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ADVANCED Model 3: Kein Auto von Tesla, aber trotzdem elektrisch und technisch überzeugend - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Nein, „Model 3“ ist nicht die Bezeichnung eines neuen Automobils von Tesla Motors, sondern der Name eines neuen In-Ears der New Yorker Firma ADVANCED, die zuvor unter dem Namen
„ADV.SOUND“ besser bekannt war. Deren erstes Produkt, der M4 (, welchen ich hier ausführlich getestet habe), vermochte es bereits, einen positiven Eindruck bei mir zu hinterlassen, und nun ist das Team mit einem neuen Produkt zurück, dem ergonomisch geformten Model 3 (https://www.adv-sound.com/collections/all-collection/products/model-3), einem In-Ear, der mein Interesse geweckt hat, da er trotz seines wettbewerbsfähigen Preises austauschbare Kabel mit MMCX-Steckern besitzt und weil eines dieser Kabel eigentlich ein Bluetooth-Modul ist, welches aptX unterstützt, weshalb man mit einem In-Ear je nach Lust und Laune die kabellose Freiheit als auch die kabelgebundene Zuverlässigkeit erleben kann, was ich als eine interessante Idee erachte.

Der interessantere Aspekt jedoch ist der Klang, oder? Ohne Ausschweifungen beginnt nun also mein Review.


Bevor ich fortfahre, möchte ich mich noch bei ADVANCED für das Zusenden eines Rezensionsexemplares des Model 3 für den Zweck eines ehrlichen, unbefangenen Reviews bedanken.


Technische Daten:

Preis: 79,99$
Treiber: dynamisch
Impedanz: 16 Ohm (+/- 15%)
Empfindlichkeit bei 1 kHz: 100 dB
Frequenzgang: 20 Hz – 40 kHz
Kabellose Musik, und Sprechzeit: bis zu 5 Stunden
Ladezeit: 1,5 Stunden
Bluetooth: Version 4.1 + aptX
Verbindungsdistanz: 10 m
Ladebuchse: Micro USB, 5 V DC/60 mA
Arbeitsspannung: 10 – 19 mA
Spannung: 3,7 V
Kabellänge (kabelgebunden): 1,2 m


Lieferumfang:

Die Model 3 In-Ears kommen in einer schön designten Umverpackung (mit schicken Bildern, einem Explosionsdiagramm der In-Ears sowie einem unkompensierten Frequenzgang), unter welcher sich ein schwarzer Verpackungskarton befindet, dessen Deckel magnetisch geschlossen wird. Im Inneren findet man die In-Ears, zwei Kabel (normal und kabellos mit Bluetooth-Modul), ein Ladekabel, drei Paare an grünen Schaumstoff-Aufsätzen (drei Größen), drei Paare an Silikonaufsätzen (zwei Größen), eine Bedienungsanleitung sowie ein großes Aufbewahrungsetui, welches genügend Platz für die In-Ears, beide Kabel und das Ladekabel bietet, vor.









Optik, Haptik, Verarbeitung:

Die Gehäuse der In-Ears sind transparent und der Form der Modelle von Shure und Westone nachempfunden. Die Außenseite ist flach und besitzt ein sich im Inneren befindendes Gitter-Muster, welches sehr hübsch aussieht und gleichzeitig unauffällig ist.

Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut und die In-Ears erscheinen wirklich stabil.
Das Standard-Kabel zum kabelgebundenen Betrieb ist ein reguläres, dünnes Kabel mit einer ein-Knopf-Fernbedienung sowie exzellentem Knickschutz am 3,5 mm Stecker, jedoch keinem an den In-Ears selbst oder dem Y-Splitter. Auch fehlt ein Kinnschieber. Persönlich hätte ich es sehr schön gefunden, wenn das Kabel des ADV.SOUND M4 Verwendung gefunden hätte, denn dieses ist extrem gut. Da die In-Ears aber reguläre koaxiale MMCX-Buchsen besitzen, kann man jedes Kabel mit dem passenden Gegenstück verwenden.

Das Kabel mit dem Bluetooth-Modul ist eine Art Halskette mit Fernbedienung im vorderen Teil und zwei „Armen“, welche die Kabel darstellen und zu den beiden Hörerseiten führen. Diese Arme besitzen integrierte Ohrbügel, sind mangels Drahtbügel jedoch nicht formbar und etwas steif. Der Verschluss der Kette ist magnetisch und besitzt einen eingebauten Ladeanschluss.
Die Verarbeitungsqualität des Moduls ist definitiv nicht schlecht, dennoch bin ich kein Fan des Nylon-Gewebe-ummantelten Teils der Kette, da dieses Material mit der Zeit ausfranst und Schweiß aufsaugt.







