, die quantitativ ähnlich betont sind, bei denen der Höhepunkt jedoch tiefer erreicht wird. Weil die Betonung auch mehr wie ein Buckel als wie eine gerade Linie ansteigt, klingt der Grundton auch etwas wärmer und gewichtiger, mit präsenterem Basskick (für meinen persönlichen Geschmack könnte der Klimax etwas tiefer liegen, mit etwas geringerer Wärme im unteren Grundton und einem etwas weniger präsenten Kickbass oder einem präsenteren, nicht abrollenden Tiefbass als Ausgleich).
Der Mittelton ist ziemlich geradlinig und tritt nach 1,5 kHz in den oberen Mitten/dem Präsenzbereich etwas in den Hintergrund. Stimmen sind dadurch neutral in meinen Ohren und weder dünn noch warm sondern erscheinen natürlich, obwohl es bei ganz tiefen Stimmen eine geringe Wärme gibt, welche die tonale Balance im Mittelton jedoch nicht beeinflusst. Danach höre ich einen breitbandigen Peak bei 4 kHz, der sich jedoch noch immer ganz geringfügig unterhalb der Nulllinie befindet; anschließend ist der mittlere Hochton zwischen 5 und 6 kHz etwas im Hintergrund und schafft genug Headroom für einen breitbandigen Peak zwischen 7,5 und 10 kHz (EQ-Experimente zeigen um die 4 dB). Der Superhochton oberhalb von 10 kHz besitzt nicht viel weniger Pegel als der obere Hochton und zieht sich extrem hoch, mit einem Tonumfang von mehr als 16 kHz ohne Abrollen.

Der DN-2002 harmoniert exzellent mit den meisten Genres und klingt natürlich (dennoch, wer keinen
betonten oberen Hochton mag, wird an ihm wohl eher keine Freude finden). Rock, Metal, Pop, Instrumentalmusik, Country, D&B, Klassik, Rap, Hip Hop und auch Jazz sind mit dem DN-2002 sehr gut hörbar. Der tonale Charakter erscheint natürlich, mit etwas mehr Gewichtigkeit auf den tiefen Tönen. Trompeten, Violinen und auch Schlagwerk klingen realistisch. Nichtsdestotrotz finde ich elektronische Musik mit hoher Hochtondichte sowie generell Musikstücke mit einer hohen Dichte im Hochton, oder auch wenn eine Note exakt die Peak-Frequenz trifft, manchmal als etwas scharf aufgrund der Betonung im oberen Hochton – zwar klar weniger als mit dem DN-2000J, jedoch mehr als beim UPQ Q-music QE80, welcher sogar noch mehr (oberen) Hochton besitzt, auf mich hingegen sanfter und weniger spitz bei Titeln mit hoher Hochtondichte wirkt.
Der DN-2002 ist nichts für alle, die einen zurückhaltenden, flachen, nur minimal akzentuierten Bass suchen. Aber er ist auch definitiv nichts für Bassheads, besitzt jedoch einen fest zupackenden Ober- und Midbass mit vollem unterem Grundton, der dem Klang Fülle und Kick verleiht, wenn dies gefordert ist. In lauterer Umgebung ist die Betonung auch praktisch, um die Maskierung der tiefen Frequenzen zu kompensieren, wie etwa in größeren Städten.

