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AAW Q: Ein winziger Subwoofer im Ohr - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Advanced AcousticWerkes, in der Kurzform als AAW bekannt, ist eine aus Singapur stammende Manufaktur für maßgefertigte In-Ears (sog. „CIEMs“). Vor nicht allzu langer Zeit hat die Firma eine
Reihe an In-Ears mit universellem Gehäuse vorgestellt, die nicht etwa die nicht-maßgefertigten Pendants zu den CIEMs, sondern eine ganz eigenständige Produktlinie repräsentieren.
Einer dieser In-Ears, der den schlichten Namen „Q“ (https://www.aaw.me/collections/universal-in-ear/products/aaw-q-in-canal-monitor) trägt, ist nicht nur irgendein regulärer In-Ear mit dynamischem Micro-Schallwandler, sondern womöglich einer der kleinsten existierenden In-Ears überhaupt, denn sein dynamischer 6 mm Micro-Treiber ist in einem Gehäuse verbaut, das kaum größer und länger als der Treiber selbst ist, weshalb das Gewicht je Seite mit weniger als einem Gramm auch sehr gering ausfällt.
Und da der Q auch eher im Gehörgang als der Ohrmuschel sitzt, nennt ihn AAW auch nicht „In-Ear“ sondern „In-Canal Monitor“.

Könnte dieser In-Ear die Lösung für alle Menschen mit sehr kleinen Ohren sein? Und werde ich trotz meiner großen Ohrmuscheln und Gehörgänge einen komfortablen Sitz erzielen können? Nun, dies wird sich im Verlauf dieses Reviews herausstellen.

Erhältlich ist der Q übrigens auch (wenngleich zu einem höheren Preis) bei Amazonhttp://amzn.to/2e7myQn


Bevor ich fortfahre, möchte ich mir die Zeit nehmen, um mich bei Advanced AcousticWerkes für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares der Q In-Canal Monitore für den Zweck eines ehrlichen, unbefangenen Tests und Reviews zu bedanken.


Technische Daten:

Preis: 199 US$
Proprietärer dynamischer 6 mm Micro-Treiber
Impedanz: 42 Ohm
Tonumfang: 10 Hz – 40 kHz
Empfindlichkeit (dB SPL @ 1 mW): 113 dB
Eingangsleistung: 3 mW
Kabellänge: 1,27 m
Android/Apple Kabelfernbedienung


Lieferumfang:
Mich erreichte keine vollwertige Verpackung, sondern ein transparenter Plastikbeutel, in dem sich
Papierkram, eine Metallplatte mit einem AAW-Logo und Schaumstoff- als auch Silikonaufsätzen (insgesamt drei Paare je Art in drei unterschiedlichen Größen), ein Flugzeugadapter, ein 6,3 auf 3,5 mm Klinkenadapter, ein magnetisches Kabel-Management-Utensil aus blauem Kunstleder, die In-Ears und letztlich ein Aufbewahrungsetui aus blauem Kunstleder und Magnetverschluss befanden.


Optik, Haptik, Verarbeitung:

Die In-Ears sind winzig und sehr kurz – nicht sonderlich verwunderlich, wenn man bedenkt, dass sich mehr oder minder nur die winzigen Treiber in den Metallgehäusen befinden, auf welchen sich Seitenmarkierungen in Form klassischer „L“ und „R“ Buchstaben befinden.
Sowohl der gerade 3,5 mm Klinkenstecker als auch der Y-Splitter sind ebenfalls aus silberfarbenem
Metall gefertigt und besitzen je ein kleines „Q“.
Das Kabel ist schön flexibel und wirkt auch eher stabil. Oberhalb des Y-Splitters gibt es einen kleinen Kinnschieber. Unterhalb des Splitters ist das Kabel mit Nylon-Gewebe ummantelt – wer mich kennt, weiß, dass ich davon kein Fan bin, denn mit der Zeit franst dieses besonders im mobilen Gebrauch aus.
Am Klinkenstecker und Y-Splitter ist der Knickschutz gut, aber direkt an den In-Ears ein wenig zu kurz und nicht sonderlich schützend wirkend – aufgrund der geringen Größe muss man an den Kabeln ziehen, um die In-Ears aus den Ohren zu entfernen, was mit der Zeit zu einer Schwachstelle werden könnte.