Tragekomfort, Isolation:

Wie zuvor geschrieben, ist die Gehäuseform sehr ergonomisch und den Modellen von Shure und Westone nachempfunden, wenngleich mit einem etwas anderen Winkel.
Die In-Ears von Shure gehören für mich zu den bequemsten überhaupt und die Model 3 In-Ears kommen diesen recht nah, auch wenn ich sie für einen idealen Seal etwas drehen muss.
Das Kabel mit dem Bluetooth-Modul nutzend erreiche ich hingegen keinen dauerhaft guten Komfort, und auch die Abdichtung bricht nach einiger Zeit auf, was daran liegt, dass durch den Mangel von Drahtbügeln die Kunststoff-Schlauch-Ohrbügel die In-Ears in meinen Ohren etwas herausziehen. Mit dem normalen Kabel hingegen habe ich keine Probleme und der Seal bleibt konsistent.

Die mitgelieferten Silikonaufsätze sind recht weich und „klebrig“, weshalb sie eine gute Abdichtung bieten.
Die In-Ears scheinen keine Belüftungsöffnungen zu besitzen, zumindest konnte ich auch bei genauerer Inspektion keine sichten. Die Isolation ist dementsprechend gut, auch wenn sie ein wenig unterhalb der Modelle von Shure und Westone liegt.


Bedienung (Bluetooth-Modul & iPhone 4):

Das Modul besitzt drei Tasten – die in der Mitte schaltet es ein/aus, kann es in den Pairing-Modus versetzen und agiert als Play/Pause Taste während die anderen beiden in der Lage sind, Lieder zu wechseln und bei einem längeren Druck die Lautstärke zu ändern. Bei einem Doppelklick auf die Mitteltaste wird die zuletzt gewählte Nummer erneut angerufen.
Währen der Benutzung blinkt eine kleine, mehrfarbige LED hinter den Tasten und zeigt an, dass das Modul aktiv ist.
Die Lautstärke ist eher auf der höheren Seite, selbst in der niedrigsten Einstellung – persönlich hätte ich wirklich nichts dagegen, die niedrigste Einstellung wäre ein bisschen leiser.





Klang:

Die folgenden ausführlichen Eindrücke basieren auf dem Hören im kabelgebundenen Betrieb. Danach folgt ein kürzerer Absatz, der näher auf den Klang mit angebrachtem Bluetooth-Kabel eingeht.

Zum Hören nutzte ich den iBasso DX80 sowie Luxury & Precision L3 Pro.

Die größten mitgelieferten Silikonaufsätze wurden genutzt.

Tonalität:

Der In-Ear ist sehr bassig abgestimmt, mit einem vordergründigen Midbass und ebenfalls warmen und voluminösen Grundton. Auch ist der Tiefbass nicht wirklich weniger präsent, baut jedoch nicht ganz so viel Druck auf und ist etwas weicher. Tiefere Stimmen befinden sich auf der sanfteren und wärmeren Seite, ohne insgesamt jedoch übermäßig warm oder verfärbt zu wirken und werden auch nicht vom Bassbereich verdeckt, auch wenn dieser etwas in den Stimmbereich hineinstrahlt.
Der Hochton ist insgesamt sehr unauffällig und befindet sich ziemlich auf der neutralen Seite, mit vielleicht einer geringen aber sehr breitbandigen kleinen Betonung bei je 5 und 10 kHz im mittleren respektive oberen Hochton.
Der Tiefton wurde recht deutlich für den Massengeschmack abgestimmt, doch die Natürlichkeit und Authentizität im Mittel- und Hochton beim Model 3 sind es, die definitiv nicht jeder In-Ear in diesem Preisbereich besitzt – hier besitzt der ADVANCED In-Ear gegenüber anderen Modellen definitiv einen Vorteil. Er klingt dabei merklich zusammenhängender und realistisch als viele In-Ears unterhalb von 100 und sogar mancher unterhalb von 200$. Dennoch hätte ich es persönlich begrüßt, wenn der Bass weniger in den Grundton hineinstrahlte und nur bei sehr tiefreichenden Liedern präsent wäre.