SpinFit Aufsätze:
Wie bereits zuvor erwähnt, haben die SpinFit Aufsätze nicht wie beworben für mich funktioniert. Ich
denke, dies könnte unter anderem an meinen weiten, gerade Gehörgängen liegen. Mit annähernd allen In-Ears bekomme ich einen guten Sitz mit gutem Winkel des Schallröhrchens, es gibt nur sehr wenige Ausnahmen. Mit beinahe allen In-Ears reduzieren die SpinFit Aufsätze in meinen Ohren den (insbesondere oberen) Hochton, was das Gegenteil dessen ist, was die Messungen anzeigen, die ich gemacht habe, denn mit den meisten In-Ears zeigen diese etwas mehr Pegel im Hochton, wenn die SpinFit Aufsätze verwendet werden – was ziemlich merkwürdig ist, denn ich höre es gegenteilig, mit weniger Hochton. Nur in sehr wenigen Fällen, wenn die In-Ears in meinen Ohren nicht gut sitzen, kommt es vor, dass die SpinFit Aufsätze den Hochton in meinen Ohren tatsächlich aufhellen und den Tonumfang erhöhen.
Nun, beim DN-2002 ist leider Ersteres der Fall: die SpinFit Aufsätze messen sich etwas heller im Hochton, klingen in meinen Ohren jedoch klar zurückhaltender in den oberen Frequenzen. In meinen Ohren wird insbesondere der obere Hochton abgedämpft und tritt in den Hintergrund, klingt aber auch weniger spitz und dadurch geschmeidiger. Wer weiß, möglicherweise stellt sich der Klang mit den SpinFit Aufsätzen für andere Menschen anders dar, schließlich habe ich von manchen Menschen gelesen, dass sich der Klang mit den meisten In-Ears wie beworben verändert.

Aufgrund dessen und persönlicher Präferenzen nutzte ich zum Hören und Vergleichen lediglich die regulären weißen Silikonaufsätze.


Auflösung:

Der DN-2002 übernimmt eine der großen Stärken des DN-2000J: Feinauflösung.
Genau wie schon beim Triple-Driver sehe ich das Auflösungsniveau irgendwo zwischen dem UE900 und Westone 4R, von welchem ich denke, dass er einer der technisch besten universellen In-Ears
unterhalb von 1000$ ist (, der aber ansonsten nicht ganz so sehr meinen persönlichen Geschmack trifft, ehrlich gesprochen). Die Sprachverständlichkeit ist exzellent, mit einer guten Aufdeckrate an feinen gesanglichen Variationen. Allgemein spielt der DUNU sehr detailliert und klingt auch im Hochton sehr feinzeichnend und klar (hier sogar minimal besser differenziert als der DN-2000J).
Der Bass ist enorm kontrolliert, ziemlich schnell und nichtsdestotrotz mit einem schönen und etwas fühlbaren Körper. Zwar ist der Basskörper etwas weniger als beim DN-2000J ausgeprägt, dafür klingt der Tiefton des DN-2000J schneller aus und erscheint dadurch etwas fester (was nun mal ein wenig zu Lasten des Körpers geht) – erinnert ihr euch an mein DN-2000J Review, in dem ich mir einen etwas schnelleren/festeren Bass wünschte? Ich denke, DUNU ist dies mit dem DN-2002 gut gelungen. Der Bass erreicht nicht ganz das Niveau an Details und Geschwindigkeit von guten geschlossenen Balanced Armature Tieftönern, ist jedoch ganz gut vergleichbar mit rückseitig belüfteten BA-Bässen und passt perfekt zu all denjenigen, die den trockenen, klinischen Bass der meisten BA In-Ears nicht mögen und mehr Musikalität sowie Körper wünschen, aber nicht auf Details, Kontrolle und Geschwindigkeit verzichten wollen. Der Einschlag von Bässen ist schnell. Mehrere Basslinien auf einmal sowie schnelle Doppel- als auch Dreifach-Bassschläge kommen schnell, ohne zu matschen und lassen sich gut voneinander unterscheiden. Der Abklang ist ein wenig langsamer als bei besseren geschlossenen BA-Bässen, aber an sich nicht wirklich langsam – er ist etwas schneller als der Bass des bereits schnellen DN-2000J und beinahe so schnell wie der dynamische Woofer des FLC8s; das ist die DUNU-Magie: ein qualitativ wirklich hochwertiger dynamischer Bass mit einem schönen Körper und wirklich exzellenter Kontrolle und guter Geschwindigkeit.

