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Cowon Plenue M2: Ein elegantes und technisch ausgereiftes Stück Technik mit guten klanglichen Eigenschaften - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Cowon (http://www.cowonglobal.com/) ist definitiv keine unbekannte Firma und benötigt keine ausführliche Einleitung – der südkoreanische Konzern wurde 1995 gegründet und schaffte es, sich zu einer bekannten Größe auf dem Markt der digitalen Audio-Player zu entwickeln, mit einem weitreichenden Netz an internationalen Händlern und Vertriebspartnern.
In der Vergangenheit hat die Firma bereits etliche Audio-Player entwickelt und zählte zu den ersten, die einen Touchscreen und eine Touch-Navigation einsetzten. Bereits von Anfang an konnte man die Hingabe der Firma für einen sauberen Signalweg erkennen, und selbst die früheren Produkte besaßen üblicherweise eine geringe Ausgangsimpedanz und ein geringes Eigenrauschen – der einzige Nachteil bezog sich auf einem Tiefbassabfall mit niederohmigen Kopfhörern aufgrund der eingesetzten Koppelkondensatoren im Signalweg. Diese Tage zählen glücklicherweise zur Vergangenheit und moderne Cowon Produkte besitzen einen linealglatten Frequenzgang ohne Tiefbassabfall, selbst an niederohmigen Kopfhörern, und einen sauberen, Kondensator-freien internen Signalweg.

Cowons aktuelle Produktlinie an Premium Audio-Playern nennt sich „Plenue“ und beinhaltet einige Modelle in unterschiedlichen Preisbereichen, die verschiedene technische Daten und Funktionen

bieten.
Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich den kleinen Plenue D gekauft, der objektiv großartig war, doch gab es ein paar subjektive Kleinigkeiten wie etwa eine etwas träge Navigation in den Menüs (insbesondere Scrollen in Listen), die mich dazu veranlassten, den Player schnell wieder zu verkaufen, jedoch nichts daran änderten, dass er ein klanglich sehr gutes Produkt war (ich hatte sogar mit einem privaten, englischsprachigen Review begonnen, das mit circa 4,5 von 5 Sternen abgeschlossen hätte, doch stellte ich es aufgrund von zeitlichen Einschränkungen nie fertig, aber deutsche Eindrücke von mir gibt es hier).

Vor nicht allzu langer Zeit bekam ich die Möglichkeit, mir ein weiteres Produkt aus Cowons Plenue Familie näher anzusehen, nämlich den Plenue M2 (http://www.cowonglobal.com/product_wide/PLENUEM2/product_page_1.php). Dieser besitzt einen 3,7“ AMOLED Touchscreen, einen Burr Brown PCM1795 DAC-Chip, welcher DSD und Hi-Res Dateien abspielen kann, einen hohen Signal-Rauschabstand, geringe Verzerrungen, eine geringe Ausgangsimpedanz, eine gute Kanaltrennung, 128 GB internen Speicher mit einem zusätzlichen Micro SD Slot, einen optischen Digitalausgang neben dem Kopfhörerausgang, ein Metall-Unibody und selbstverständlich Cowons bekannte und umfangreiche integrierte „JetEffect“ EQ und DSP Software (, die man natürlich nicht nutzen muss, doch bietet sie eine Fülle an Einstellungen zur individuellen Anpassung des Klanges), womit er eine Menge Spaß als auch einen sehr präzisen und sauberen Klang liefern dürfte, was es in diesem Review herauszufinden gilt.



Erhältlich ist der Plenue M2 mittlerweile übrigens auch bei Amazonhttp://amzn.to/2eZMARa


Der Cowon Plenue M2 wurde mir für den Zweck eines ehrlichen, unbefangenen Reviews zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle möchte ich mir die Zeit nehmen, mich bei Cowon und insbesondere Hailey, mit der ich in Kontakt stand und die den Versand arrangierte, für diese Gelegenheit zu bedanken.
Meine Erfahrungen mit dem Speditions-Unternehmen TNT lasse ich an dieser Stelle mal lieber aus…


Technische Daten:

Preis: 899000KRW/~799$/~590£/~729€



Lieferumfang:

Die Verpackung, in welcher der Plenue M2 geliefert wird, ist ein sehr simpler, schwarzer Karton, den ich bereits vom Plenue D, den ich einst besaß, kenne. Im Inneren befindet sich neben dem Player (mit temporärer Bildschirm-Schutzfolie) lediglich ein Lade-/Datenkabel, eine kurze Anleitung (die richtige und sehr ausführliche Version ist auf dem internen Speicher hinterlegt) und eine Garantiekarte. Eine Blende für den Micro SD-Slot ist bereits installiert und diese kenne ich auch bereits von Cowon (eigentlich ist diese Blende für Menschen, die keine Micro SD-Karte verwenden, recht praktisch, da kein Staub in das Innere des Players eindringen kann).









Während dies alles ist, was man benötigt, um loszulegen, hätte ich mir beim Preis doch eine etwas beeindruckendere Verpackung mit mehr Zubehör gewünscht, um dem Premium-Player auch einen hochwertigen ersten Eindruck mit der Auspack-Erfahrung zu geben.


Optik, Haptik, Verarbeitung:

Der Plenue M2 ist ein optisch ansprechender Player, welcher hochwertig aussieht und sich auch wie ein Premium-Produkt anfühlt. Sein Gehäuse ist aus einem einzelnen Block aus Aluminium gefräst (-> Unibody), mit einer gebürsteten und versiegelten Oberfläche auf der Rückseite und einer matten Erscheinung an den Seiten.
Auf der Vorderseite befindet sich ein 3,7 Zoll großer Touchscreen mit einer Sensortaste darunter.

