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Brainwavz M100: Ein geschrumpfter Porta Pro? - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Brainwavz Audio, zugehörig zu der GPGSHK, ist ein international recht gut bekannter chinesischer Hersteller von In-Ears, Bügelkopfhörern und Kopfhörer-Zubehör (hauptsächlich Halterungen und Ohrpolster). Gemeinsam ist allen Modellen, dass sie sich im günstigen Preisbereich bewegen und selbst die teureren Produkte im sehr niedrigen dreistelligen Euro- und Dollar-Bereich liegen. Teure Produkte führt der Hersteller nicht.

Es ist schon eine Weile her, dass es einen In-Ear von Brainwavz gab, der mehr als 100€/$ kostet.
Damals war es der positiv aufgenommene B2, ein Dual-BA In-Ear, den ich jedoch nie in die Ohren bekommen habe – als ich ihn irgendwann vor ein paar Jahren als einen preiswerten Backup-Hörer als Alternative zu ein paar meiner teureren Multi-BA In-Ears bestellen wollte, war die Produktion schon seit einer gewissen Zeit eingestellt worden und Restbestände gab es auch nicht mehr.
Nun wagt Brainwavz wieder einen Versuch, den zweistelligen Preisbereich zu verlassen und den gerade beginnenden dreistelligen zu entern. Nein, dieses Review handelt nicht von einem möglichen Nachfolger des B2 (, obgleich sowohl ein neuer Dual-BA als auch zwei Single-BA In-Ears kürzlich in London präsentiert wurden und eine Reinkarnation des B2 ebenfalls geplant sein soll), sondern bezieht sich auf einen In-Ear, welcher in jeder Hörerseite einen dynamischen Treiber beherbergt und sich „M100“ nennt (http://www.brainwavzaudio.com/products/brainwavz-m100-hifi-earphones).

Die Konkurrenz der dynamischen In-Ears ist gerade in diesem Preisbereich noch immer recht groß und es gibt einige Modelle, die sehr viel Klang für den geforderten Preis bieten. Wird es der M100 schaffen, sich gegen die besten Modelle zu behaupten und ein Alleinstellungsmerkmal zu bieten?

Erhältlich ist der M100 auch bei Amazonhttp://amzn.to/2id8Cna



Bevor ich fortfahre, möchte ich mich noch bei Pandora von Brainwavz Audio bedanken, die mich zu diesem Review eingeladen und mir nach meiner Zusage ein Testmuster des M100 für eine ehrliche Einschätzung zukommen lassen hat.


Technische Daten:
Preis: < 120$ 89,50$
Treiber: dynamisch, 8 mm
Impedanz: 32 Ohm
Tonumfang: 12 Hz – 22 kHz
Fernbedienung & Mikrofon: 3 Tasten (kompatibel mit iOS und den meisten Android-Geräten)


Lieferumfang:

Mein Rezensionsexemplar kam nicht im üblichen Verpackungskarton (vermutlich, weil dieser zu jenem Zeitpunkt noch nicht fertig war), besaß aber das gesamte Zubehör, das da wäre: die In-Ears, ein Kabelbinder aus Klettverschluss, ein Brainwavz Aufbewahrungsetui mit dem typischen schwarz-roten Farbschema, ein Shirt-Clip, ein Paar an mittleren Comply Foam Aufsätzen, zwei Paare an kleinen Silikonaufsätzen, zwei paare an mittleren Silikonaufsätzen und schließlich zwei Paare an großen Silikonaufsätzen.





Optik, Haptik, Verarbeitung:

Die In-Ears sehen eher simpel und gleichzeitig auch ein wenig elegant aus, dennoch ist ihre Erscheinung weder außergewöhnlich noch etwas, das man schnell wiedererkennt. Die Gehäuse sind aus schwarzem Metall gefertigt und besitzen kleine Brainwavz Logos sowie vorbildlich große
Seitenmarkierungen mit einem hohen farblichen Kontrast, wodurch es einfacher ist, die richtige Seite zu finden.