Räumliche Darstellung:

Weil ich die Bühnenpräsentation des DN-2002 als exakt gleich wie beim DN-2000J empfinde, habe
ich mich dazu entschlossen, diesen Teil einfach zu kopieren, da ich dem einfach nichts mehr hinzuzufügen habe: „Die Bühnendarstellung des [DN-2002] ist eine seiner großen Stärken und ist wirklich ‚top notch‘. Die Räumlichkeit des DUNU ist für mich [fast] so unbeschwert, weitläufig und unangestrengt wie beim UERM, was heißen soll, dass keine wirklichen Grenzen zu den Seiten hin erkennbar sind und sich die Bühne je nach Musikstück unterschiedlich groß darstellt.
Die seitliche Ausdehnung wie auch die Tiefe sind sehr gut und weitläufig ausgeprägt, wirken jedoch erfreulicherweise nicht künstlich in die Breite gestreckt.
Die Instrumentenplatzierung im Raum erfolgt sehr präzise und Instrumente besitzen eine präzise Abgrenzung voneinander, ohne ineinander überzugehen. Auch die Tiefenstaffelung erfolgt sehr homogen und ohne stockende ‚Layer‘.“
Der In-Ear besitzt eine gute seitliche und räumliche Ausprägung der Bühne. Sie ist nicht die allergrößte und reicht nicht an die Größe von Bügelkopfhörern heran, ist jedoch trotzdem von guter Qualität und vor allem präzise.

---------

Im Vergleich mit anderen hybriden In-Ears:


ORIVETI PRIMACY:
Der PRIMACY besitzt weniger Oberbass und unteren Grundton, weshalb er etwas weniger bassig klingt. Der PRIMACY kommt in den unteren Frequenzen tiefer, ohne Abfall im Tiefbass. Die Mitten des PRIMACY sind geringfügig heller. Im Hochton klingt er auch in mindestens 90% der Fälle sanfter und wird nur auffälliger, wenn eine einzelne Note genau seine schmalbandige Peakfrequenz im oberen Hochton trifft.
Was die Auflösung betrifft, sind die beiden gar nicht so arg weit auseinander, aber der DN-2002 spielt insgesamt feinzeichnender und klingt detaillierter im Mittel- und Hochton. Basskontrolle und -geschwindigkeit sind vergleichbar, aber hier kommt wieder die „DUNU-Magie“ ins Spiel, bei welcher der DN-2002 einen schöneren Körper besitzt und dennoch genauso schnell und kontrolliert wie der ORIVETI klingt.
Die Bühne des DUNU ist breiter und insbesondere tiefer, mit der präziseren Instrumentenplatzierung, Trennung und Staffelung.

UPQ Q-Music QE80 (OEM des Fidue A83):
Der DUNU besitzt geringfügig mehr Bass. Die Mitten des QE80 sind heller und etwas distanzierter. Der UPQ besitzt mehr Pegel im Präsenzbereich und geht dadurch etwas kritischer mit schlechten Aufnahmen um. Im Hochton ist er ebenfalls betonter, auch in den oberen Höhen, wodurch er dünner als der DN-2002 klingt. Das Timbre des DUNU ist realistischer, besonders bei Violinen, die der UPQ etwas ins Helle verfärbt. Obwohl der UPQ mehr Pegel in den oberen Höhen besitzt, klingt er hier etwas angenehmer und auch weniger spitz, wenn Musik mit einer hohen Dichte im Hochton wiedergegeben wird.
Der QE80 besitzt den besser fühlbaren Basskörper, aber bei schnellerer Musik zeigt der DUNU seine Überlegenheit, da sein Bass schneller, besser kontrolliert und fester als der des UPQ zu Werke geht. Im Mittelton sind beide etwa gleich gut auflösend, unterscheiden sich aber in ihrer Präsentation. Im Hochton hingegen deckt der DN-2002 mehr Details auf und klingt differenzierter.
Die Bühnenbreite der beiden In-Ears ist gleich, aber der DN-2002 besitzt mehr räumliche Tiefe und die bessere Instrumentenseparation, Staffelung und Darstellung von Leere.