Das Design mit den zusätzlichen Kanten an der linken Seitenfläche des Aluminium-Unibody erinnert mich etwas an manche Modelle von Astell & Kern, ohne jedoch so extravagant zu wirken – der Plenue M2 erscheint eher wie ein englischer Gentleman mit Style, Klasse und Understatement.
Auf der rechten Seite findet man zwei Tasten zur Lautstärkeregelung sowie drei weitere, die der Steuerung der Musikwiedergabe dienen. Auch das kannte ich bereits von meinem Plenue D.
Auf der Unterseite befindet sich eine 3,5 mm Buchse, welche sowohl ein analoges Signal für den Kopfhörer als auch ein optisch digitales für einen externen DAC ausgeben kann. Daneben ist der Micro SD-Kartenslot lokalisiert, ebenso wie eine Micro USB Buchse, welche zum

Laden/Datenaustausch/Verwenden des Plenue M2 als USB-DAC dient.
Auf der Oberseite befindet sich ein kleiner Knopf mit einem ihn umgebenden Ring, auf welchem „high definition sound“ und „Plenue“ erkennbar ist. Direkt daneben befindet sich eine kleine und mehrfarbige LED, welche in einigen Situationen nützlich ist (sehen, ob der Player an oder aus ist (blaues Blinken); den Ladestatus erfahren (rotes Leuchten)), jedoch fand ich den beleuchteten Ring um die Ein-/Ausschalttaste des Plenue D etwas innovativer und stilvoller, aber nichtsdestotrotz bin ich froh, dass Cowon die Status-LED beibehalten hat. Wie auch beim Plenue D lässt sie sich übrigens in den Einstellungen deaktivieren.

Der Player fühlt sich übrigens sehr gut in der Hand an und ist gut verarbeitet. Der Touchscreen besitzt auch eine hohe Auflösung (nicht ganz so hoch wie bei modernen Smartphones, aber noch immer sehr gut) und der Druckpunkt der Tasten fühlt sich präzise als auch knackig an.

















Bedienung, grafische Nutzeroberfläche:

Firmware Version 1.01:

Wer mit Cowons neueren Playern vertraut ist, wird sich auch in der Nutzeroberfläche, Bibliothek, den
Einstellungen und dem Wiedergabebildschirm sehr schnell zurechtfinden. Eigentlich würde es genügen, hier an die Bedienungsanleitung, die alles detailliert abbildet, zu verweisen, doch habe ich trotzdem eine ausführliche Beschreibung über die Nutzeroberfläche des Plenue M2 erstellt.
Übrigens war einer der Gründe, weshalb ich meinen Plenue D schnell verkaufte, seine recht langsam reagierende Menü-Oberfläche mit trägem Scrollen in den Listen. Glücklicherweise kann ich euch versichern, dass die Reaktionsgeschwindigkeit des Plenue M2 sehr hoch ist und sich rein gar nichts auch nur geringfügig träge anfühlt. Auch das Scrollen in Listen funktioniert enorm flüssig – das Leistungsplus des schnelleren Prozessors ist definitiv spürbar.

Die Menü-Oberfläche kann in drei Bildschirme aufgeteilt werden – die Bibliothek, einen Wiedergabebildschirm sowie die Einstellungen.

Auf dem zentralen Wiedergabebildschirm nimmt das Albumcover den meisten Platz ein und sitzt in der Mitte.

Darüber gibt die Statusbar Informationen über die Wiedergabeeinstellungen (Reihenfolge, Shuffle, …), das EQ-Preset, die Uhrzeit, eingestellte Lautstärke (es gibt 140 Stufen mit einer Lautstärkeerhöhung von 0,5 dB je einzelner Stufe) und den Akkuladezustand wieder.

Direkt darunter gibt es Informationen über den Titel und Künstler, sowie Icons, um zur Musikbibliothek und den Schnelleinstellungen zu gelangen.
Auf dem darunterliegenden Album-Cover wird ein Titel-Zähler eingeblendet und man kann auf drei Symbole klicken, um eine Wiederholung, Zufallswiedergabe oder kontinuierliche Wiedergabe einzustellen.
Klickt man auf das Albumcover, wird dieses größer und man erhält weitere Informationen über den Titel, Künstler und das Album.

Wenn man auf den kleinen roten Pfeil tippt, werden noch detailliertere Datei-Informationen eingeblendet.

Darunter befinden sich drei virtuelle Tasten zur Wiedergabesteuerung, die wie die echten, sich an der Seite befindenden Tasten verwendet werden können. Auch ist es möglich, durch Streichen über das Album-Cover den Titel zu wechseln.
Eine Fortschrittsleiste ist direkt darunter eingeblendet.
Am Boden des Bildschirms gibt es ein VU-Meter (, welches sich auch abschalten lässt).


Dreht man den Player um 90 Grad, werden alle Alben in einer 2x5 Cover-Darstellung angezeigt, wie man es auch vom iPhone kennt.


Übrigens funktioniert Gapless Playback bei FLAC Dateien perfekt und bei MP3s ist die Lücke zwischen zwei Titeln nur sehr kurz (kurzes Knacken).

Berührt man das Icon in der linken oberen Ecke, gelangt man zu Musik-Bibliothek.

Der Plenue M2 besitzt einen internen Speicher von 128 GB und unterstützt problemlos externe Micro SD-Karten mit einer Kapazität von 200 GB im exFAT Format. Und das Beste dabei ist, dass die Bibliothek sehr schnell eingelesen wird.
In der Bibliotheksdarstellung gibt es verschiedene Kacheln, die zum Ordnerbrowser, einer verwaltbaren Favoriten-/Widergabeliste, allen Titeln, den Künstlern, den Alben, verschiedenen Genres, Cue/SACD (ja, der Plenue M2 unterstützt cue-Sheets und auch zweikanalige SACD-ISOs) und schließlich zu den zuletzt hinzugefügten Titeln führen.


Wie der Großteil aller Player unterstützt auch der Cowon nicht den „Album Artist“, sondern nur den normalen „Artist“ Tag.