Beim Hören von Sinussignalen, nehme ich wahr, dass der Tiefton bei 700 Hz anzusteigen beginnt und in meinen Ohren bei 120 Hz seinen Höhepunkt erreicht, welcher bis in den Tiefbass aufrechtgehalten werden kann, aber nicht mehr so viel Luft zu schieben erscheint, weshalb der Fokus subjektiv ein wenig stärker auf dem Midbass und dem voluminösen sowie warmen Grundton liegt. Verglichen mit einem flachen In-Ear wie dem Etymotic ER-4S ist der Bass um beinahe 15 dB präsenter, was definitiv nicht wenig ist.
Zwischen 1 und 3 kHz kann ich eine moderate Senke ausmachen, die Trompeten ein wenig komprimiert klingen lässt; danach bleibt der Hochton aber zusammenhängend und gleichmäßig, mit einem neutralen Niveau, das vielleicht nur bei 5 und 10 kHz geringfügig überschritten wird. Oberhalb von 14 kHz rollt der Hochton dann ab.

Auflösung:

Für den Preis ist die Auflösung meiner Meinung nach richtig gut und anfangs dachte ich sogar, sie wäre (viel) höher, aber wie zuvor erwähnt besitzt dieser In-Ear die Überlegenheit eines sehr natürlichen und gleichmäßigen Hochtons in seinem Preisbereich, weshalb Noten realistischer dargestellt werden, was zunächst zum Eindruck einer noch höheren Auflösung führt.
In Wirklichkeit ist die Auflösung „nur“ sehr gut für den Preis, kann aber beim Direktvergleich mit Modellen im Preisbereich zwischen 150 und 200$ nicht vollständig mithalten, was sich beim genauen Hinhören im Mittelton bemerkbar mach. Verglichen mit guten Modellen im Bereich unter 100$ jedoch gehört der Model 3 In-Ear definitiv zu den besseren/besten seiner Sorte und überbietet die durchschnittlich guten Performer.
Ehrlich gesprochen ist der In-Ear bereits aufgrund seiner hohen Authentizität den verlangten Preis locker wert und bietet durch das mitgelieferte Bluetooth-Modul mit einem zusätzlichen normalen Kabel einen noch besseren Gegenwert fürs Geld. Dennoch sollte man nicht unbedingt den schnellsten oder saubersten Bass erwarten, was bei der Quantität aber auch keine allzu große Überraschung ist, auch wenn er nach einer gehörigen Zügelung mit einem Equalizer ebenfalls nicht merklich schneller wird und es trockener spielende In-Ears gibt.

Bass – der Tiefton ist der einzige Schwachpunkt des In-Ears, was den Klang betrifft. Die Kontrolle ist etwa durchschnittlich, aber das Verhalten ist eher der weicheren und sanfteren Seite zuzuordnen, auch wenn der Oberbass vergleichsweise schnell und fest spielt. Glücklicherweise ist der Ausklang dann doch nicht zu langsam, wodurch der Klang nicht schmierig und schwammig wird. Über etwas mehr Auflösung bei tiefen Noten würde ich mich im Endeffekt dennoch nicht beschweren, denn der Tiefton klingt nicht ganz so detailliert wie der Mittel- und Hochton.
Mitten – die Sprachverständlichkeit ist gut und Stimmen werden detailliert dargestellt und sind nur geringfügig weniger detailliert als beim SoundMAGICE80. Der Mittelton klingt dabei vielschichtig statt eng und beim ersten Hören hat mich dies angesichts des Preises doch recht überrascht.
Höhen – ein wirklich starkes Argument für das Model 3. Schneller Ein- und Ausklang, gute Separation. Ebenfalls ziemlich natürlich und realistisch präsentiert. Becken klingen ein wenig schnell aus und Trompeten erscheinen etwas komprimiert aufgrund der moderaten Senke im Präsenzbereich zwischen 1 und 3 kHz, aber das war’s. Andere vergleichbare In-Ears besitzen mehr Mängel im Hochton. Verglichen mit dem SoundMAGIC E80 klingt das Model 3 merklich realistischer und auch etwas detaillierter im Hochton. Wie ich bereits sagte, ist dies definitiv eines der stärksten Argumente für diesen In-Ear.