Das Kabel erinnert mich an das des Brainwavz M3 oder mancher Modelle von SoundMAGIC (es ist verdrillt und schließlich mit Gummi überzogen), ist jedoch um ein gutes Stück flexibler und weniger federartig als bei jenen In-Ears. Nichtsdestotrotz ist es nicht das flexibelste Kabel, das ich kenne, wirkt aber extrem widerstandsfähig.
Der Knickschutz ist sehr gut an allen Übergängen bis direkt oberhalb dem Y-Splitter, der ebenfalls einen Kinnschieber besitzt, welcher sich aber nur etwas schwergängig bewegen lässt, ausgeprägt. Auf der rechten Seite befindet sich eine Fernbedienung mit drei Tasten und einem integrierten Mikrofon.







Tragekomfort, Isolation:

Aufgrund ihrer Gehäuseform kann man diese In-Ears sowohl normal als auch tief einsetzen. Wie sich später ehrausstellte, führte Letzteres in meinem Fall zum besten Klang.
Der Komfort ist in meinen Ohren gut und die In-Ears dichten schnell ab.
Es ist möglich, den M100 sowohl klassisch mit den Kabeln nach unten als auch professionell mit den Kabeln um die Ohren geführt zu tragen, wobei die zweite meine bevorzugte Methode ist, welche ich auch bei all meinen In-Ears anwende, da sie Kabelgeräusche minimiert und den Halt verbessert. Glücklicherweise überträgt das Kabel des M100 somit so gut wie gar keine Mikrofonie.

Die Geräuschisolation ist besser als durchschnittlich und wird nur von gänzlich geschlossenen In-Ears übertroffen (jedes der Gehäuse des M100 besitzt eine kleine Belüftungsöffnung).


Klang:

Als Quellgeräte dienten mir während der Wochen des Hörens und Vergleichens mein iBasso DX90, der Cowon Plenue M2, HiFime 9018d und nicht zuletzt mein Chord Mojo im Stack mit meinem Leckerton UHA-6S.MKII.

Wie empfohlen, habe ich die In-Ears auch sicherheitshalber vor dem Hören für 150 Stunden mit Sinus-, Rausch- und Musiksignalen eingespielt, obwohl ich bei Kopfhörern nicht wirklich an solche Effekte glaube.

Zum Hören nutzte ich die mittleren Silikonaufsätze aus dem Lieferumfang, mit denen ich die In-Ears sehr tief einsetzen kann, sodass man sie nicht mehr sieht, wenn man mir gegenübersteht. Normalerweise benötige ich bei In-Ears so gut wie immer die größten Silikonaufsätze, jedoch war der Klang des M100 mit diesen bei normaler Einsetztiefe nochmals schlechter, nebliger und unpräziser, als er sowieso schon ist.

Zu allererst eine Klarstellung: Ich habe keine Probleme mit einem hellen, basslastigen, warmen, badewannigen oder mittenlastigen Klang, solange der Mittelton mehr oder minder natürlich klingt (es gibt einige bassige, dunkle, warme oder badewannig abgestimmte In-Ears, die ich persönlich sehr mag). Dann kann ich mich auch subjektiv an ihn gewöhnen und ihn sogar mögen, obgleich ich meine persönlichen Vorlieben immer so gut es geht herauszuhalten versuche, um so objektiv wie möglich zu bleiben. Leider gibt es beim M100 keinen natürlichen oder unangetasteten Mittelton. Nach ein paar Tagen und Stunden des exklusiven Hörens mit ihm konnte ich mich an seine Klangsignatur mehr oder minder gewöhnen und hasste ihn nicht mehr komplett auf der subjektiven Seite, wenngleich meine doch recht scharfe Kritik der objektiven Tonalität und der technischen Qualitäten sich nicht änderte.

Tonalität:

Der Klang ist bassig, voluminös, warm und insbesondere sehr dunkel – allzu viel Hochton gibt es nicht. Die Abstimmung ähnelt einer vom Bassbereich in den Hochton abfallenden Kurve.
Tonal wirkt der Brainwavz auf mich, als befände sich das gesamte Geschehen hinter einer sehr dicken Decke. Der Tiefton strahlt merklich in den Mittelton hinein und auch der Hochton ist um ein ganzes Stück dunkler, als was neutral oder halbwegs ausgewogen mit einer nur moderaten Spur Dunkelheit wäre.