Nichtsdestotrotz stellt dies gar kein Problem dar, da es in der oberen linken Ecke ein sehr praktisches Icon gibt, welches einem nicht nur ermöglicht, schnell und einfach Wiedergabelisten zu verwalten und zu erstellen, sondern auch eine Suchfunktion mit einer Bildschirmtastatur besitzt, weshalb ich überhaupt nicht traurig bin, dass der „Album Artist“ Tag nicht unterstützt wird. Wenn ich nach einem bestimmten Künstler suchen will, muss ich also nicht durch meinen Musikordner scrollen, sondern kann den Namen einfach in das Suchfeld eintragen.



Je nach Untermenü in der Bibliothek kann man mit dem Bibliothek-Einstellungs-Icon auch Dateien/Ordner löschen und Wiedergabelisten umbenennen.



Auf dem Wiedergabebildschirm kann man die Schnell-Einstellungen öffnen, indem man auf das sich in der rechten oberen Ecke befindenden Symbol tippt.
Eine semi-transparente Kachel-Liste öffnet sich daraufhin.

Das erste Icon führt zu den ausführlichen Einstellungen, wo man etwa die Uhrzeit einstellen, die Status-LED deaktivieren, den Digitalfilter auf langsames Abrollen umstellen, die leisen Passagen am Anfang und Ende eines Liedes entfernen, die Menge an Nutzer-konfigurierbaren JetEffect Profilen (4-16) wählen, die Funktion der Sensortaste unterhalb dem Bildschirm einstellen und den USB-DAC Modul aktivieren kann.








Die anderen Schnell-Einstellungen lassen einen das wiedergegebene Lied zu den Favoriten/einer Playlist hinzufügen, bieten einen Schnellzugriff auf die JetEffect Einstellungen (diesenm habe ich im Teil, in dem ich auf den Klang eingehe, einen eigenen Abschnitt gewidmet), bieten die Möglichkeit, eine Sektion des Titels welcher wiederholt abspielen zu lassen, lassen einen die automatische Bildschirm-Rotation deaktivieren, bieten die Möglichkeit, zwischen der Darstellung der verstrichenen, verbleibenden oder beiden Zeiten in der Fortschrittsleiste zu wechseln, lassen den Nutzer definieren, was bei einem kurzen Druck auf die Skip-Tasten passiert, bieten die Möglichkeit, das Zeitintervall beim Spulen einzustellen, sowie bieten sie die auch Möglichkeit, die Wiedergabe nach dem Einschalten automatisch fortzusetzen. Auch lässt sich hier das Entfernen von Stille am Anfang und Ende eines Titels aktivieren und deaktivieren und zwischen zwei Gain-Modi wechseln (High Gain = „Headphone Mode“).
Ebenso kann man zwischen zwei VU-Metern wechseln und diese gänzlich deaktivieren.
Schließlich kann man sich noch zwischen fünf verschiedenen Player-Designs entscheiden.







Der Player bietet eine wirklich gute Nutzeroberfläche und Firmware mit vielen Optionen sowie die Möglichkeiten der individuellen Anpassung. Zusätzlich ist die Bibliotheksdarstellung sehr gut und die Suchfunktion mit der On-Screen Tastatur ein enorm praktisches Feature. Die Navigation und die Nutzeroberfläche erscheinen sehr durchdacht und Eingaben werden sofort erkannt. Es gibt keine Verzögerungen oder Schwammigkeit und alles funktioniert sehr gleichmäßig und ohne Ruckeln. Die Sensortaste unterhalb des Bildschirms habe ich auch als praktisches Bedienelement zum schnellen Zurückkehren auf den Wiedergabebildschirm empfunden.
Das für die Software und grafische Oberfläche zuständige Team hat wirklich sehr gute Arbeit geleistet.
Übrigens habe ich keine Bugs oder Abstürze erlebt, abgesehen vom manchmal erscheinenden Database-Update (, das jedoch nur ein paar Sekunden dauert,) nach dem Einschalten des Players. Ein einziges Mal ist der Player auch abgestürzt, als ich eine neue Speicherkarte einsetzte und das Datenbank-Update durchführte. Da sich die Software noch in einem frühen Stadium befindet, bin ich mir aber ziemlich sicher, dass diese Kleinigkeit auch im Laufe der Zeit behoben wird.


Akkulaufzeit:

Mein Test der Akkulaufzeit bestand daraus, meinen günstigen Superlux HD681 am Kopfhörerausgang mit einer Lautstärkeeinstellung von 75 (Low Gain) mit circa 70% CD-Format (16 Bit/44,1 kHz) und 30% 24 Bit Hi-Res FLAC Dateien zu bespielen. Dabei entsperrte ich von Zeit zu Zeit den Bildschirm und navigierte in den Menüs.
Mit dieser Testmethode hielt der Akku ziemlich genau 8 Stunden und 45 Minuten.


Klang:

Selbstverständlich blieben die JetEffect 7 Einstellungen während der nächsten paar Abschnitte deaktiviert.

Frequenzgang, Ausgangsimpedanz:

Ohne Last gemessen sind dies die beiden DAC-Filter:



Der Frequenzgang ohne Last ist damit also genau so neutral, wie er sein sollte, und auch der slow roll-off Filter funktioniert einwandfrei.