Räumliche Darstellung:

In meinen Ohren ist die Bühne recht bemerkenswert – sie stellt sich nicht nur als etwas breiter sowie tiefer als durchschnittlich heraus, sondern ist ebenfalls präzise, mit sehr klaren räumlich dargestellten Elementen. Die genaue Position von einzelnen Instrumenten herauszuhören gelingt im virtuellen Raum ziemlich einfach und auch die Instrumententrennung ist gut.
Neben der hohen Natürlichkeit und Authentizität im Hochton ist dies definitiv ein weiterer sehr starker Bereich dieses In-Ears.


Klang (kabellos via Bluetooth):

Für das Bluetooth-Kabel kam mein iPhone 4 zum Einsatz, welches ein sauberes AAC-Bluetooth-Codec-Signal kabellos an die In-Ears schickt. Auch den Hidizs AP60, welcher ein sehr sauberes Bluetooth-Signal und aptX besitzt, verwendete ich.

Ehrlich gestanden habe ich das Bluetooth-Kabel nur kurz benutzt, da es in meinen Ohren nicht gut halten will, was daran liegt, dass die Ohrbügel keinen Draht besitzen und somit nicht formbar sind. Ich bin der Meinung, die Klangqualität sei der kabelgebundenen Wiedergabe recht nah, doch klingen Becken minimal verzerrt/auseinandergezogen und die Bühne etwas weniger präzise. Die Produktbeschreibung spricht von DSP-Technologie, und was ich höre ist ein hellerer (und weniger realistischer) Hochton sowie vielleicht etwas weniger Fülle im Grundton, dennoch kommt dies wahrscheinlich durch den mäßigen Sitz der In-Ears mit dem Bluetooth-Modul in meinen Ohren zustande, denn auf meine Nachfrage erhielt ich die Antwort, dass die Signalverarbeitung im Modul nur dafür sorge, Rauschen zu minimieren und die Verzerrungen bei hohen Lautstärken möglichst gering zu halten.

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Im Vergleich mit anderen In-Ears:

Die Vergleiche fanden kabelgebunden statt.



ADV.SOUND M4:
Tonal sind beide sehr gegensätzlich – der M4 klingt hell, ohne einen starken Bass, und das Model 3 besitzt einen sehr prominenten und warmen Tiefton mit einem recht neutralen Hochton. Der M4 besitzt das bessere und eindrucksvollere Kabel, welches einfach phänomenal gut ist.
Der M4 besitzt den viel helleren und dünneren Hoch- als auch Mittelton, mit einem verhältnismäßig zurückhaltenden Bass. Was die realitätsnahe Darstellung in den Mitten und Höhen betrifft, ist der Model 3 In-Ear der Gewinner.
Im Mittel- und Hochton ist das Model 3 der detaillierter aufspielende In-Ear. Im Bass hingegen sind beide etwas mehr der weicheren Seite zuzuschreiben (der M4 aufgrund seines weniger präsenten Basses vielleicht etwas weniger), jedoch besitzt der M4 den geringfügig höher auflösenden Tiefton.
Das Model 3 besitzt die etwas breitere und hörbar tiefere Bühne, welche präziser ist und die genaue Ortung von einzelnen Instrumenten gut ermöglicht (im direkten Vergleich wirkt die Bühne des M4 ein wenig neblig).

SoundMAGIC E80 (inkludierte Silikonaufsätze mit großem Innendurchmesser):
Der E80 besitzt merklich weniger Bass, aber einen tonal annähernd gleich spielenden Mittelton mit jedoch weniger Quantität im unteren Grundton und einem steileren, helleren oberen Hochton (~ 8 kHz), weil sich hier eine Betonungsspitze bei ihm befindet. In den mittleren Höhen, bei 5 kHz, besitzt der SoundMAGIC eine Senke, was ihn zu einem badewannig spielenden In-Ear ohne einen übertriebenen Bass werden lässt.
Der Mittelton des E80 ist nur geringfügig detaillierter wohingegen der ADVANCED im Hochton höher auflöst und auch gleichmäßiger, realistischer und natürlicher klingt.
Was den Bass betrifft (Mid- und Tiefbass), klingt der E80 etwas weniger weich und auch ein wenig detaillierter, wobei die Angelegenheit am Ende eine eher knappe Entscheidung ist. Überraschenderweise ist der ADVANCED hingegen im Oberbass ein wenig fester und trockener spielend.
Was die Bühne betrifft, besitzen beide In-Ears annähernd gleich viel Breite, mit einem geringen Vorteil für den Model 3 In-Ear, welcher auch mehr räumliche Tiefe bietet. Beim In-Ear mit den wechselbaren Kabeln ist die imaginäre Bühne präziser, mit der genaueren Ortbarkeit und präziseren Instrumententrennung.