Das rechteckige Aufbewahrungsetui mit einer Metallplatte mit AAW-Logo ist aus blauem Kunstleder
gefertigt, sieht recht schön aus und wurde vom Etui des Sennheiser IE 800 inspiriert. Dennoch ist es auch so wie bei meinem IE 800, dass ich ein gewöhnliches Aufbewahrungsetui bevorzugt hätte, denn anstatt die Kabel der In-Ears um das Etui zu wickeln, gelingt dies schneller, wenn man sie mit den Fingern aufwickelt und dann in eine Aufbewahrungstasche legt, in die kein Staub dringen kann. Obendrein wurde die Größe scheinbar nicht perfekt berechnet, denn oft geschieht es, dass der Stecker mit dem Kabel sich nicht gänzlich um das Etui wickeln lässt, sondern in eine Schlaufe gelegt werden muss, ansonsten kann er nicht verstaut werden.
Der innere Teil aus Schaumstoff kann zwar herausgenommen werden, wodurch auch andere Möglichkeiten der Lagerung entstehen, aber dennoch wäre ein ganz normales Etui meiner Meinung nach die bessere Wahl gewesen.







Tragekomfort, Isolation:

Die In-Ears wurden extra dafür entwickelt, sehr klein zu sein. Aufgrund dessen kann man sie auch etwas tiefer als viele reguläre In-Ears einsetzen, auch wenn die Einsetztiefe noch vor der ersten Biegung des Gehörganges endet.
Den Q kann man entweder mit dem Kabel nach unten oder nach oben in die Ohren einsetzen, wobei ich die zweite der beiden Methoden klar empfehle und so auch bei allen meiner In-Ears praktiziere, da Kabelgeräusche durch sie merklich minimiert werden, der Komfort besser ist und man die In-Ears auch in der Regel etwas tiefer einsetzen kann.
In meinen Gehörgängen verschwinden die Q In-Canal Monitors komplett, wodurch meine Conchas gänzlich frei bleiben. Durch die nahezu unsichtbare und unauffällige Trageweise fühle ich mich auch ein kleinwenig wie ein Geheimagent. ;-)
Selbst ohne den Einsatz des Kinnschiebers sind Kabelgeräusche so gut wie gar nicht vorhanden.

Obwohl sich in jedem der Gehäuse eine kleine Belüftungsöffnung befindet, isoliert der Q angenehm gut, auch wenn er nicht ganz das Isolationsniveau gänzlich geschlossener Modelle erreicht.


Klang:

Bei In-Ears und Kopfhörern glaube ich nicht an mechanische Einspiel-Effekte, habe den Q dennoch sicherheitshalber für mehr als 150 Stunden mit Rausch- und Sinussignalen eingespielt.

Meine hauptsächlichen Quellen waren der iBasso DX80 als auch Luxury &Precision L3 Pro, aber auch mein iPhone 4 kam zum Einsatz.

Zum Hören nutzte ich die größten inkludierten Silikonaufsätze und setzte die In-Ears tief ein.

Tonalität:

Bevor ich zu den Sinus-Sweeps, Direktvergleichen und Messungen überging, schrieb ich diese folgenden subjektiven Eindrücke auf Papier nieder, wie ich es immer tue. Dies ist die Zusammenfassung dessen:
Der Q besitzt einen sehr bassstarken Klang, der sich gut für einen mobilen Einsatz eignet. Der Mid- und Tiefbass ist stark angehoben (frühe Schätzung: ca. 15 dB mehr als bei einem strikt flachen Monitor) und der Q besitzt auch einem kräftigen Kick im Oberbasse. Der untere Mittelton befindet sich auf der warmen, voluminösen Seite, ohne jedoch künstlich oder muffig zu erscheinen – insgesamt erinnert mich der Stimmbereich etwas an einen etwas wärmeren Sennheiser Amperior. Trotz der starken Anhebung strahlt der Tief- nicht zu arg in den Mittelton hinein. Der mittlere Hochton um 5 kHz steht etwas im Hintergrund und verleiht Stimmen dadurch einen entspannten Charakter. Der obere Hochton um 10 kHz weist eine Betonung auf, die dem Klang Klarheit hinzufügt, aber ohne im Geringsten aufdringlich, hell oder scharf zu sein, da er schnell abklingt (vielleicht ein bisschen zu schnell). Obendrein gleicht der obere Hochton auch die Bassbetonung aus. Nein, den Klang würde ich definitiv nicht als badewannig, sondern stark bassbetont/basslastig beschreiben.
Diese Art der Abstimmung mit einer sehr starken Bassanhebung und einem sanften, warmen unteren Mittelton, passt sehr gut zur Verwendung im Freien und in lauter Umgebung, wo eine Maskierung der tiefen Frequenzen stattfindet (laute Vorfahrtstraße, ÖPNV, im Flugzeug).
Ohne den starken Bass ist der Q sogar ziemlich natürlich, realistisch, zusammenhängend und gleichmäßig klingend.