Um die Schwierigkeit etwas zu erhöhen, geht es nun mit kritischen Multi-BA In-Ears mit einem stark variierenden Impedanzgang weiter:



Mein Shure SE846 und Ultimate Ears Triple.Fi 10 sind In-Ears, die sehr kritisch auf eine erhöhte Ausgangsimpedanz des Wiedergabegerätes reagieren, was mit einem etwas verbogenen
Frequenzgang quittiert wird. Der errechnete Ausgangswiderstand beträgt anhand dieser Messungen also ca. 1, vielleicht auch 1,25 Ohm und ist für die meisten Multi-Treiber In-Ears (SAVANNA, UE900, W4R, SD-2, UERM, SIRIUS, …) ideal und liegt auch innerhalb der empfohlenen Norm für Multi-BA In-Ears (1 Ohm oder idealerweise etwas weniger, also sind etwas über ein Ohm noch immer sehr gut). Nur einige wenige, sehr Diven-hafte In-Ears mit einem sehr geringen Widerstand und einem stark variierenden Impedanzgang zeigen ein paar Abweichungen im Frequenzgang, die sich dennoch lediglich im Rahmen von etwa einem dB bewegen, was ein Wert ist, den einige Menschen ohne Training und kritisches Hinhören gar nicht einmal bemerken (so zumindest meine Erfahrung im privaten Umfeld und dem Audio-Hobby gewidmeten Internetforen). Dementsprechend ist der Plenue M2, was die Ausgangsimpedanz betrifft, ein guter Player, auch wenn mein Plenue D damals mit errechneten ~ 0,5 Ohm noch ein wenig besser in dieser Hinsicht war.

Rauschen:

Ich bin jemand, der selbst recht rauschempfindlich ist und mit sehr empfindlichen In-Ears (beispielsweise Shure SE846, Ostry KC06A) auch sehr geringes Rauschen hört, so es denn vorhanden ist.
Wie bereits beim Plenue D, den ich einst besaß, kann ich das Rauschverhalten betreffend Positives über den Plenue M2 berichten: Das Grundrauschen ist sehr gering, weshalb der Cowon definitiv zu den besseren/besten Audio-Playern gehört, wenn es darum geht, (beinahe gänzlich) rauschfrei zu sein. Das Grundrauschen ist sehr gering und auch geringer als beim Chord Mojo, welcher hier bereits eine gute Performance bietet, und aus dem Gedächtnis heraus würde ich auch sagen, dass der Plenue M2 noch etwas weniger als der Plenue D rauscht. Nur sehr wenige alleinstehende Player besitzen noch weniger Grundrauschen (noch weniger Rauschen bedeutet in diesem Fall gar kein Rauschen mehr), wie beispielsweise der iBasso DX90 oder der Luxury & Precision L3 und L3 Pro, wobei die beiden L & P Player eine höhere Ausgangsimpedanz besitzen.
Was das Grundrausch-Verhalten betrifft, ist der Plenue M2 also für Rausch-empfindliche Menschen, die auch sehr empfindliche In-Ears verwenden, gut geeignet und bekommt einen Daumen nach oben von mir.

Transparenz, Präzision, Bühne:

Nun zum ganz klar subjektiveren Teil meines Reviews. Meine Ansicht und Erfahrung bezüglich des Verstärker- und Geräteklanges stellt sich wie folgt dar: Verstärker- und Geräteklang gibt es in begrenztem Umfang und er ist hörbar, jedoch sollte er nicht überschätzt werden – die grundlegende Charakteristik eines Kopfhörers wird durch ein (sauber konstruiertes) Gerät nicht verändert, jedoch „formt“ das Wiedergabegerät den Klang des Kopfhörers manchmal minimal, was sich aber (wenn überhaupt, dann) eher in Nuancen ausdrückt und sich oft auch anhand der Eigenschaften oder Messwerte erklären lässt (einen etwas ausführlicheren Bericht über den Eigenklang von Audiogeräten gibt es unter 
folgendem Link
).
Nun also weiter mit meinen subjektiven Eindrücken über den 3,5 mm Klinkenausgang (zum kritischen Hören nutzte ich meinen UERM, Pai Audio MR3, Sennheiser IE 800, Shure SE846, Audeze LCD-X als auch den Noble SAVANNA und Fidue SIRIUS):

Aber zu allererst: Der Einsatz von 140 Lautstärke-Stufen, welche die Lautstärke in konstanten 0,5 dB
je Klick erhöhen, ist eine Sache, die ich sehr schätze. Dies bedeutet, dass man immer die
perfekte Abhörlautstärke finden kann, da es keinen großen Abstand zwischen zwei Stufen gibt. Andere Player besitzen in der Regel größere Sprünge, besonders im niedrigen Regelbereich.
Der Einsatz eines zweistufigen Gain ist auch praktisch und wenn ich mich nicht furchtbar täusche, ist es mit dem Plenue M2 auch möglich, leiser als mit dem Plenue D zu hören.
Eine Sache würde ich dennoch begrüßen: Manchmal will ich, besonders abends, mit sehr empfindlichen In-Ears Alben mit normalem/geringem Dynamikumfang bei sehr niedriger Lautstärke als leise Hintergrundbeschallung hören. Mit solch enorm empfindlichen In-Ears wie meinem SE846 beispielsweise würde ich mir manchmal deswegen einen dritten Ultra-Low-Gain Modus wünschen. Mit den meisten anderen In-Ears ist die Lautstärke aber in den meisten Situationen gering genug, mit noch etwas Spielraum nach unten, und ich stelle in dieser Angelegenheit sowieso eher die Ausnahme dar – dennoch würde ich mir persönlich manchmal einen zusätzlichen Ultra-Low-Gain Modus wünschen.

