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iBasso IT03: „Drei Treiber mit einer Extraportion Tiefbass, bitte!“ - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Wer noch iBasso Audios alte Website kennt, wird sich eventuell daran erinnern, dass sich darauf, in der Produkt-Übersicht, ein Tab befand, welcher „Kopfhörer“ lautete, jedoch keinen Inhalt besaß. Nun
ist es soweit und die 2006 gegründete chinesische Firma, die mit portablen Kopfhörerverstärkern begann, diese Linie weiterführte und zu der später die digitalen Audio-Player DX 100, DX50, DX90 und DX80 stießen (der DX200 wurde auch schon präsentiert, wie auch der DX120), hat zwei hybride In-Ears vorgestellt, die gänzlich selbst entwickelt wurden. Wie man sieht, gab es den „Kopfhörer“-Tab auf der alten Website also nicht umsonst.

Als mich Paul von iBasso neulich fragte, ob ich daran interessiert wäre, den IT03, der zwei BA und einen dynamischen Treiber besitzt, zu testen, war ich dies natürlich. Danke nochmal an dieser Stelle an Paul und iBasso für das Zusenden des In-Ears für einen ehrlichen, unbefangenen Test.

Ob und wie gut iBassos Einstieg in die Welt der In-Ears gelungen ist und wie gut sich der hybride IT03 im Vergleich mit anderen hybriden In-Ears im ähnlichen Preisbereich behaupten kann, wird Gegenstand dieses Reviews sein.



Technische Daten:

Preis: 259,00$
Treiber: 1x Dynamisch (9.2mm), 2x Balanced Armature
Frequenzgang: 10 Hz – 30 kHz
Empfindlichkeit: 10 5+/- 2dB
Empfindlichkeit: 8 Ohm
Geräuschisolierung: 30dB
Leistungsaufnahme (RMS): 5 mW
THD: < 1% (at 1 kHz/1 mW)
Anschluss: 3,5 mm, vergoldet
Kabellänge: 1.2m
Gewicht: 9 g ohne Kabel


Über hybride In-Ears:

Wie man den technischen Daten und der Einleitung bereits entnehmen kann, unterscheidet sich der IT03 von den meisten gängigen In-Ears und setzt nicht lediglich auf dynamische oder Balanced Armature Schallwandler, sondern kombiniert beide – bei ihm handelt es sich um einen hybriden In-Ear, einer in den letzten Jahren vermehrt aufkommenden Bauweise.

Die meisten In-Ears verwenden dynamische Treiber für die Audiowiedergabe. Diese haben den Vorteil, ohne allzu großen Aufwand das gesamte für den Menschen hörbare Frequenzspektrum abzudecken und ebenfalls ohne große Mühe einen stark angehobenen Bassbereich zu erzielen. Hochwertigen dynamischen In-Ears wird allgemein ein körperhafter, musikalischer Bassbereich nachgesagt, der im Ausklang jedoch meist eher weich als hart und analytisch ist. Im Gegensatz zu anderen Wandlerprinzipen besitzen dynamische Treiber jedoch meist auch eine etwas niedrige Detailauflösung.

Im höherpreisigen und professionellen Bühnenbereich findet man fast nur In-Ears mit Balanced Armature Treibern vor, welche in der Regel eine höhere Auflösung als ihre dynamischen Konsorten besitzen und sehr detailreich, schnell, präzise und auch sehr pegelfest aufspielen, was insbesondere für Bühnenmusiker von Bedeutung ist. Auf der Schattenseite steht, dass ein einzelner BA-Treiber kaum oder nur mit größerem Abstimmungsaufwand den größten Teil des hörbaren Frequenzspektrums abdecken kann und dabei nur mit größerem Aufwand, wie mehreren und voluminösen Treibern für den Tiefton in der Lage ist, extremere Betonungen zu erzielen. Einige Menschen empfinden den Klang von In-Ears mit BA Treibern auch als analytisch, leblos, klinisch oder kalt (in meinen Jahren der Mitgliedschaft, Reviews und Kaufberatung in einem großen deutschen Onlineforum für Audio sind mir diese Begriffe schon mehrfach in Bezug auf die Wahrnehmung von BA-basierten In-Ears, insbesondere bezogen auf den Tiefton,  begegnet).