Ziemlich interessant ist, dass beim Verschließen der kleinen Belüftungsöffnung der Bass deutlich an Quantität verliert und der In-Canal Monitor dann recht ausgewogen, mit nur einer geringen Portion an extra Bass im Vergleich zu neutralen Modellen, klingt.

Und dies nehme ich beim Hören von Sinus-Signalen und Direktvergleichen wahr:
Bei 700 Hz beginnt der Tiefton, anzusteigen, wobei er eher eine runde als lineare Form besitzt. Um 75 Hz wird der Höhepunkt erreicht, mit einem insgesamt etwas warmen, vordergründigen Grundton und kräftigen Ober- und Midbass. Der Tiefton ist dabei um ca. 14 dB im Vergleich zu einem wirklich flachen In-Ear wie dem ER-4S von Etymotic Research angehoben. Unterhalb von 40 Hz verliert er etwas an Quantität, dennoch ist der Tiefbass noch immer klar merklich angehoben.
Zwischen 700 Hz und 2,5 kHz ist der Pegel gleichmäßig, mit einer gleichmäßigen Senke zwischen 4 und 7 kHz und einer ebenfalls gleichmäßigen Betonung zwischen 8 und 11 kHz. Oberhalb davon rollt der Superhochton ab.

Übrigens ist dies der Frequenzgang, den ich mit meinem pseudo-Diffusfeld-kompensiert-kalibrierten Vibro Veritas Kuppler aufgezeichnet habe (mehr über die Graphen, den Aufnahmeprozess und die Ungenauigkeiten könnt ihr unter dem folgenden Link erfahren: http://frequency-response.blogspot.de/p/about-measurement-graphs.html):



Der Graph wurde aufgezeichnet, nachdem ich meine Eindrücke niederschrieb und bestätigt diese auch größtenteils, nur sollte ich anmerken, dass die Senke im mittleren Hochton nicht so tief ist und nur etwa die Hälfte der Ausprägung besitzt (es handelt sich um einen Fehler in meiner Kalibrierung, den man auch in den anderen meiner Messungen findet), und dass die Betonung im oberen Hochton in meinen Ohren aufgrund des tieferen Einsetzens und auch durch den angehobenen Bass nicht im geringsten so stark ausfällt.

Auflösung:

Eine solch starke Bassanhebung führt meist auch dazu, dass der Treiber recht beansprucht wird, was zu einem Kontrollverlust führt. Mit dem Q kann dies manchmal auch bis zu einem gewissen Grad gehört werden.
Aber erstmal der Reihe nach: Der AAW Q gehört weder zu den am besten auflösenden dynamischen In-Ears um 200$, noch zu den schlechteren. Im Durchschnitt erreicht die Detailauflösung ein gutes Niveau (merklich besser als beim NuForce NE-800M und etwas unterhalb des LEAR LHF-AE1d).
Recht auffällig ist, dass der Q sich trotz der starken Bassbetonung sehr leichtfüßig und ziemlich unangestrengt anhört, mit einem überraschend schnellen, kontrollierten und sehr schnell ausklingenden Bass. Schnelle Basslinien weichen nicht auf, sondern bleiben kontrolliert, ohne zu übersteuern. Dennoch könnte die Tieftonauflösung ein wenig höher sein und bei sehr schnellen Aufnahmen mit einem großen Tiefgang kann der Bass etwas monoton und stumpf klingen (schließt man die Belüftungsöffnung, was den Bass reduziert, tritt dies hingegen nicht mehr auf).