Ziehe ich den Diffusfeld-neutralen Etymotic ER-4S als Referenz heran, ist der Bass des M100 um etwas mehr als 11 dB präsenter.
Beim Hören von Musik und der Nutzung eines Sinusgenerators beginnt die Betonung des „Tieftons“ um 900 Hz und steigt dann immer stärker gen Oberbass mit einem buckligen Charakter an, wobei bereits zwischen 200 und 300 Hz eine nicht zu unterschätzende Fülle besteht. Dennoch steigt der Pegel darunter noch ein kleinwenig an und erreicht seinen Höhepunkt bei etwas unterhalb von 100 Hz. In meinen Ohren verliert der Tiefton gen Tiefbass keine Präsenz.
Der Klang ist insgesamt nun mal eben sehr voluminös und mit einem sehr starken und warmen Grundton bestückt, der auch eindeutig in den Mittelton hineinstrahlt, welcher Stimmen ziemlich warm, dick und bedeckt klingen lässt.
Leider sinkt der Pegel auch zwischen 1 und 2 kHz weiterhin, weswegen der Mittelton dumpf wirkt.
Der Rest des Hochtons befindet sich dann hörbar im Hintergrund und ist sehr dunkel. In meinen Ohren steigt der Pegel um 5 kHz ein wenig an, bleibt aber auch hier insgesamt noch im dunklen Bereich, wie eben auch der Rest des oberen Frequenzbandes. Becken klingen auch ziemlich bedeckt.

Positiv könnte man dem Klang anrechnen, dass es keine plötzlichen und schmalbandigen Peaks oder Sibilanz gibt. Dem tritt jedoch der unnatürlich klingende Mittelton gegenüber.
Gegen eine warme, aber im Mittelton nicht übertriebene Klangsignatur hätte ich nichts einzuwenden gehabt; aber so, wie er ist, stellt sich der Klang einfach nur als dumpf, bedeckt und wollig dar (Assoziationen wie „im Kofferraum einer Limousine eingesperrt sein“, „altes Röhrenradio mit kaum Präsenz im Hochton“, „sehr alter Überwachungs-Kopfhörer aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, den ich einst in einem Museum hören konnte“ oder „Koss Porta Pro mit noch dunkleren und bedeckteren Mitten“ schwirren in meinem Kopf umher).

Diese Art von tonaler Abstimmung muss einem schon sehr liegen, damit der M100 einem gefällt. Ja, der Klang erinnert mich an einen noch dunkleren und wollig-bedeckter klingenden Koss Porta Pro, den ich auch nie besonders hervorragend fand (nicht nur die reine klangliche Abstimmung betreffend).
Für meinen persönlichen Geschmack eines ausgewogeneren Klanges, insbesondere im Mittelton (wäre der Mittelton nicht so überdeckt, könnte ich wahrscheinlich sogar mit dem M100 zurechtkommen), müsste ich eine stark S-förmige Equalizer-Kurve anwenden.

Auflösung:

Die Menge an Details ist nicht allzu schlecht, tendiert in eine ordentliche Richtung und ist für den Preis mehr oder minder durchschnittlich, aber nicht überragend. Nichtsdestotrotz ist der M100 in dieser Hinsicht nichts Besonderes und wird von einigen anderen In-Ears im gleichen und geringeren Preisbereich geschlagen.
Er ist definitiv nicht der schnellste In-Ear und eignet sich etwas besser für langsame als für schnelle und dicht besetzte Musikstücke. Und während er dann nicht orientierungslos oder überbeansprucht wirkt, fehlt es dem Tiefton doch an Qualität, Details und Festigkeit; zudem klingt er etwas stumpf. Übertrieben langsam ist der Bass nicht (ich kenne noch Schlechteres zu vergleichbaren Preisen) und klingt angemessen schnell aus, wirkt im Einschlag und Ausklang aber trotzdem ziemlich weich. Besonders der untere Midbass und Tiefbass ist davon betroffen.
Das Detailniveau im Mittel- und Hochton ist nicht allzu schlecht und in etwa mittelmäßig. Die von Schärfe befreite tonale Abstimmung kann dann sogar recht angenehm klingen, jedoch mangelt es dem M100 bei dichter besetzten oder schnelleren Musikstücken etwas an Raffinesse und Präzision bei der Trennung.