FLC Technology FLC8s (red-black-green/gunmetal Filterkombination für den Vergleich):
Der FLC8s besitzt etwas weniger Oberbass und unteren Grundton mit diesen Filterkombinationen, etwa gleich viel Midbass und (viel) mehr Tiefbass (beim DN-2002 rollt dieser unterhalb von 50 Hz ab). Die Mitten sind etwa gleich, wobei diese beim FLC eine Spur heller sind und etwas distanzierter erscheinen (mit diesen beiden Filterkombinationen). In den mittleren Höhen spielt der FLC etwas entspannter. Je nach verwendeten Filtern im Schallröhrchen besitzt der FLC8s entweder gleich viel (gunmetal) oder mehr oberen Hochton (green). Während der Peak im oberen Hochton beim FLC steiler ist, fällt er beim DUNU breitbandiger aus, klingt in Sachen Spitzigkeit/Realismus bei beiden In-Ears jedoch gleich.
Insgesamt ist der FLC8s etwas detaillierter und feinzeichnender. Dabei spreche ich aber eher von einem kleineren Abstand als Welten. Was der DN-2002 nicht erreicht, ist die Magie des FLC8s-Mitteltons, der sogar meinen UERM in Sachen Stimmdetails geringfügig übertrifft. Der DUNU liegt nicht weit hinter dem FLC, aber dieser deckt einfach mehr feine Details in Stimmen auf. Im Hochton sind beide identisch detailliert, mit vielleicht einer Rasierklingendicke Vorsprung für den FLC8s. Im Tiefton ist der einzelne dynamische Woofer des FLC minimal schneller und fester, dafür kann der DUNU aber mit dem schöneren, „magischen DUNU-Körper“ auftrumpfen und ist nur minimal „langsamer“.
Die Bühne des FLC8s ist etwas breiter als die des DUNU, jedoch weniger tief. In Sachen räumlicher Präzision und Instrumentenseparation ist der FLC geringfügig besser, mit sehr präzise voneinander getrennten und genau platzierten Instrumenten – sogar etwas präziser als beim DUNU. Dieser besitzt dafür jedoch die bessere Tiefenstaffelung.
Insgesamt ist es eine knappe Entscheidung und der FLC nur geringfügig besser.

DUNU DN-2000J (graue Silikonaufsätze, keine Abstandsringe, kein Tiefbassring):
Der DN-2002 besitzt gar nicht mal viel mehr Bass (gerade einmal 2 dB), klingt jedoch nicht nur ein wenig bassiger – wie kann das sein? Eigentlich lässt sich das ganz einfach erklären: der DN-2000J ist im Mittelton, unteren sowie mittleren Hochton heller, wohingegen der DN-2002 hier klar weniger helle Mitten als auch den geringeren Pegel in den mittleren und unteren Höhen besitzt. Als Resultat erscheinen der Oberbass sowie untere und mittlere Grundton präsenter, was aber auch daran liegt, dass dieser beim DN-2002 stärker in den oberen Grundton/die unteren Mitten übergeht.
Der DN-2000J klingt dünner und heller, der DN-2002 ist bassiger und weniger hell. Der Quad-Driver ist in den oberen Mitten/dem Präsenzbereich auch etwas zurückhaltender und geht daher mit schlechten Aufnahmen gnädiger um.
In Sachen Auflösung gibt es einen nur geringen Unterschied: der DN-2002 besitzt die etwas besser getrennten und präziseren Höhen, weshalb er im Hochton etwas natürlicher klingt. Sein Bass schwingt auch etwas schneller aus, weshalb er ein stückweit weniger körperhaft spielt und geringfügig fester ist.
Die Bühne der beiden In-Ears ist in meinen Ohren identisch.
Ich würde sagen, der DN-2002 ist ein Sidegrade bis geringes Upgrade auf der technischen Seite.