Hybride In-Ears vereinen die positiven Aspekte aus beiden Welten und setzen auf einen dynamischen Schallwandler für die tiefen Frequenzen und mindestens einen BA Wandler für die mittleren und hohen. Dadurch bleien der Körper und der oft als „musikalisch“ beschriebene Charakter des dynamischen Basses und die Detailauflösung und Präzision des Balanced Armature Mittelhochtöners erhalten – und auf genau diese hybride Technologie setzt iBasso mit dem IT03 und spricht damit diejenigen an, welche den klinisch-schnellen Bass eines BA-Treibers als unnatürlich empfinden, jedoch die Auflösung, Schnelligkeit und Präzision in den Mitten und Höhen beibehalten wollen.


Lieferumfang:

Der IT03 wird in einer schwarzen Box geliefert, welche von einer weißen Hülle umgeben ist, auf der sich die technischen Daten und auf der Rückseite eine schöne Explosionszeichnung befinden.
Öffnet man die magnetische Klappe, erblickt man einen goldenen Schriftzug, welcher „InTune – Your Universal Ambassador for Music“ besagt. Zudem kann man auch eine knappe Bedienungsanleitung entdecken, auf der sich unter anderem auch ein unkompensierter Frequenzgang (wenngleich ohne Angabe des Messequipments) befindet.
Darunter versteckt sich der IT03, zusammen mit einem Aufbewahrungstäschchen aus Echtleder und drei verschiedenen Sätzen an Silikonaufsätzen (enger Schallaustritt langer Stamm schwarz, enger Schallaustritt langer Stamm semi-transparent, weiter Schallaustritt kurzer Stamm schwarz). Ein Paar an mittelgroßen schwarzen Silikonaufsätzen mit langem Stamm ist bereits an den In-Ears angebracht.
Eine Garantiekarte befindet sich am Boden der Verpackung.
















Optik, Haptik, Verarbeitung:

Die In-Ears sind aus schwarzem Kunststoff gefertigt und ergonomisch geformt, ja spiegeln sogar die Form der Concha wieder. Auf der Faceplate befindet sich ein dunkelgraues iBasso Logo.

Jede Hörerseite besteht aus zwei Teilen, die man vielleicht optisch eleganter miteinander hätte verbinden können.
Auf der Innenseite findet man weiße Seitenmarkierungen und Modellbezeichnungen.
Die In-Ears erscheinen sehr stabil und sind gut verarbeitet. Lediglich der „Spalt“ der zusammengeführten Gehäusehälften könnte (meiner Meinung nach) optisch schöner und unauffälliger sein.
Am Schallaustritt befindet sich ein Gitter, welches Schmutz und Flüssigkeiten aus dem Inneren heraushält.

Das Kabel besteht aus vier einzelnen Leitern, die miteinander verdrillt sind. Damit ist das Kabel nicht
anders als bei den meisten höherpreisigen oder maßgefertigten In-Ears, wenngleich auch ein wenig federartig, was an der glänzenden (Klarlack?) Beschichtung liegen könnte.
Der 3,5 mm Klinkenstecker ist angewinkelt, besteht aus schwarzem Metall und wird von einem iBasso Logo geziert.

Das Aufbewahrungsetui aus Echtleder sieht zwar sehr schön und hochwertig aus, ist meiner Meinung nach jedoch eine Fehlkonstruktion, was mitunter am geringen Stauvermögen liegt; dazu dauert es lange, die In-Ears darin zu verstauen und auch die Kabel und Steckverbindungen könnten unter dem engen Raum leiden. Zusätzlich können Staub und Schmutz ohne große Probleme eindringen. Ich denke, ein reguläres Aufbewahrungsetui wäre praktischer gewesen, wenngleich auch weniger luxuriös.