TTPod T1 (non-E):
Der TTPod besitzt merklich weniger Bass und Wärme sowie den helleren als auch dünneren Mittel- und Hochton, was ihn eher mit den ADV.SOUND M4 verwandt macht.
Der T1 besitzt den etwas schnelleren Bassanschlag und die bessere Kontrolle in den Tiefen während beide im Bassbereich gleichwertig auflösen. Im Mittel- und Hochton klingt das Model 3 detaillierter, harmonischer und realistischer.
Die Bühne des TTPod ist nur geringfügig breiter, bei etwas weniger räumlicher Tiefe. Der ADVANCED besitzt die präzisere räumliche Wiedergabe mit der überlegenen Instrumentenplatzierung, -trennung und mehr Luft um die Instrumente.

SoundMAGIC E10 (inkludierte Silikonaufsätze mit großem Innendurchmesser):
Der E10 besitzt weniger Bass und ist der dunklere sowie wärmere In-Ear mit den dunkler und dicker aufspielenden Mitten.
Die Detailauflösung im Mittelton ist beim Model 3 In-Ear hörbar besser, welcher auch im Tiefton etwas besser auflöst, wenngleich beide hier vergleichbar weich spielen. Bei schneller Musik jedoch knickt der SoundMAGIC viel schneller ein und klingt neblig-verwaschen wohingegen der ADVANCED einzelne Bassnoten gerade noch erkennen lässt.
Die Bühne des E10 wirkt kleiner und ist im direkten Vergleich neblig sowie ohne richtige Trennung der Instrumente.

DUNU Titan 1:
Der DUNU besitzt weniger Bass und ist zwischen den beiden der hellere und dünner klingende In-Ear.
Der Titan 1 besitzt die schnellere Bassattacke und im Tiefton auch die bessere Kontrolle. Im Mittel- und Hochton löst der DUNU auch ein kleinwenig höher auf, aber überraschenderweise nicht deutlich. Der qualitative Unterschied zwischen diesen beiden In-Ears besteht hingegen darin, dass das Model 3 natürlicher und gleichmäßiger im Hochton klingt, was es authentischer erscheinen lässt.
Die Bühne des Titan ist etwas größer in beiden Richtungen. Die Instrumentenplatzierung ist bei beiden vergleichbar präzise und der DUNU besitzt die etwas schärfere Trennung zwischen einzelnen Elementen, wenn man beide direkt vergleicht.

Der E10 ist ein weit verbreiteter und guter/solider In-Ear im Bereich bis 50$ und so gestaltet es sich mit dem E80 für etwa 80$. Der ADVANCED Model 3 In-Ear zeigt, dass er sich vom unteren dieser beiden Preisbereiche abgrenzen will und kann und eher auf den 80-100$+ Bereich abzielt, was ihm auch gut gelingt.


Fazit:

Selbst ohne das Bluetooth-Modul wäre der Gegenwert fürs Geld bereits richtig gut und ist mit ihm zusammen noch besser. Aufgrund des Preises müssen irgendwo natürlich auch Kompromisse eingegangen werden, welche glücklicherweise jedoch nicht beim Klang, sondern dem Zubehör stattfinden, wodurch der Model 3 In-Ear ein dynamischer Ohrkanalhörer mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis, kraftvollen Tiefton und (für den Preis definitiv) detaillierten sowie insbesondere sehr gut zusammenhängenden und natürlichen Mittel- und Hochton ist, gekoppelt mit einer luftigen und präzisen Bühnen-Reproduktion. Die abnehmbaren Kabel sowie das Bluetooth-Modul sind dazu noch eine gute Zugabe.
Das Nachsehen hat jedoch das normale Kabel, das nicht so sonderlich beeindruckend ist, und auch das Bluetooth-Modul könnte ein kleinwenig hochwertiger wirken, aber bei dem Gesamtpaket und für den Preis gibt es hier nur sehr wenig Anlass zu Kritik.


Bei meiner üblichen 70% Klang für den Preis (83)/Preis-Leistungsverhältnis (93/100) zu 30% Zubehör/Verarbeitungsqualität (76/100) Gewichtung komme ich auf ein Endergebnis von 4,29 aus 5 möglichen Sternen.