Aber weiter mit meinen Impressionen:

Manchmal wird behauptet, Cowon-Player klängen besonders sanft und organisch – bei Vergleichen
mit messtechnisch angeglichener Lautstärke, wie es bei objektiv nachvollziehbaren Vergleichen Pflicht ist, kann ich dies mit meinem UERM und MR3 als auch dem SAVANNA und SIRIUS als jemand, der hier eine eher objektive Sichtweise vertritt, definitiv nicht nachvollziehen. Genau wie bereits mein Plenue D klingt der Plenue M2 für mich sehr neutral, unverfälscht und natürlich, also genau so, wie ein idealer Player einfach klingen sollte. Keine hinzugefügte Wärme, Dicke und auch kein verfälschtes Timbre kann ich hören, aber ebenso keinen schaffen oder „aggressiven“ Hochton (anders als bei meinem DX90, welcher ein wenig „aggressiver“ im Hochton wirkt und auch etwas des „typischen SABRE-Glitzerns“ besitzt, aber auch hier sprechen wir nur von Nuancen).
Der einzige In-Ear, mit dem ich einen etwas wärmeren Stimmbereich wahrnehme, ist mein Shure SE846, der hier am Cowon etwas voller als an meinem Chord Mojo-Leckerton UHA-6S.MKII-Stack oder iBasso DX90 klingt, was aber hauptsächlich daran liegt, dass der Shure eine solch geringe Impedanz besitzt, dass selbst der geringe Ausgangswiderstand von ~ 1 Ohm des Plenue M2 für eine geringe Senke im Bereich der oberen Mitten/mittleren Höhen des Shure sorgt – dieser Hörer ist sehr zickig und fühlt sich ohne Frequenz-Abweichung am wohlsten, wenn man ihn an ein Quellgerät mit möglichst 0,1 Ohm Ausgangsimpedanz anschließt.

Was die „Transparenz“ und Klarheit betrifft, ist der Plenue M2 sehr gut und weist keine Mängel auf – durch sein sehr gutes Rauschverhalten und die anderweitig ebenfalls guten technischen Daten klingt
der Player höchst transparent, klar und sauber, mit einem so gern zitierten „black background“. Da wir uns aber in einem Bereich und einer Klasse befinden, wo man sowieso keine größeren klanglichen Unterschiede zwischen verschiedenen Playern erwarten sollte, ist es auch nicht verwunderlich, dass der Cowon, bei korrekt angeglichener Lautstärke beim Vergleichen, nicht großartig anders als andere gute Player klingt, sondern sich klanglich als gleich gut darstellt. Wenn überhaupt, dann klingt er ganz minimal „lebendiger“ und vielleicht um eine Nuance sauberer getrennt im Hochton als mein iBasso DX90, aber festlegen würde ich mich hier keinesfalls und würde den letzten der beiden Eindrücke eher auf Einbildung oder das „New Toy Syndrome“ zurückführen, denn ich einem halb-verblindeten Vergleich ließ sich der qualitative Unterschied im Hochton nicht reproduzieren. Und was die Bassqualität und -geschwindigkeit betrifft (LCD-X, UERM und SE846), ist der Player genauso schnell, sauber und trocken wie andere Player, welche eine gewisse Klasse erreicht haben. Und den manchmal geringen Timbre-Unterschied zwischen manchen verschiedenen Playern und dem Cowon betreffend würde ich auch als eine Sache des persönlichen Geschmacks bewerten und definitiv nicht von größeren oder gar Tag-und-Nacht-Unterschieden sprechen.

Was die Bühnenreproduktion anbelangt, kann ich froh berichten, dass diese authentisch ist und der
Plenue M2 eine gute Instrumententrennung und -platzierung besitzt, ganz anders als der Plenue D, welcher eine recht kleine und tendenzielle etwas verwaschene Bühne besaß (dabei handelte es sich aber auch um keinen Tag-und-Nacht-Unterschied und der „Mangel“ war auf eine mäßige Kanaltrennung zurückzuführen). Der Plenue M2 klingt also auch räumlich einwandfrei und präzise. Verglichen mit dem iBasso DX80, der nach meinem Eindruck eine größere Bühne als viele andere Player besitzt, ist die des Cowon ein wenig schmaler, aber nicht klein. Sie ist auch etwas schmaler als bei meinem iBasso DX90, jedoch ein wenig tiefer (die Bühne des DX90 nehme ich als breit aber nicht so tief wahr). Ähnlich wie beim DX90 würde ich also sagen, dass die Bühne des Cowon geringfügig ovaler als rund klingt.

Auf der klanglichen Seite ist also alles sehr gut und der Player klingt klar, sauber, neutral, natürlich und präzise – kurzum also so, wie er sollte.

Digitalausgang, USB-DAC:

Der optisch digitale Audio-Ausgang wird automatisch aktiviert, wenn man ein entsprechendes Kabel
in die kombinierte Kopfhörer- und Digitalbuchse steckt. Dann erscheint in der Statusleiste ein Symbol und durch die Glasfaserleitung wird das bekannte rote Licht gesendet. Den Plenue M2 kann man dann mit jedem DAC verwenden, der einen optisch digitalen Eingang besitzt (mit meinem Chord Mojo und Leckerton UHA-6S.MKII funktioniert er tadellos).

Der USB-DAC Modus kann in den Einstellungen aktiviert werden (System -> USB Mode). Als ich den Plenue M2 das erste Mal an meinen Windows 7 Laptop anschloss, wurden die Treiber binnen Sekunden automatisch heruntergeladen und installiert (plug & play) und die Lautstärkeregelung des Cowon blieb auch bestehen (die eingestellte Lautstärke wird sogar auf dem Bildschirm des Players angezeigt). Bei der Wiedergabe gibt es kein Stottern/Stocken und das Signal ist einwandfrei sauber, ohne zusätzliches Rauschen.

JetEffect 7 DSP und Equalizer:

Eines der leistungsstärksten Features bei Cowons Audio-Playern waren schon immer die einfach zu bedienenden Klang-Manipulations-Funktionen, JetEffect genannt. Diese bieten unter anderem auch einen parametrischen EQ, der zwar nicht so frei konfigurierbar wie ein guter Desktop Software-Equalizer oder ein paar wenige Android und iOS Apps ist, jedoch mehr Funktionen als die Equalizer der großen Mehrheit der sich auf dem Markt befindenden Player bietet (so kann man etwa zwischen 3 Q-Werten je Frequenz wählen und auch die Frequenz selbst ein wenig anpassen).
Noch mächtiger als der Equalizer sind die verfügbaren DSP-Einstellungen (Nachhall, anpassbare Tiefbasbetonung, Loudness, Echo/Nachhall, Bühnen-Vergrößerung, MP-Enhance (ich vermute hier einen Upsampler für MP3s) …). Alle Einstellungen werden dabei in Echtzeit ohne Verzögerung umgesetzt.