Die Kombination aus der tonalen Abstimmung und dem eher weich spielenden Treiber ist meiner Meinung nach definitiv nicht die überzeugendste Paarung.
Diese Performance könnte ich bei einem 30 oder 50€ kostenden In-Ear/Kopfhörer akzeptieren, aber nicht bei einem, der mehr als 100€ kostet – in diesem Preisbereich gibt es einfach schon genügend Alternativen an technisch besseren Modellen, die auch warm und/oder dunkel klingen, aber keinen solch unnatürlichen Mittelton besitzen.

Die Reine technische Performance, die Tonalität mal ausgeschlossen, ist angemessen bis durchschnittlich, kann aber bereits zum halben Preis gefunden werden.

Räumliche Darstellung:

In meinen Ohren besitzt der M100 weder eine sehr breite noch enge Bühne, die keineswegs eingeengt wirkt. Räumliche Tiefe gibt es auch und diese ist beinahe gleich stark wie die Breite vorhanden und kann sogar ein paar gestaffelte Ebenen erahnen lassen, wenngleich es keine/nur sehr wenig Luft um Instrumente und tonale Elemente gibt und die gesamte Präsentation eher neblig erscheint, was bei dichter besetzten Stücken umso mehr auffällt.

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Im Vergleich mit anderen In-Ears:

Randnotiz: Ich musste manchmal zum Vergleichen der technischen Unterschiede die zu vergleichenden In-Ears per Equalizer etwas angleichen, was sonst nicht nötig ist. Im Fall des M100 war der tonale Unterschied zu den anderen Modellen aber zu groß, weshalb ich insbesondere den Hochton angleichen und den Mittelton natürlicher machen musste, um zu sehen, ob der erhörte Unterschied nicht doch stärker auf die Abstimmung zurückzuführen war. Teilweise war dies so, aber größtenteils änderte sich mein Eindruck der wahrgenommenen Auflösung des M100 zu seinen Konkurrenten kaum.



Ostry KC06A:
Beide sind tonal ziemlich unterschiedlich und der KC06A ist (mit den „Hochton“-Aufsätzen) ein badewannig abgestimmter In-Ear mit jedoch weniger Basspräsenz. Sein Mittelton ist deutlich realistischer und tonal akkurater.
Der Bass des Ostry ist auch nicht der festeste und ein wenig der weicheren Seite zuzuordnen, aber dennoch schneller und kontrollierter als der des Brainwavz. Auch sehe ich den KC06A im Mittel- und Hochton vorn, was die Auflösung betrifft.
In meinen Ohren besitzt der Ostry die etwas breitere und auch tiefere Bühne, zusammen mit den besser platzierten und genauer getrennten Instrumenten.

DUNU Titan 3:
Der DUNU klingt weitaus ausgewogener, und so, wie seine Belüftungsöffnungen in meinen Ohren sitzen, ist sein Klang auch nicht Bass-arm (die Harmonie zwischen meiner Ohranatomie und den Belüftungsöffnungen des Titan 3 scheint sehr gut zu sein, denn ich gehöre wohl zu den wenigen Menschen, die ihn als ausgewogen statt schreiend, Bass-schwach oder dünn empfinden, was der Fall ist, wenn die Belüftungsöffnungen ein wenig zu frei sitzen), dennoch besitzt er deutlich weniger Bass als der M100. Der Mittelton des DUNU ist viel akkurater und sein Hochton befindet sich nicht zu sehr auf der hellen Seite, auch wenn er sich ein wenig nördlich von einem neutralen Klang bewegt.
Der DUNU klingt im Bassbereich agiler, trockener, schneller und löst hier auch besser auf. Ebenfalls im Mittel- und Hochton klingt er differenzierter und detaillierter.
Die Bühne des Titan 3 ist mit der des M100 in Sachen Ausdehnung und Tiefe vergleichbar, doch besitzt der DUNU die präzisere Räumlichkeit mit der wesentlich besseren Abbildung von leerem Raum zwischen Instrumenten.