Bei Musik, die nicht sehr tief hinunterreicht und nur wenig Bassquantität besitzt, klingen der Mittel- und Hochton angemessen detailliert für den Preis, mit einer guten Trennung der Noten und Kontrolle. Sobald der Bass bei langsamen und normal schnellen Aufnahmen einsetzt, verlieren die Mitten und Höhen nicht viel an Kontrolle, Trennungsschärfe und Details, jedoch merklich, sobald sehr schnelle Musikstücke mit einem tiefreichenden Bass abgespielt werden – man merkt dann einfach, dass die dynamischen Treiber angestrengt klingen und dass der Hochton dann auch etwas zu schnell ausklingt.
Ohne den starken Bass (oder mit normal schneller Musik) klingen die Mitten dann jedoch sogar sehr schön gefächert, mit einer guten Sprachverständlichkeit und hoher Natürlichkeit, und auch der Hochton besitzt gut voneinander getrennte Noten und klingt korrekt schnell aus.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass der Q mit normal schnellen Musikstücken gut bis durchschnittlich für den Preis klingt, aber bei sehr schnellen und zugleich tiefreichenden Aufnahmen angestrengt klingt, mit einer Auflösung, die dann etwas unterhalb den Durchschnitt rutscht, während der Klang noch immer schnell und kontrolliert bleibt.

Deckt man die Belüftungsöffnungen ab, was den Bass reduziert, klingt der In-Ear nicht mehr angestrengt in den Mitten und Höhen, selbst bei sehr schnellen und gleichzeitig tiefreichenden Aufnahmen, was mich auf die Idee bringt, dass es interessant wäre, eine Abdeckung für die Rückseite zu haben, welche die Belüftungsöffnung verschließt, wodurch man zwei tonale Abstimmungen mit nur einem In-Ear hätte. Auch wäre ein hybrider In-Ear mit dem dynamischen Micro-Treiber des Q als Tieftöner und einem BA-Treiber für den Mittel- und Hochton interessant.

Solange man jedoch nicht sehr schnelle Musik hört, wenn die Belüftungsöffnungen nicht verdeckt sind, treten diese Probleme und die Angestrengtheit gar nicht erst auf und man bekommt ein gutes Detailniveau aus sehr schnellen und kontrolliert spielenden dynamischen In-Ears.

Räumliche Darstellung:

Die Bühne ist etwa durchschnittlich breit mit nur geringfügig weniger räumlicher Tiefe, klingt insgesamt also doch ziemlich offen und auch dreidimensional.
Die Instrumententrennung als auch -positionierung ist gut sowie nicht zuletzt präzise und Aufnahmen mit vielen Instrumenten oder Schichten werden gut reproduziert. Nur bei sehr schnellen Aufnahmen mit einem gleichzeitig tiefen Bass wird die Bühne etwas nebliger.

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Im Vergleich mit anderen In-Ears:



Brainwavz Omega:
Die Omega In-Ears sind preislich viel tiefer positioniert, dennoch wollte ich sie in mein Review einschließen, da sie ebenfalls ziemlich klein sind.
Der Q ist kleiner, kürzer und besser verarbeitet, mit dem flexibleren Kabel.
Der merklich badewannig abgestimmte Omega besitzt einen ähnlich starken Tiefbass und unteren Midbass, während der Q im Rest des Midbasses, Oberbasses und Grundtons präsenter spielt und den im Vergleich zum hier hell spielenden Omega die wärmeren Mitten besitzt. Hier klingt der Omega auch metallischer und weniger realistisch, gar etwas metallisch. Im mittleren Hochton ist der Q zurückhaltender. Der obere Hochton des Omega ist heller und metallischer.
Nicht arg überraschend löst der Q höher auf und klingt insbesondere kontrollierter, mit dem besser kontrollierten und schneller abklingenden Bass.
Die Bühne des Q ist ein wenig breiter aber insbesondere hörbar tiefer und generiert mehr freien Raum zwischen Instrumenten. Bei schnellen Aufnahmen kollabiert die Bühne des Omega etwas, wohingegen die des Q kaum an Trennungsschärfe einbüßt.