Wer gern mit diesen DSP-Einstellungen herumspielt und sich dadurch den Klang nach seinen Vorlieben zurechtbiegt, wird JetEffect lieben. So ist es auch beispielsweise möglich, eine monströse Bassbetonung jenseits von Gut und Böse verzerrungsfrei und sauber einzustellen. Und alle der 50 festen Presets bieten etwas, das man mögen kann, und keine dieser Einstellungen klingt nach Müll – es ist recht offensichtlich, dass Cowon die Klang-Manipulations-Funktionen bereits seit einigen Jahren betreibt. Zusätzlich kann man noch bis zu 16 frei konfigurierbare Profile erstellen (, aber scheinbar nicht umbenennen).












Selbstverständlich sind die JetEffect Einstellungen standardmäßig deaktiviert und solange man sie ausgeschaltet lässt, gibt der Plenue M2 ein einwandfrei neutrales und unverfälschtes Signal aus.

Insgesamt gibt es 10 EQ-Bänder. Die Frequenz eines jeden einzelnen lässt sich in drei Stufen anpassen, was auch für den Q-Faktor zutrifft (eng, normal, weit).




Dann gibt es noch die BBE+ Einstellungen.

BBE ist im Prinzip nichts anderes als eine einstellbare Loudness.


Mach3Bass ist ein Bass-Boost, welcher sich auf den Midbass konzentriert (leider bleibt der wahre Tiefbass unangetastet).


3D Surround ist eine virtuelle Vergrößerung der Bühne und funktioniert überraschend gut, ohne auf mich künstlich zu wirken.

MP Enhance erweitert MP3-Dateien und ich nehme an, dass es sich um einen Upsampler handelt (weiter habe ich diese Funktion jedoch nicht untersucht).

Schließlich kann man noch etwas Nachhall und „Chorus“ hinzufügen, was auch recht nett ist und ohne allzu künstlich zu klingen, solange man es nicht übertreibt, eine andere Räumlichkeit simuliert.

Insgesamt gibt es, wenn man den DSP verwenden möchte, sehr viele Funktionen, die nicht künstlich klingen und gut eingearbeitet wurden. Auch ist der Equalizer etwas fortschrittlicher als die meisten 10-Band-EQs.
Selbst, wenn man BBE mit Mach3Bass und dem Equalizer kombiniert, gibt es keine Anzeichen von Verzerrungen oder Matschigkeit und eine abnormal starke Bassbetonung kann, so man denn will, eingestellt werden.
Der einzige Wehrmutstropfen in den JetEffect Einstellungen ist, dass der Equalizer den Tiefbass unterhalb von 40 Hz unangetastet lässt und man diesen Bereich lediglich mit BBE anheben kann, wodurch aber auch der Hochton angehoben wird, da es sich um eine Loudness-Funktion handelt.

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Vergleiche:
Selbstverständlich wurde die Lautstärke der Player messtechnisch so präzise wie möglich angeglichen, um einen objektiveren Vergleich zu gewährleisten. Hier nutzte ich meinen Audeze LCD-X, Sennheiser IE 800, Ostry KC06A, UERM, Shure SE846 und Noble SAVANNA für die Direktvergleiche.



iBasso DX80:

Beide Player erscheinen auf mich etwa gleichwertig hochwertig verarbeitet. Auf der Oberseite sieht der Plenue M2 jedoch etwas hochwertiger aus.
Der DX80 besitzt zwei Micro SD-Slots und der Cowon nur einen, bietet jedoch zusätzlich 128 GB internen Speicher. Der DX80 besitzt mehr Funktionen/Anschlüsse (koaxialer Ausgang, Line Out) und auch den kräftigeren Kopfhörerverstärker, dennoch ist der Plenue für mich wirklich mehr als ausreichend kraftvoll.
Was die Nutzeroberfläche betrifft, sind beide Player richtig gut, aber der Plenue M2 ist in Sachen Karten-Einlesegeschwindigkeit, Schnelligkeit und besonders durch seine Suchfunktion dem iBasso überlegen. Ich mag die Software und grafische Oberfläche des DX80 wirklich sehr, muss aber auch zugeben, dass der Cowon hier noch besser ist und auch mehr Funktionen bietet.
Beide Player besitzen eine sehr feinstufige Lautstärkeregelung, die in 0,5 dB je Stufe regelt, dennoch kann man mit dem iBasso Musik bei noch geringeren Lautstärken hören, wenn man sehr empfindliche In-Ears benutzt und sehr leise hören will.

Der iBasso besitzt das hörbar höhere Grundrauschen mit empfindlichen In-Ears, mit denen der Cowon fast gänzlich rauschfrei ist. Beide besitzen eine geringe Ausgangsimpedanz, die für so gut wie alle Mehrtreiber-In-Ears ideal ist. Mit lediglich ca. 0,2 Ohm ist der iBasso aber in der Lage, selbst solche Diven wie den SE846 ohne tonale Abweichungen perfekt linear anzutreiben.
Der DX80 klingt etwas wärmer und dunkler. In Sachen Transparenz kann ich keinen Unterschied feststellen (wir befinden und an einem Punkt, an dem es sowieso keine/kaum Unterschiede die Klangqualität betreffend gibt, wenn man korrekt und mit angeglichener Lautstärke vergleicht), wobei der Cowon durch sein praktisch nicht vorhandenes Grundrauschen klarer klingt.
Der DX80 besitzt die etwas breitere und tiefere Bühne, aber beide Player klingen räumlich gleichwertig präzise.