Tragekomfort, Isolation:

Die In-Ears befinden sich auf der größeren Seite, was jedoch kein Problem sein sollte, solange man
mehr oder minder durchschnittlich große Ohren hat, da die Gehäuse der Form der menschlichen Concha nachempfunden sind (-> ähnlich wie beim InEar StageDiver SD-2) und sehr gut in den Ohren sitzen. Setzt man die In-Ears ein, sitzen sie sehr sicher und verrutschen nicht, auch wenn ich 2-Pin Steckverbindungen am Kabel statt der sich drehenden MMCX Verbindungen aufgrund der Gehäuseform hier besser gefunden hätte.

Die Geräuschisolation ist etwas besser als durchschnittlich und besser als bei vielen anderen In-Ears mit belüfteten Gehäusen, wenngleich nicht ganz so stark wie bei gänzlich geschlossenen Modellen ausgeprägt.


Klang:

Zum Hören nutzte ich meinen iBasso DX90 (als eigenständiges Gerät) und mein DAC-Amp Stack bestehend aus dem Chord Mojo und Leckerton UHA-6S.MKII. Auch der DX80 kam zum Einsatz.

Obwohl ich bei Kopfhörern nicht an Burn-In glaube, habe ich den IT03 für mehr als 200 Stunden mit Rausch- und Sinussignalen eingespielt, bevor ich zum ersten Mal Musik mit ihm hörte.

Zum Hören verwendete ich die größten mitgelieferten semi-transparenten Silikonaufsätze.

Tonalität:

Tonal ist der IT03 unter vielen hybriden In-Ears eher einzigartig: Er besitzt eine tonale Signatur, die sich eher der spaßigen Seite zuschreiben lässt, mit einer „echten“ Betonung im Tiefbass.
Insgesamt gibt es vier Kopfhörer, die mir spontan einfallen und Eigenschaften mit iBassos hybridem Triple-Driver teilen: der FLC Technology FLC8s mit dem roten Tiefbass-Filter, mein Fostex x Massdrop TH-X00, der ORIVETI PRIMACY und nicht zuletzt der UPQ Q-music QE80, eine OEM-Version des Fidue A83.
Grob zusammengefasst würde ich sagen, dass mich der Tiefbass des iBasso an den Fostex und FLC, sein Midbass, Oberbass und Grundton an den ORIVETI und sein Hochton etwas an den UPQ, wenngleich mit weniger Helligkeit, erinnert.

Mit meinen subjektiven Höreindrücken beim Hören von Musik beginnend, den Tiefbass noch nicht berücksichtigend, höre ich einen insgesamt eher ausgewogen klingenden In-Ear, der einen Hochton
besitzt, der etwas heller als neutral, jedoch nicht künstlich oder aufdringlich klingt. Stimmen klingen tonal ziemlich korrekt, mit nur einer geringen Präferenz weiblicher Stimmen (, die eine ganze Ecke weniger hell als beim DUNU DN-2000J, aber ein kleinwenig heller als beim Etymotic ER-4S sind,) und hier geringfügig zurückgesetztem Pegel. Die mittleren Höhen um 5 kHz sind etwas betont, ebenso der obere Hochton um 8 kHz, mit einer guten Präsenz im Superhochton oberhalb von 10 kHz.
Es gibt keine unnötige Aufdickung im Grundton und der Bass erstreckt sich nicht bis in die unteren Mitten. Vom Bass sprechend, aber den Tiefbass noch immer ausschließend, höre ich, dass dieser gleichmäßig ansteigt und etwas präsenter als bei einem strikt neutralen In-Ear wie dem ER-4S spielt, mit etwa gleich viel Quantität im unteren Grundton und Kickbass (= um 100 Hz) wie beim ORIVETI PRIMACY, DUNU DN-2000J oder InEar StageDiver SD-2. Danach, unterhalb von 100 Hz, steigt er etwas an und erreicht im Tiefbass um 30 bis 40 Hz seinen Klimax, mit etwas mehr als 3 dB mehr Pegel als im Oberbass.