Jays q-JAYS:
Die q-JAYS sind teurer und besitzen auch eine andere Treiberkonfiguration (dual-BA gegenüber einem einzelnem dynamischem Treiber), was meist der Hauptgrund ist, weshalb solche Vergleiche bei mir nicht entstehen, dennoch habe ich mich hier gegen meine Prinzipien entschieden, da die q-JAYS ebenfalls sehr kleine In-Ears sind. Eine kurze Randnotiz, die den Peak im oberen Hochton der q-JAYS betrifft: sehr tief eingesetzt, wie ich diese In-Ears immer trage, ist er keineswegs einschneidend oder übermäßig hell, kann es jedoch sein, wenn man überaus Hochton-empfindlich ist und/oder die In-Ears nicht so tief einsetzen kann.
Die q-JAYS sind besser verarbeitet und besitzen austauschbare Kabel. Zudem ist die Geräuschisolation ein wenig höher. Während die AAW Q In-Canal Monitors kleiner sind, sind die Jays ebenfalls klein und ich kann sie aufgrund ihrer Form tiefer einsetzen, wodurch die Schärfe des Peaks in den oberen Höhen größtenteils vermieden wird.
Tonal sind die Jays viel ausgewogener und neutraler abgestimmt. Deckt man die Belüftungsöffnungen des Q ab, haben die In-Ears nur geringfügig mehr Bass als die q-JAYS, sind aber mit offenen Belüftungsöffnungen deutlich bassiger. Im Mittelton klingen die q-JAYS in meinen Ohren auf den Punkt neutral, die Q In-Ears hingegen etwas warm. Der mittlere Hochton ist bei den q-JAYS weniger abgesenkt. Im oberen Hochton ist die Betonung der q-JAYS etwas enger und heller, jedoch mit dem besseren Tonumfang oberhalb von 10 kHz.
Beide In-Ears besitzen völlig unterschiedliche Treiber und die q-JAYS sind Dual-BA In-Ears, also ist es nicht allzu überraschend, dass die Schweden sauberer, schneller und bei schneller Musik besser kontrolliert klingen, bei einer gleichzeitig höheren Detailauflösung im Mittel- und Hochton.
In meinen Ohren gestaltet sich die Bühnengröße der beiden Modelle ziemlich gleich, mit einer schärferen und saubereren Instrumententrennung bei den Jays.

Echobox Audio Finder X1 (silberfarbene Filter):
Die Finder X1 In-Ears sind relativ klein und besitzen eine sehr spaßige Badewannenabstimmung mit stark angehobenen äußeren Enden des Frequenzspektrums und einem hohen Maß an Kontrolle, weshalb ich es liebe, sie im Freien einzusetzen, wenn ich in der Stimmung für einen mitreißenden und unterhaltsamen Klang bin.
Die Finder In-Ears sind ein wenig größer. Der Q sitzt geringfügig tiefer in meinen Ohren. Die Verarbeitungsqualität der Hörerstücke wirkt beim Modell von Echobox Audio hochwertiger. Beide In-Ears besitzen ein sehr gutes Kabel, wobei das von AAW ein bisschen flexibler ist. Der Q isoliert geringfügig besser.
Tonal weist der X1 eine noch spaßigere Auslegung auf, mit einer starken Anhebung der ganz äußeren Frequenzenden. Der Tiefbass ist beim X1 ein wenig präsenter, während beide In-Ears etwa gleich viel unteren Midbass besitzen. Im Rest des Tieftons ist der X1 im Vergleich der schlankere In-Ear, der sich hauptsächlich auf den reinen Tiefbass konzentriert. Im Mittelton ist der Q wärmer und klingt im Gegensatz zu dem des Modells von Echobox nicht distanziert. Beim Finder steigt der Hochton von den unteren in die oberen Höhen gleichmäßig an, weshalb er der hellere In-Ear ist. Der obere Frequenzbereich des Q ist jedoch etwas gleichmäßiger, weshalb er hier realistischer klingt.
In meinen Ohren sind beide In-Ears im Mittel- und Hochton ebenbürtig detailliert. Im Bassbereich ist der Q bei normal schnellen Aufnahmen hingegen ein wenig schneller ausklingend und wirkt leichtgängiger, jedoch wendet sich das Blatt bei sehr schnellen Aufnahmen, wo der X1 im Gegensatz zum Q keine Auflösung in den Mitten und Höhen verliert.
Die Bühne des Finder ist ein wenig breiter, bei der gleichen räumlichen Tiefe wie beim Q. In Sachen Instrumententrennung und räumlicher Präzision liegen beide In-Ears in meinen Ohren gleichauf.
Insgesamt befinden sich beide In-Ears technisch also so ziemlich auf Augenhöhe.