iBasso DX90:

Der Plenue M2 erscheint hochwertiger und durch sein Aluminium-Unibody besser verarbeitet.
Der Cowon besitzt mehr potentiellen Speicherplatz, da sein eingebauter Speicher größer ist (128 gegenüber 8 GB). Der iBasso besitzt einen Line Out, der Cowon hingegen nicht. Der DX90 besitzt einen koaxialen Digitalausgang, wohingegen der des Plenue M2 optisch digital ist (welcher Anschluss praktischer ist, muss jeder für sich entscheiden – ich persönlich bevorzuge die optisch digitale Signalübertragung). Der Kopfhörerausgang des iBasso ist Kraftvoller, aber der des Cowon ist ebenfalls nicht schwach und mehr als ausreichend laut für mich, mit ordentlich Pegelreserven nach oben.
Der Plenue M2 besitzt die fortschrittlichere grafische Nutzeroberfläche mit viel mehr Optionen; zudem scannt er Karten merklich schneller. Beide Player besitzen in etwa die gleiche Reaktionsgeschwindigkeit, doch ist der Cowon beim Scrollen in Listen etwas flüssiger und schneller; dazu ist seine Suchfunktion ein großes Plus.
Beide Player besitzen eine sehr feinstufige Lautstärkeregelung, die in 0,5 dB je Stufe regelt, dennoch kann man mit dem iBasso Musik bei noch geringeren Lautstärken hören, wenn man sehr empfindliche In-Ears benutzt und sehr leise hören will.

Der iBasso besitzt noch etwas weniger Grundrauschen als der Cowon und ist damit so ziemlich perfekt still (der winzige Rest an Rauschen ist nur minimal lauter als mein Blutrauschen und nur in einem stillen Raum mit sehr empfindlichen In-Ears und einer leeren Audiodatei minimal wahrnehmbar). Beide besitzen eine geringe Ausgangsimpedanz, die für so gut wie alle Mehrtreiber-In-Ears ideal ist. Mit ca. lediglich 0,1 Ohm ist der iBasso aber in der Lage, selbst solche Diven wie den SE846 ohne tonale Abweichungen perfekt linear anzutreiben.
Der DX90 spielt im Hochton geringfügig roher/“aggressiver“. Ansonsten kann ich das Timbre betreffend keine wirklichen oder größeren Unterschiede wahrnehmen. Was die Transparenz und Klarheit betrifft, befinden sich beide Player in meinen Ohren auf Augenhöhe und sind damit einwandfrei und ideal sauber klingend.
Der iBasso besitzt die etwas breitere Bühne, wohingegen der Cowon ein wenig mehr räumliche Tiefe besitzt. In meinen Ohren sind beide Bühnen ebenbürtig präzise und gut separiert.

Luxury & Precision L3 Pro:

Für diesen Vergleich nutzte ich lediglich den Audeze, Ostry und Sennheiser, da der L & P den höheren Ausgangswiderstand besitzt, wodurch der Frequenzgang von Multi-BA In-Ears stärker verbogen wird.

Beide Player fühlen sich sehr hochwertig an und sind gut verarbeitet, nur empfinde ich die Erscheinung des L3 Pro als noch luxuriöser und hochwertiger.
Der Cowon besitzt den größeren möglichen Speicherplatz, da sein eingebauter Speicher mit 128 GB gegenüber den 32 GB des L3 Pro größer ausfällt. Zudem nimmt er problemlos exFAT-formatierte Speicherkarten an, wohingegen der L3 Pro lediglich das FAT32 Format unterstützt. Der Luxury & Precision besitzt einen koaxialen Digitalausgang im Vergleich zum optisch digitalen des Cowon (welcher Anschluss praktischer ist, muss jeder für sich entscheiden – ich persönlich bevorzuge die optisch digitale Signalübertragung). Der Player mit der hölzernen Rückseite besitzt auch einen Line Out und symmetrischen Kopfhörerausgang.
Der Plenue M2 besitzt die viel modernere und fortschrittliche Nutzeroberfläche mit einigen weiteren Funktionen, während beide Player Speicherkarten vergleichbar schnell einlesen. Bei beiden Playern werden Eingaben auch verzögerungsfrei registriert und die Navigation gelingt sehr schnell und ohne Ruckeln, doch besitzt der Luxury & Precision Player keine Navigation, wie man sie von einem modernen Touchscreen-Player erwarten würde (durch Listen kann man nicht scrollen, sondern muss durch sie hindurchblättern). Die Suchfunktion des Cowon stellt einen weiteren großen Vorteil dar.
Beim Cowon besitzen die Lautstärke-Stufen kontinuierlich 0,5 dB wohingegen der L3 Pro logarithmische Schritte besitzt, weshalb gerade im geringen Regelbereich im Vergleich größere Sprünge auftreten. Mit dem Cowon kann man mit sehr empfindlichen In-Ears auch leiser hören, wenn man denn möchte.

Der L3 Pro besitzt noch etwas weniger Grundrauschen als der Cowon, was in diesem Fall bedeutet, dass er gar keines besitzt. Der Luxury & Precision besitzt eine höhere Ausgangsimpedanz, die nicht ganz ideal für einige Multi-Treiber In-Ears ist.
Was das subjektiv wahrgenommene Timbre betrifft, klingt der Cowon im direkten Vergleich ein wenige sanfter, wohingegen der L3 Pro etwas direkter im Hochton spielt.
In Sachen Transparenz und Klarheit sind beide Player in meinen Ohren gleichauf. Vergleiche ich beide direkt miteinander und mit messtechnisch angeglichener Lautstärke, besitzt der L3 Pro den geringfügig weicheren Bass.
Der Cowon besitzt die etwas breitere Bühne wobei beide Player in meinen Ohren die gleiche Menge an räumlicher Tiefe besitzen (Die Bühne des L3 Pro erscheint in meinen Ohren perfekt rund; die des Cowon ist geringfügig oval). Die Instrumentenseparation und räumliche Präzision ist bei beiden Playern ebenbürtig.