Je mehr ich dem IT03 lausche, desto mehr vermag er, mich zu entzücken. Besonders der sehr gut gemachte Anstieg im Bassbereich, dessen Höhepunkt tief, im Tiefbass, erreicht wird, ist etwas, das
nicht so viele In-Ears und Kopfhörer so gut machen. Dadurch können unnötige Fülle, Wärme und Aufgeblähtheit vermieden werden und der Bass wird auch nicht als unangenehm empfunden.
Der Tiefton ist definitiv nicht zurückhaltend im Tiefbass und besitzt auch einen kräftigen Oberbass, dennoch wirkt er nicht unnötig „groß“ und ist meilenweit davon entfernt, unnatürlich oder dröhnend zu klingen. Speist man den IT03 mit Tiefbass-enthaltender Musik, treibt dieser den Klang maskulin voran, fügt der Musik aber keinen Bass und keine Grundtonwärme zu, wenn der Tiefton auf der Aufnahme nicht so tief hinunter reicht. In dieser Hinsicht erinnert er mich an meinen Fostex TH-X00, welcher jedoch mehr subjektiv empfundenen Einschlag besitzt, was nicht zuletzt an den unterschiedlichen Treibern und der anderen Bauweise liegt (In-Ears vs. Over-Ears).
Nachfolgend ist der Hochton relativ gleichmäßig und besitzt ein gesundes Maß an Glanz und Helligkeit ohne jedoch künstlich oder schrill zu wirken, dennoch könnten Menschen, die sehr laut Musik hören oder überaus empfindlich auf einen etwas hellen Hochton reagieren, womöglich nicht die besten Freunde mit dem IT03 werden, auch wenn dieser nicht spitz klingt und nur mäßig heller als ein strikt neutral abgestimmter Hörer ist.
Alles in allem finde ich die Balance zwischen tonaler Ausgewogenheit und Spaß mit einem starken Tiefbass mit einer größeren Tendenz zum Spaß recht gut gelungen und mag den In-Ear abseits des strikt stationären Hörens von CDs, wo ich eine neutrale/flache Abstimmung bevorzuge, sehr, und nutze ihn hier gern.

Weiter geht es also damit, was ich beim Hören von Sinus-Signalen erhört habe:
Um 500 Hz beginnt der Tiefton, gleichmäßig anzusteigen und besitzt um 100 Hz etwa 5 dB mehr Pegel als ein strikt neutraler In-Ear (ER-4S), dennoch steigt der Pegel weiter unten weiterhin an und erreicht erst bei 40 Hz seinen Höhepunkt, der bis unterhalb 25 Hz aufrecht gehalten werden kann und um ca. 9 dB lauter als bei einem flach abgestimmten In-Ear ist (die Betonung beim IT03 findet also hauptsächlich im echten Tiefbass statt).
Weiter oben höre ich, dass der Pegel um 2 kHz geringfügig lauter als bei 1 kHz ist, gefolgt von einer moderaten und breitbandigen Senke um 4 kHz und zwei breitbandigen Betonungen bei 6 beziehungsweise 8 kHz. Anschließend sinkt der Pegel ein wenig, bleibt jedoch noch immer oberhalb der neutralen Grenze, gefolgt von einer geringen Betonungsspitze um 13 kHz und einem beginnenden Pegelabfall bei 15 kHz.
Was ich also höre, ist eine Hochtonbetonung oberhalb von 6 kHz, doch ist das obere Frequenzband frei von schmalen Tälern oder Spitzen und klingt trotz der Betonung nicht klingelnd, spitz oder unangenehm, sondern nur manchmal geringfügig metallisch, aber realistisch.

Auflösung:

Um es direkt zu sagen, ist der IT03 definitiv seinen Preis wert und spielt in etwa in der gleichen Liga wie der ORIVETI PRIMACY und UPQ Q-music QE80 (, ein OEM des Fidue A83,) und vielleicht sogar ein wenig darüber, während er nicht ganz die Qualitäten mancher teurerer hybrider In-Ears wie dem DUNU DN-2002 oder FLC Technology FLC8s erreicht.