Sennheiser IE 80 (geringste Bassposition):
Was die Größe betrifft, passt der IE 80 nicht so wirklich in diesen Vergleich und ist auch nicht unbedingt der beste In-Ear für schnelle, komplexe und dicht besetzte Aufnahmen, dennoch erfreut er sich eines weiten Besitzerkreises und Genres wie älterer Classic Rock, Singer-Songwriter und akustische Musikstücke klingen angenehm mit ihm (was aber keine allzu große Herausforderung ist). Zusätzlich besitzt er eine sehr große und dreidimensionale Bühne.
Der AAW besitzt keine austauschbaren Kabel, die jedoch merklich flexibler sind. Der Sennheiser besitzt ganz offensichtlich größere Gehäuse und sitzt nicht ganz so tief in den Ohren.
Selbst mit gänzlich offener Bassschraube beim Sennheiser spielt der Q geringfügig bassiger und kräftiger auf. Der IE 80 besitzt auch in der geringsten Basseinstellung den wärmeren und volleren Grundton, während das Timbre im Mittelton vergleichbar ist. In den mittleren Höhen spielt der Q ein kleinwenig entspannter, während ich den oberen Hochton bei beiden als gleich stark ausgeprägt empfinde.
Was die Bassqualität betrifft, ist der Tiefton des Q um ein ganzes Stück schneller, sauberer und kontrollierter. Außerdem besitzt der In-Ear aus Singapur im unteren Frequenzbereich die höhere Auflösung, ebenso wie im Mittel- und Hochton.
Die Bühne des Sennheiser ist größer, während die des AAW sauberer ist, mit der präziseren Instrumententrennung.
Ausgehend davon, was ich höre, zeigt dies, dass die Klangqualität des IE 80 nicht wirklich seinem Preis gerecht wird und dass er auch mit durchschnittlich schneller Musik nicht so gut zurechtkommt und sich besser für langsame Aufnahmen eignet. Hätte ich die Wahl zwischen diesen beiden In-Ears, wenn ich auf der Suche nach einem sehr bassig abgestimmten In-Ear wäre (Schraube beim IE 80 gänzlich offen aber auch geschlossen), würde ich den AAW sofort und ohne zu überlegen wählen, da er technisch dem Sennheiser doch um ein ganzes Stück überlegen ist.


Fazit:

Langer Rede kurzer Sinn: AAW hat einen lächerlich kleinen Ohrkanalhörer mit einem sehr starken Bass geschaffen, der gut in eine laute Umgebung passt. Auf der technischen Seite ist dieser In-Ear

sehr stark und der dynamische Micro-Treiber klingt trotz der starken Bassanhebung sehr leichtgängig, schnell und kontrolliert. Nur mit sehr schnellen und gleichzeitig tiefreichenden Aufnahmen beginnt der Tiefton, etwas stumpf zu klingen und man kann eine Verminderung der Auflösung im Mittel- und Hochton verzeichnen. Wer jedoch keine sehr schnelle elektronische Musik oder Metal hört, dem dürfte dies gar nicht erst auffallen.
Der Q klingt also gut, mit einem sehr starken Bass (Notiz: wer keinen stark bassbetonten In-Ear sucht, sollte den Q in seiner ursprünglichen Form meiden), und die Geschwindigkeit als auch Leichtigkeit des dynamischen Micro-Treibers lässt mich wirklich darüber nachdenken, wie wohl ein hybrider In-Ear mit demselben Treiber als Tieftöner klingen würde.

Ein paar Änderungsvorschläge an den Hersteller: entfernt die Nylon-Ummantelung, verwendet einen längeren und stärkeren Knickschutz direkt an den Gehäusen und bitte wählt ein anders designtes Aufbewahrungsetui.
Nichtsdestotrotz denke ich wirklich, dass AAW definitiv darüber nachdenken sollte, ihre Linie an universellen In-Ears weiter auszubauen (nach Möglichkeit auch mit den maßgefertigten Modellen in einem universellen Gehäuse), denn der Q als erstes Produkt von AAW, das ich gehört habe, besitzt bereit eine sehr gute technische Basis und eine Menge, was man mögen kann, insbesondere, wenn man auf der Suche nach einem sehr starken und vordergründigen Bass ist.


Insgesamt komme ich bei meiner üblichen 70% Klang für den Preis (ausgehend von der 199 US$ UVP)/die Treibertechnologie zu 30% Verarbeitung/Zubehör Gewichtung zu einem Endergebnis von 3,8125 von 5 möglichen Sternen. Würde sehr schnelle und gleichzeitig tiefreichende Musik den Mittel- und Hochton weniger beeinflussen, wären es noch mehr.