Advanced AcousticWerkes Nebula One:
Der Nebula One ist ein ebenfalls sehr bassiger In-Ear und besitzt sogar ein wenig mehr Basspräsenz. Dennoch bleibt sein Tiefton dem Mittelton besser fern und dieser klingt natürlicher sowie tonal viel akkurater. Auch wenn sich der Hochton des AAW eher auf der neutralen bis geringfügig sanften Seite befindet, klingt er vergleichsweise doch um ein ganzes Stück heller als der M100.
Der AAW besitzt den trockeneren und schnelleren Bass mit der höheren Kontrolle, einhergehend mit dem differenzierter klingenden Mittel- und Hochton.
Beide In-Ears besitzen in meinen Ohren in etwa gleich viel räumliche Tiefe sowie Breite, jedoch scheint die Bühne des Nebula One etwas präziser und besser getrennt.

Fidue A65:
Von allen zum Vergleich herangezogenen Modellen ist der A65 dem M100 im Mittel- und Hochton noch am ähnlichsten, wenngleich sich beide doch auch hier sehr merklich unterscheiden. Der Brainwavz ist der merklich bassigere In-Ear, dessen Tiefbass aber auch weniger abfällt. Der A65 ist ein ebenfalls dunkel klingender In-Ear, welcher aber keinesfalls unnatürlich erscheint – sein Mittelton klingt nicht künstlich, denn sein Bassbereich und Grundton strahlt hier nicht herein, weswegen Stimmen nicht unnatürlich verfälscht werden. Sein Hochton ist auch eher sanft und dunkel, aber im Vergleich zu dem des Brainwavz noch immer um ein gutes Stück präsenter.
Der A65 besitzt den besser kontrollierten, trockeneren sowie schnelleren und sauberen Bass und klingt auch im Mittel- und Hochton differenzierter.
Der Brainwavz besitzt die größere Bühne im Vergleich zu der des Fidue, die recht klein ist. In Sachen räumlicher Präzision und Instrumententrennung hingegen klingt der A65 sehr sauber und messerscharf, wohingegen der M100 neblig wirkt und Instrumente bei ihm ineinander übergehen und keinen präzisen und festen Platz besitzen.

Brainwavz M3:
Diese beiden klingen sehr unterschiedlich – der M3 ist viel ausgewogener und besitzt nur eine geringe Badewannenabstimmung, die nur ein wenig oberhalb eines neutralen Timbres liegt, sowie die viel realistischeren Mitten.
Der Bass des M3 ist auch nicht unbedingt der trockenste, aber doch spürbar trockener und schneller als der des M100. Beide liegen Auflösungs-technisch nicht weit auseinander, aber ich sehe den M3 selbst bei einer Angleichung des Klanges mittels EQ vorn.
Die Bühne des M3 ist ein wenig schmaler, aber merklich tiefer in meinen Ohren und besitzt die präzisere Instrumententrennung und Tiefenstaffelung.


Fazit:

Ich würde den M100 nicht wirklich als schlecht bezeichnen, aber ausgehend von der sehr verfärbten und wolligen Abstimmung mit einem unnatürlich fetten und dunklen Mittelton und seinen technischen Qualitäten, finde ich nicht, dass er seinen Preis wert ist. Bei der Hälfte würde ich mich nicht so sehr beschweren und ihn im Kaliber eines Koss Porta Pro einordnen, welchem ich etwa 3,5 Sterne gäbe, sollte ich mich irgendwann mal dazu entschließen, ihm ein ausführliches Review zu widmen.
Manche Personen könnten diesen Klang vielleicht als „analog“ einordnen, und wer eine solche Abstimmung und auch den Koss Porta Pro mag, wird wahrscheinlich auch Freude am M100 finden. Auf der objektiven Seite, auf die ich mich am meisten zu konzentrieren versuche, ist er dann aber einfach im Mittelton zu stark verfärbt und es gibt andere In-Ears, die technisch besser sind und gleich viel oder sogar weniger kosten.
Nach einigen Tagen konnte ich mich zwar ganz gut an den Klang gewöhnen und mochte ihn sogar etwas, was aber nichts daran änderte, dass ich den M100 auf der objektiven Seite noch immer nicht sonderlich gut finde. Sicher ist eines jedoch: diese tonale Abstimmung ist eher einzigartig und man findet sie nicht allzu häufig.


Bei meiner üblichen 70% Klang/Gegenwert zu 30% Verarbeitung/Komfort Gewichtung komme ich auf ein Endergebnis von 2,675 von 5 möglichen Sternen.