Der Mittel- und Hochtonbereich ist angenehm und angemessen detailliert, mit Stimmen, die realistisch und plastisch erscheinen sowie kleinen Details in Stimmen, die der In-Ear einem auch nicht vorenthält. Insgesamt klingt der Mittelton auch gut gefächert als auch weiträumig und
keineswegs eingeengt oder eindimensional.
Der Hochton klingt weder zu schnell noch zu langsam ab und Noten verbleiben hier zeitlich gefühlt korrekt. Auch mit schnelleren und dichter besiedelten Stücken bleiben hohe Töne gut voneinander getrennt und kontrolliert.
Der Tiefton löst ein wenig schlechter auf als der Mittel- oder Hochton – hier habe ich hybride In-Ears gehört, die einen etwas detaillierteren dynamischen Treiber besitzen, dennoch ist dies vielleicht, die Auflösung betreffend, die einzige Sache, die ich dem IT03 ankreide und auch etwas, das andere hybride In-Ears in diesem Preisbereich ebenfalls betrifft. Somit löst der Tiefton des iBasso nicht „sehr gut“, sondern lediglich „gut“ auf und steht den beiden Balanced Armature Treibern etwas hinterher. Was die Kontrolle und Geschwindigkeit betrifft, muss sich der dynamische Tiefton-Treiber des IT03 hingegen nicht hinter anderen guten hybriden In-Ears verstecken.
Was die Bassattacke anbelangt, verheimlicht der IT03 nicht, dass er einen dynamischen Treiber für die Tieftonreproduktion besitzt, doch stellt sich die Balance zwischen Geschwindigkeit und Körper als glaubhaft dar und ist keineswegs unpräzise oder langsam. Was jedoch das Ausschwingverhalten betrifft, kann der iBasso mich definitiv mit seinem kontrolliert und wirklich schnell ausklingenden Bass überzeugen, klingt realistisch, und weicht auch bei komplexeren oder schnelleren Basslinien nicht auf.

Räumliche Darstellung:

Die imaginäre Bühne ist ein wenig breiter als durchschnittlich und in ihrer Darstellung insgesamt eher oval, mit mehr räumlicher Breite als Tiefe. Die Instrumententrennung ist hierbei überraschend sauber und präzise, wodurch die räumliche Abbildungspräzision des QE80 und PRIMACY vom IT03 übertroffen wird.

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Im Vergleich mit anderen In-Ears:



UPQ Q-music QE80 (OEM des Fidue A83):
Der QE80 besitzt den wärmeren/volleren Grund- und Tiefton, jedoch weniger Pegel unterhalb von 80 Hz und rollt auch gen Tiefbass ab, wo der IT03 einen Pegelanstieg besitzt. Während der iBasso Triple-Driver also einen Tiefbass-getriebenen Tiefton besitzt, klingt der QE80 untenrum geschmeidiger, wärmer und entspannter. Im Mittelton klingt der QE80 etwas distanzierter und besitzt die dünnere, hellere Stimmreproduktion. Auch im Hochton ist der UPQ heller und dünner klingend, erscheint subjektiv aber noch ein wenig zusammenhängender und gleichmäßiger als der IT03, welcher tonal aber realistischer ans Werk geht.
Was die allgemeine Detailreproduktion angeht, sind beide In-Ears ziemlich gleichauf. Dennoch würde ich doch sagen, dass der iBasso ein kleinwenig präziser und besser separiert im Mittelton und den oberen Höhen auf mich wirkt. Im Tiefton wirkt der QE80 ganz geringfügig detaillierter, wohingegen der IT03 den schnelleren und besser kontrollierten Bassbereich vorweisen kann.
Die Bühne des QE80 ist ein wenig breiter und auch geringfügig tiefer im Vergleich, der IT03 bietet jedoch die schärfere und sauberere Instrumententrennung und höhere räumliche Präzision.