---------

Ich weiß, dass die größte Frage wahrscheinlich ist, ob der DN-2002 ein Upgrade im Vergleich zum DN-2000J ist. Zum einen hängt dies natürlich von den eigenen Präferenzen ab – der DN-2000J ist heller und dünner, besitzt weniger Bassquantität und ist in den Mitten sowie mittleren Höhen heller. Auf der technischen Seite, unter Ausschluss der eigenen Vorlieben, würde ich sagen, dass der DN-2002 irgendwo zwischen „Sidegrade“ und „geringfügiges Upgrade“ fällt. Der Hochton wirkt besser differenziert und etwas natürlicher, der Bass klingt ein wenig schneller aus. Auf der technischen Ebene gibt es keine großen Veränderungen, nur kleinere Updates. Für alle, die den DN-2000J besitzen und mögen, gibt es keinen wirklichen Grund, zu wechseln. Wer den DN-2000J hingegen in den Mitten als zu dünn, im mittleren Hochton als zu hell sowie manchmal spitz und im Bass als zu zurückhaltend empfindet, ihn ansonsten jedoch technisch mag, für den könnte der DN-2002 sehr interessant werden, da sein Bass kräftiger zupackend, kickender ist, die Mitten nicht mehr dünn klingen und der mittlere Hochton etwas entspannter daherkommt.


Fazit:

DUNU hat gute Arbeit mit dem DN-2002 geleistet: er richtet sich an alle, denen der DN-2000J zu
dünn, hell und bassschwach klingt. Der Bass ist stark und gut zupackend, besonders im Oberbass, wo er fest zupackt und gut kickt, übertönt die anderen Frequenzen jedoch nicht. Die Bühne ist mit der des Triple-Drivers identisch und wirklich schön. Den DN-2000J finde ich als manchmal zu hell und dünn klingend, besonders in den Mitten und mittleren Höhen – das wurde mit dem DN-2002 behoben. Er behält den magischen „DUNU-Bass“ bei und spielt sehr kontrolliert und schnell, wenngleich auch mit etwas weniger Basskörper als der DN-2000J. Als Resultat klingt der Bass des DN-2002 schneller sowie fester – und der Hochton scheint geringfügig differenzierter.
Ist es der geringe Zuwachs an Klarheit/Differenzierung zusammen mit dem etwas festeren Bass wert, vom DN-2000J auf den Quad-Driver zu wechseln, wenn man bereits den Triple-Driver besitzt und mag? Nein. Lohnt sich der Kauf, wenn einem die im Review genannten Eigenschaften gefallen und man den DN-2000J als etwas zu bassschwach, dünn und hell empfand, ihn aber ansonsten mochte? Dann definitiv ja.
Persönlich würde ich mir etwas weniger Oberbass und stattdessen mehr Tiefbassquantität wünschen. Meine objektive Bewertung beeinflusst dies nicht, da dies meine persönliche Präferenz ist und eure anders aussehen kann. Was objektiv besser als beim DN-2000J ist, ist die Balance im Mittelton – der Triple-Driver ist mir hier manchmal zu hell und dünn.

Alles in allem würde ich in Anbetracht des Preises und der Leistung verglichen zum DN-2000J
(94%) in der Klangqualitäts-Bewertung geringfügig nach oben gehen und gebe dem DN-2002 insgesamt 95,5% für einen hybriden In-Ear zu diesem Preis (Verbesserungspotenzial: ein etwas natürlicherer oberer Hochton bei Titeln mit hoher Hochtondichte). Was insgesamt etwas verbessert werden könnte (nicht den Klang betreffend), wären eine bessere native Kabelführung über den Ohren mit einem kürzeren Befestigungssteg der MMCX Stecker, ein schöneres Aufbewahrungsetui (wenigstens ein DUNU-Logo auf diesem wäre angebracht) und eine etwas andere Optik (die inneren und äußeren Hälften der Gehäuse sollten meiner Meinung nach die gleiche Farbgebung besitzen).
Bei meiner üblichen 70% Klang/Preis zu 30% Verarbeitung/Komfort Gewichtung komme ich zu einem Ergebnis von 4,6775 von 5 möglichen Sternen.