Chord Electronics Mojo („alleinstehender“ Betrieb):

Der Mojo ist ein DAC-Amp, muss also an ein digitales Quellgerät angeschlossen werden (PC, CD-Spieler, portabler Audio-Player oder ein sonstiges Gerät mit einem digitalen Ausgang). Normalerweise nutze ich meinen Mojo aus diversen Gründen nur als DAC mit einem zusätzlichen Kopfhörerverstärker, aber für diesen Vergleich habe ich den Mojo allein und ohne extra Kopfhörerverstärker verwendet.
Was das Design betrifft, ist der Mojo extravaganter verglichen mit dem simpleren und eleganteren Cowon.
Der Plenue M2 besitzt die feinstufigere Lautstärkeregelung und man kann auch noch etwas leiser mit ihm hören als mit dem Mojo.
Der Chord Mojo besitzt den kräftigeren Ausgang, aber wie schon mehrfach erwähnt, ist der des Cowon für mich mehr als ausreichend laut, mit genügend Aussteuerungsreserven.

Der Mojo besitzt ein wenig mehr Grundrauschen mit sehr empfindlichen In-Ears als der Plenue M2.
Beide besitzen eine geringe Ausgangsimpedanz, jedoch ist der Ausgangsimpedanzverlauf des Mojo nicht zu 100% linear aufgrund seiner sehr simplen Ausgangsstufe (im Hochton ist der Ausgangswiderstand höher), weswegen beide mit extrem kritischen Diven wie dem Shure SE846 geringfügig vom Ideal abweichen, mit den meisten anderen In-Ears jedoch wenn überhaupt nur eher geringe Abweichungen vom zeigen (der Cowon verhält sich hier etwas besser). Übrigens zeigt der Frequenzgang des Mojo mit niederohmigen Kopfhörern einen an einen Slow Roll-Off Filter erinnernden Verlauf, der sich jedoch beim Anschluss einer hochohmigen Last in einen ideal linearen Verlauf verwandelt.
Was den Klang/das Timbre betrifft, klingt der Mojo sanfter und auch generell etwas anders als viele Geräte. Verglichen mit dem Cowon klingt er etwas sanfter und auch irgendwie „warm“, was meiner Meinung nach hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass es im Hochton überhaupt keine Schärfe gibt und er hier auch recht schnell ausklingt, was zu dem Eindruck eines „runderen“ Klanges im Hochton führt (persönlich hätte ich nichts dagegen, wenn der obere Frequenzbereich „aggressiver“ wäre, und (leider) konnte ich den Eindruck dieses Hochton-Verhaltens auch in einem Blindtest mit angeglichener Lautstärke reproduzieren).
Im direkten Vergleich klingt der Chord Mojo ein bisschen transparenter – es handelt sich aber definitiv um keinen Tag-und-Nach-Unterschied und der Klang ist auch nicht „Augen-öffnend“, wie man es manchmal liest, aber zu einem gewissen Grad ist dieses Plus an Transparenz mit hochauflösenden In-Ears reproduzierbar.
Mit In-Ears wie meinem UERM oder dem SIRIUS erscheint der Mojo etwas transparenter, besonders im Bereich der Mitten. Und auch wenn ich persönlich nicht immer ein Fan seines Verhaltens/Timbre im Hochton bin, hat der DAC-Amp doch etwas Magisches an sich, weshalb ich ihn auch nicht innerhalb der 30-tägigen Rückgabefrist zurückgegeben sondern behalten habe, auch wenn er meine persönlichen must-have Kriterien an einen eigenständigen DAC-Amp in manchen Punkten nicht erfüllt, ihnen in einem Stack mit einem separaten Kopfhörerverstärker aber recht nah kommt.
Die Bühne des Mojo erscheint ein wenig kompakter als die des räumlich etwas größer spielenden Plenue M2, aber beide Geräte befinden sich in Sachen räumlicher Präzision auf Augenhöhe.


Fazit:


Natürlich bekommt man für den Preis des Cowon Plenue M2 bereits Audio-Player, welche
Streaming, Bluetooth, WiFi und/oder austauschbare Verstärkermodule besitzen. Der Plenue M2 will dies aber gar nicht haben; er ist ein Premium-Player für alle, die jene Funktionen nicht benötigen und sich einzig auf den Klang und die Musik ohne Ablenkung konzentrieren möchten. Und dies beherrscht der Plenue-Player auch sehr gut – er bietet eine hochwertige Premium-Verarbeitung mit einem schicken, eleganten Design, besitzt einen großen internen Speicher, physische Tasten zur Wiedergabesteuerung, eine extrem stabile, schnelle und höchst fortschrittliche grafische Nutzeroberfläche mit einer sehr guten Datenbank (, welche sogar eine Suchfunktion mit einer virtuellen On-Screen Tastatur besitzt), eine sehr feinstufige Lautstärkeregelung (0,5 dB je Stufe mit insgesamt 140 Stufen und zwei Gain-Einstellungen), vielseitige Möglichkeiten der Klangmanipulation ohne Verschlechterung des Klangs oder Verzerren sowie natürlich einen sauberen, transparenten, präzisen und natürlichen Klang mit einem sehr guten Rauschverhalten in Verbindung mit einer niedrigen Ausgangsimpedanz.

Es ist wirklich nicht einfach, beim Plenue M2 irgendwelche Schwächen zu finden, denn diese beziehen sich lediglich auf das Fehlen eines echten Line Out, das Fehlen einer „Album Artist“ Tag-Unterstützung (was aber egal ist, da die Suchfunktion existiert) und dass der normale Equalizer in der JetEffect Software den echten Tiefbass nicht beeinflusst.