DUNU DN-2002:
Der DUNU besitzt mehr Wärme im Grundton, da sein Bass früher anzusteigen beginnt, dennoch besitzen beide In-Ears die gleiche Menge an Oberbass und oberen Midbass. Weiter unten steigt der Tiefton des IT03 aber kontinuierlich an, wohingegen der des DUNU gen Tiefbass etwas abrollt. Männliche Stimmen klingen beim DN-2002 etwas voluminöser durch den präsenteren Grundton. Im unteren und mittleren Hochton besitzt der DUNU eine breitbandige Senke und kommt erst um 8 kHz mit einer kleinen Betonung wieder, die sich ein wenig oberhalb der Nulllinie befindet. Der IT03 kling im Vergleich heller im oberen und insbesondere mittleren Hochton (hier liegt die Senke des DUNU).
Was die Detailauflösung betrifft, sind sich beide In-Ears recht nah, nichtsdestotrotz spielen die dynamischen Treiber des DN-2002 etwas detaillierter und klingen so ziemlich genauso detailliert wie der Mittelton des selben In-Ears, wohingegen der Mittelton des IT03 etwas detaillierter als sein Tiefton ist. Im Bereich des Mitteltons klingt der DN-2002 nur geringfügig unangestrengter als der iBasso; beide besitzen jedoch einen ebenbürtig detaillierten Hochton.
Der Basseinschlag des DUNU ist nur geringfügig schneller als der des IT03. Beide In-Ears besitzen im Tiefton die gleiche Kontrolle und Geschwindigkeit beim Ausschwingen.
Die Bühne des DUNU ist etwas breiter und tiefer, weshalb es dem DUNU einfacher gelingt, räumlich zu klingen und Luft zwischen einzelnen Instrumenten wiederzugeben. Beim DUNU ist die Instrumententrennung aufgrund seiner größeren Bühne etwas schärfer, nichtsdestotrotz würde ich die beiden In-Ears auf der technischen Ebene nicht arg voneinander entfernt ansehen und abgesehen von den etwas detaillierter wenngleich gleichwertig kontrolliert aufspielenden Tieftönern des DN-2002 geben und nehmen sich die beiden nicht arg viel.

ORIVETI PRIMACY:
Beide In-Ears beginnen im Grundton gleich, aber unterhalb von 100 Hz steigt der Pegel des IT03 weiter an, wohingegen der PRIMACY bis in den Tiefbass hinein flach bleibt, mit genauso viel Tief- wie Oberbass, wodurch er untenrum realistischer aber auch nüchterner klingt als der tiefbassige IT03. Die Mitten des ORIVETI sind intimer im Vergleich zu den etwas hellen des iBasso. Im mittleren Hochton besitzt der ORIVETI eine eher stark ausgeprägte Senke um 5 kHz, die ihn insgesamt entspannter und sanftmütiger aufspielen lässt – hier klingt der iBasso direkter, mit dem auch insgesamt stärker ausgeprägten Hochton.
Im Tiefton haben beide In-Ears eine Gemeinsamkeit: der dynamische Treiber klingt nicht ganz so detailliert wie der BA-Treiber für den Mittelton. Vergleiche ich die beiden In-Ears direkt miteinander, erscheint der dynamische Treiber des iBasso nur minimal detaillierter als der des ORIVETI. Der PRIMACY besitzt den geringfügig saubereren und schnelleren Basseinschlag, während beide In-Ears hier gleichwertig kontrolliert sind und auch gleich schnell ausschwingen. Der Mittelton des IT03 klingt etwas detaillierter und rauer, was aber hauptsächlich an der 5 kHz Senke des PRIMACY liegt, welche dafür sorgt, dass die Obertöne des Mitteltons leiser wiedergegeben werden.
Die Bühne des PRIMACY ist kleiner und intimer, jedoch mit gleich viel Tiefe wie Breite. Die Instrumentenseparation ist beim iBasso etwas sauberer.

FLC Technology FLC8s (red-grey-gunmetal Filterkombination):
Der FLC8s ist noch mehr ein In-Ear mit einem „echten“ Tiefbass-fokussierten Klang mit dieser Filterkombination, da sein Tiefton damit noch weiter unten anzusteigen beginnt, mit noch weniger Pegel im Grundton und Oberbass, aber einem vergleichbar ausgeprägten Tiefbass, dessen Höhepunkt jedoch noch etwas weiter unten erreicht wird (im Vergleich mit dem FLC8s besitzt der IT03 also den volleren Tiefton, obwohl er im Vergleich mit sehr vielen anderen In-Ears ein ganz klar tiefbassiger In-Ear ist). Im Mittelton spielt der FLC etwas vordergründiger und intimer, aber beide In-Ears klingen hier gleichwertig offen. Dennoch besitzt der FLC8s mit den „gunmetal“-Filtern ein auf den Punkt korrektes Timbre im Mittelton, wohingegen der iBasso Stimmen einen geringfügig hellen Touch verleiht. Im mittleren Hochton um 5 kHz befindet sich der Pegel beim FLC Technology In-Ear stärker im Hintergrund und der FLC8s besitzt um 8 kHz auch die steiler ansteigende Betonung, die beim iBasso breitbandiger aber auch etwas heller ausfällt. Nichtsdestotrotz klingt der obere Hochton beim iBasso durch die breitbandigere Auslegung der Betonung etwas realistischer im direkten Vergleich.
Während der FLC mit allen bis auf den roten Tiefbassfiltern die etwas schnellere Bassattacke besitzt, ist diese mit den roten etwas weicher als beim iBasso. In Sachen Kontrolle und Ausschwing-Geschwindigkeit sind beide In-Ears jedoch gleichauf und der dynamische Treiber des FLC klingt auch höherauflösend als der des iBasso. Im Mittelton erwähnte ich schon mehrfach zu anderen Gelegenheiten, dass der FLC8s hier noch etwas detaillierter und präziser als mein UERM aufspielt, weshalb der FLC hier auch etwas detaillierter als der iBasso klingt. Auch im Hochton wirkt der FLC8s etwas sauberer, während der IT03 hier tonal ein wenig realistischer klingt.
Die Bühne des FLC Technology In-Ears ist etwas breiter und auch tiefer, mit der etwas schärferen und saubereren Instrumentenseparation im direkten Vergleich.


Fazit:

Eine Überraschung kann entweder positiver oder negativer Natur sein. Glücklicherweise tritt beim IT03 der erste Fall ein.
Der Klang ist schön zusammenhängend, mit einer Tiefbass-starken Natur und einem Tiefton, der tief anzusteigen beginnt, wodurch unnötige Wärme oder ein Einstrahlen in den Mittelton vermieden wird.
Die Vermeidung schmaler Senken oder Betonungsspitzen unterstreicht dabei die Natürlichkeit und gelungene Abstimmung des In-Ears und der etwas heller als neutrale Hochton nervt deshalb auch niemals, sondern klingt insgesamt harmonisch und realistisch.
Die Detailfülle ist hoch und der IT03 muss sich definitiv nicht hinter anderen hybriden In-Ears im selben Preisbereich verstecken, trotz des etwas geringer auflösenden Tieftons, den einige andere hybride In-Ears aber ebenfalls besitzen. Als Gegenpol zum etwas weniger detaillierten Bass ist der Tieftöner des iBasso jedoch schnell, gut kontrolliert und fühlt sich leichtfüßig an. Somit würde ich sagen, dass die Tiefton-Auflösung im Vergleich zum Mittelton nur einen einzigen kleinen Schönheitsfleck darstellt, denn als Ganzes betrachtet bietet der In-Ear klanglich die Tonalität, Geschwindigkeit, Gleichmäßigkeit, Detailauflösung und Instrumententrennung betreffend eine Menge und ist überzeugend.

Nicht so toll hingegen ist das Aufbewahrungsetui, welches zwar toll aussieht, meiner Meinung nach jedoch nicht genügend Platz für die eher großen In-Ears bietet. Auch wären bei den ergonomisch geformten Gehäusen 2-Pin oder Rotations-gesperrte MMCX Stecker besser als die frei rotierenden, denn beim Einsetzen haben diese mich schon das eine oder andere Mal genervt.
Und am Ende noch eine kleine Sache: ein nahtloserer Übergang zwischen den beiden Gehäusehälften wäre wohl optisch auch nicht ganz verkehrt.


Insgesamt, besonders den Klang betreffend, ist der IT03 ein meiner Einschätzung nach sehr überzeugender In-Ear, der 94% für einen hybriden In-Ear in diesem Preisbereich angesichts des Klanges und 87% in Sachen Verarbeitung und Accessoires erreicht. Bei meiner üblichen 70 zu 30 Gewichtung ergibt dies 4,595 von 5 möglichen Sternen in der Gesamtbewertung.